Ecuador: Oktober 2008

Für die letzte Nacht auf kolumbianischem Boden fragen wir am Hotel Mayasquer um Asyl, welches uns sogar kostenlos auf dem Parkplatz gewährt wird und so kommen wir in den Genuss, die Feier einer 1. heiligen Kommunion miterleben zu können.

 

Die Fenster des Festsaals liegen direkt vor unserer Nase und wir sehen, zu unserem großen Erstaunen, die Gäste nicht nur essen, trinken und gelangweilt herumsitzen, nein, es wird auch getanzt was das Zeug hält. Salsa, Samba, Merengue… das ganze Programm, davon könnten wir uns in Deutschland eine gehörige Scheibe abschneiden.

 

Dementsprechend beschwingt fahren wir am nächsten Morgen bis zum nur 2 km entfernten Schlagbaum und nehmen die Grenzformalitäten in Angriff.

 

Bei unserem Auftauchen auf dem Parkplatz brechen die dort anwesenden Geldwechsler in rege Betriebsamkeit aus, sie können gar nicht schnell genug an unsere Fenster kommen, um uns die Dollarkurse mitzuteilen. Nicht mit uns, gebranntes Kind scheut das Feuer, gell? Wir stellen uns zuerst mal in die Reihe der Aus- oder Einreisewilligen, so genau lässt sich das nicht sagen, und schauen was passiert.

 

Eigentlich geschieht gar nichts, wir kommen an die Reihe, 2 Stempel landen in unseren Pässen und schon werden wir von den Nachdrängenden beiseite geschoben. Etwas ziellos irren wir sodann übers Gelände, da das eigentliche Büro für die Fahrzeugausfuhr nicht besetzt ist. Wie immer denkt der gemeine Deutsche viel zu kompliziert. Wozu braucht man 2 Büros, eines tut es doch schließlich auch und ergo werden wir bei der Fahrzeugeinfuhr fündig. Eigentlich ganz logisch, oder?

 

Wir geben also das Original unseres Einfuhrdokumentes ab, bekommen einen Stempel auf unsere Kopie und tschüss. Kaum 10 Minuten sind vergangen bis wir wieder bei den Geldwechslern eintreffen, die inzwischen Monster gut bewacht haben, selbstverständlich nicht uneigennützig. Wir, nicht sooo ganz dumm, haben uns derweil bei den Zöllnern nach dem richtigen Wechselkurs für US$ erkundigt, offizielles Zahlungsmittel in Ecuador, und nun steht dem Tausch der restlichen kolumbianischen Pesos nichts mehr im Wege.

 

Auf der anderen Grenzseite angekommen, verläuft alles ganz genauso unkompliziert, lediglich der zuständige Beamte für die Fahrzeugeinfuhr scheint gerade nicht anwesend zu sein und wir werden solange auf einer Bank am Schlagbaum deponiert.

 

Tja, was sollen wir dort nutzlos herumsitzen, bereits nach wenigen Minuten scheint es Jupp etwas langweilig und er beginnt die Grenzgänger zu kontrollieren. Mit wichtigem Gesichtsausdruck und huldvollen Gesten winkt er die angekommen Fahrzeug zu deren Erstaunen einfach durch und freut sich wie ein Schneekönig. Einige Minuten fließt der Grenzverkehr völlig flüssig, lediglich das Erscheinen des Zöllners hemmt Juppi ein wenig in seinem Tätigkeitswahn. Puh, ich fürchtete bereits, er ließe sich womöglich noch zu Ausweiskontrollen hinreißen.

 

Nach diesem Intermezzo erscheint dann endlich auch der für uns zuständige Mensch, sonntags anscheinend in Zivil = Jogginganzug, und erledigt sämtlichen Papierkram ebenfalls in kurzer Zeit. Wir haben bereits nach 45 Minuten den schnellsten Grenzübertritt seit Reiseantritt geschafft.

 

Ecuador begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und wir hegen die Hoffnung, die regnerische Zeit hinter uns gelassen zu haben.

 

Über die grenznahe Stadt Tulcan, geht es durch eine wunderschöne Bergwelt vorbei an Ibarra und dem 4939 m hohen Vulkan Cotacachi, der sich leider trotz Sonne in dichte Wolken hüllt. Ich habe mich etwas schlau gelesen und treffe auf eine Legende, die besagt, dass die Tränen der Mama Cotacachi den heutigen Kratersee formten, nachdem der alte Rucu Pichincha ihr das gemeinsame Kind entrissen hatte. Eine Strafe, denn Cotacachi hatte ein Verhältnis mit Taita Imbabura begonnen und so zeigt sich: auch Vulkane haben ihre Probleme!

 

Wir haben zunächst mal keine, ganz im Gegenteil, während wir gemütlich dahintuckern, überholt uns ein Motorrad mit deutschem Kennzeichen und der Fahrer hebt kurz die Hand zum Zeichen des Erkennens. Wie nicht anders zu erwarten, an der nächsten Tankstelle steht die Honda samt Arno und gleich geht das Geschnatter los. Wo kommst du her, wo willst du hin und ohne lange zu zögern verabreden wir uns an unserem geplanten Ziel in Otavalo.

 

Der Campingplatz Rincon de Viajeros liegt etwas außerhalb des Ortes und wir finden, nachdem Monster aufgrund des plötzlich einsetzenden, heftigen Regens die unbefestigte Einfahrt etwas zerpflügt hat, ein wunderschönes Plätzchen mitten im Garten. Arno befindet einen kleinen Unterstand für gemütlicher als sein Zelt und richtet sich dort mit Luftmatratze und Schlafsack häuslich ein. Nach dem nachmittäglichen Regenguss nehmen wir den 20-minütigen Fußmarsch ins Dorf in Angriff, wo wir uns in einem gemütlichen Restaurant die Bäuche voll schlagen, natürlich nicht ohne regen Erfahrungsaustausch. Arno (61), der von sich behauptet ein schlechter Motorradfahrer zu sein und er müsse Honda fahren, da er 2 linke Hände habe und keine Reparatur ausführen könne, ist bereits um die ganze Welt gefahren und nun unterwegs von Alaska nach Feuerland. Da können wir nur sagen, Hut ab, Mut braucht der Mensch!

 

Während es Arno bereits am nächsten Morgen weitertreibt, verbummeln wir geschlagene 3 Tage bei Dennis, einem Amerikaner mit Gattin aus Ecuador, im Garten. Monster fordert mal wieder einige Aufmerksamkeiten seines Herrn, gute Pflege ist alles, und auch meine Hausaufgaben sind noch nicht ganz erledigt.

Wir stromern über die Märkte der Stadt, die unseres Erachtens an den Wochentagen deutlich repräsentativer und nicht selten preiswerter sind, als am berüchtigten Samstag und erfreuen uns dabei am Gemüseangebot. Hier können wir nach Herzenslust wieder in Blumenkohl (zu Jupps Leidwesen), Broccoli und Salat schwelgen, Genüsse, die wir bzw. wohl mehr ich, in Kolumbien deutlich vermisst haben.

 

Donnerstagmorgen reißen wir uns los und fahren über die alte Panamericana zunächst in Richtung Cayambe, um dann kurz vor der Ortschaft Oton die Äquatorlinie zu erreichen. Ein großer, orangefarbener Stab sticht hier in den Himmel und markiert mit landesweit einzigartiger Exaktheit die Äquatorlinie. Ein recht merkwürdiges Gefühl, die Anzeige der GPS-Daten auf Null und anschließend von Nord auf Süd umspringen zu sehen.

 

Die Umgehungsstraße lässt uns Quito, das inmitten eines Talkessels liegt, von oben betrachten und angesichts der Dunstglocke, die über der Stadt liegt, sind wir froh, uns für eine Umfahrung entschlossen zu haben. Die Aussicht auf eine stinkende Großstadt, chaotischem Verkehr und tausenden von Menschen reizt uns wie immer wenig und wir steuern die südlich von Quito gelegene Straße der Vulkane an.

 

Hier erstreckt sich der geografisch größte Teil der ecuadorianischen Anden und weist auch die höchsten Erhebungen des Landes auf: den 5897 m hohen und aktiven Vulkan Cotopaxi und den 6310 m hohen erloschenen Vulkan Chimborazo. Wir entscheiden uns für den nördlichen Eingang in den Cotopaxi Nationalpark, biegen dazu in Machachi in Richtung Santa Ana del Pedregal ab und holpern fortan über eine Kopfsteinpflasterstraße mit 20 km/h dahin bis wir bei San Jose an eine kleine Brücke kommen.

 

Hmm, diese erweckt nicht besonders unser Vertrauen! Eine Zeitlang betrachten wir die vorbeikommenden Fahrzeuge, ein kleiner Bus ist die größte Erscheinung, und entscheiden uns für die Umkehr. Der mittlere Eingang entgeht irgendwie unserer Aufmerksamkeit, also landen wir zwangsläufig bei dem vorletzten, was aber keineswegs weiter störend ist. Der unbefestigte Weg ist leicht rumpelig, aber ohne weiteres befahrbar, selbst eine Flussdurchfahrt fordert noch nicht einmal den Allradantrieb. Unaufhaltsam nähern wir uns dem Cotopaxi, nur leider gibt der sich für heute völlig unnahbar, hüllt sich zunächst noch in Wolken bevor der einsetzende Regen sämtliche Hoffnungen auf einen Blick auf einen schneebedeckten Gipfel zerstört.

 

Die super ruhige Nacht und alles Schlafen hilft nichts, morgens ist der Dunst noch dichter und wir wollen schon fast den Rückzug antreten, da kommt ein Ortsansässiger vorbei und meint, wir müssten unbedingt noch weiter hochfahren. Nun gut, und eigentlich hat er deutlich Recht, wir sind ja eh schon mal da. Also fahren wir noch an der Lagune Limpiopungo vorbei bis auf 3800 m Höhe und sehen immer noch nix, der Cotopaxi hat auch heute keine Lust sich zu zeigen.

 

Während der Frühstückspause mitten auf einem Paramofeld meinen wir manchmal einige Schneefelder zu erkennen und ab und an einen Blick auf den Gipfel zu erhaschen, aber insgesamt ist die Aktion mehr als enttäuschend. Nach einer weiteren Stunde Wartens und Nebels, geben wir auf, des wird nix mehr, und machen uns auf den Rückweg.

 

Anfangs gleicht der Weg auch noch dem von gestern, doch bei der Flussdurchfahrt ist der Pfad, den wir gekommen sind, einfach nicht mehr vorhanden. Stattdessen tun sich große, tiefe Löcher (Monster könnte darin verschwinden) vor uns auf und wir sind froh, dass sich schon einige Jeeps einen neuen Weg haben bahnen müssen. Über diese Spuren suchen wir unseren Weg und ich kann gar nicht glauben, was Regen alles anrichten kann. Aber es kommt noch besser, die wirkliche Flussquerung steht uns ja noch bevor und hier wird es scheint’s richtig lustig. Die Trasse ist komplett abgebrochen, Monster müsste einen halben Meter tief in die Fluten springen und dann wissen wir immer noch nicht was uns erwartet. Der Fahrer eines Suzuki Jeeps steht auf der anderen Seite am Ufer und schaut auch etwas betreten drein. Wir rufen uns gegenseitig zu, jeweils der andere möge fahren, aber überwinden kann sich so recht keiner. Was hilft es also, wir können ja schlecht auf dieser Seite stehen bleiben bis der Wasserspiegel sinkt, also suchen wir einen Weg mit der geringsten Kante, tauchen Monsters Nase ins Wasser und warten voller Erwartung was geschieht. Gottlob geschieht nichts, Monster rollt ganz gemütlich mit allen 4 Rädern ins Wasser und schleppt sich auf der anderen Seite wieder heraus als sei nichts geschehen. Puh, das ist ja noch mal gut gegangen.

 

Wieder auf Asphalt, sieht es für einen anderen Verkehrsteilnehmer nicht so gut aus. Beim Versuch einen Graben zu überqueren hat er eine der beiden Rampen verpasst und ist mit einem Rad in den Graben gerutscht. Wo der Pickup aus eigener Kraft nicht mehr herauskommt, tut sich für unser Schätzchen kein Problem auf und ratzfatz steht auch der Kollege wieder mit allen 4 Beinen auf der Straße. Das war also unsere gute Tat für heute und weiter geht es bis Banos de Agua Santa, am Fuße des 5016 m hohen aktiven Vulkans Tungurahua, der sich aber zu unserem Leidwesen ebenfalls in Wolken hüllt.

 

Es ist jammerschade, da fahren wir hier auf der Straße der Vulkane, umgeben von 5000ern und sehen keinen einzigen. Etwas gefrustet, hat der Ort dann wenig Chancen bei uns. Was wie so oft mit neugierigen, Idyll suchenden Rucksacktouristen begann, lieben heute Reisende aller Art und so besteht das Örtchen heute überwiegend aus europäisch orientierten Gaststätten und Touristennepp. Immerhin profitieren wir auch davon, da wir es uns kostenlos auf dem Parkplatz der Hosteria Monte Selva gemütlich machen dürfen.

 

Nach wie vor grübeln wir über unseren weiteren Weg nach, sollen wir einen Abstecher zur Küste machen oder doch lieber auf direktem Weg nach Cuenca weiter südlich. Die Hoffnung auf besseres Wetter, sprich keinen Regen, macht die Küste relativ reizvoll, aber andererseits läuft uns die Zeit ein wenig davon, wollen wir nicht auch in Chile und Patagonien ständig hinter der besten Reisezeit zurückhängen. Die Tatsache, dass wir voraussichtlich für die spätere Verschiffung nach Mittelamerika nochmals nach Ecuador zurückkehren werden, macht die Entscheidung nur geringfügig leichter und schweren Herzens nehmen wir die schnellere Variante gen Süden.

 

Alausi bietet für uns vor allem zwei Dinge: zu allen Seiten eine steile Bergwelt und einen der touristisch wichtigsten Bahnhöfe Ecuadors, da der Ort genau oberhalb des beeindruckendsten Streckenabschnittes der transandinischen Eisenbahn, der Zickzack-Bergpassage an der Teufelsnase, liegt. Wir nehmen die erste Abfahrt von der PanAm hinunter und landen mal wieder in einer kleinen Gasse wo nichts mehr geht, geschweige denn ein Bahnhof ist.

 

Freundliche Anwohner erklären uns den richtigen Weg und lotsen uns wieder aus der engen Gasse heraus. Wir fahren um die beschriebenen drei Ecken und stehen schon wieder etwas belämmert da, denn vor uns sind zwar die Bahngleise, aber weder eine Straße noch ein Bahnhof. Also fragen wir erneut nach und erhalten die erstaunliche Antwort, dass wir sehr wohl auf dem richtigen Weg sind. Wir sollen einfach den Gleisen folgen und dann kämen wir schon zum Bahnhof. Ist ja ganz toll, logisch dass wir irgendwann zum Bahnhof kommen wenn wir den Gleisen folgen, aber gibt es dazu vielleicht auch eine Straße??? Wir lamentieren erfolglos, kapitulieren und fahren letztlich einfach über die Gleise. Warum auch nicht, der Monsterkapitän ist schließlich Lokführer a.D., da wird es schon gelingen. Leicht erheitert ob der obskuren Fahrt, erreichen wir den Bahnhof, an dem sich auch ganz „normale“ Lokomotiven befinden und außer uns sogar noch eine mit deutschem Kennzeichen, ganz offiziell mit TÜV-Stempel und Plakette der Finanzverwaltung versehen. Wie diese hierher kommt, bleibt uns ein Rätsel.

Für die Fahrt nach Ingapirca, eine der besterhaltenen Ruinen aus der Inkazeit in ganz Ecuador, benötigen wir mehr Zeit als gedacht. Zum einen halten uns die zahlreichen Straßenschäden und zum anderen der anhaltende Regen ziemlich auf. Bereits im Dunkeln erreichen wir die kleine Ortschaft und verfahren uns natürlich prompt, anstatt auf dem Parkplatz an den Ruinen landen wir mitten im Ort an der Kirche und nichts geht mehr.

 

Die befragten Einheimischen erzählen mir immer wieder etwas von einem Castello, das ich unwissende mit Burg übersetze und so finden wir nicht zueinander. Erst der bemühte Reiseführer bringt Klarheit ins Ganze und uns zum begehrten Parkplatz, der mehr eine schlammige Durchfahrtsstraße ist. Was soll’s, es ist eh dunkel und so spät, dass wir uns bald darauf zur Ruhe betten. Wir entschlummern selig und süß, leider nur so lange bis uns Gitarrenklänge und andere Töne aus dem Schlaf singen.

 

Es ist unfassbar, wir sind in einem winzigen Kaff, mitten im Nichts, mitten in der Nacht und die örtliche Dorfjugend verlustiert sich vor unserer Haustüre. Isch werde wahnsinnisch!!! Bitte nicht schon wieder eine schlaflose Nacht!! Nach 1 Stunde haben die Sänger ein Einsehen, drehen zum Abschied die Musikanlage ihres Autos nochmals auf volle Lautstärke, aber dann verlassen sie uns und wir sinken ermattet wieder in die Kissen. Abermals währt der Schlaf nicht allzu lange, dieses Mal ziehen die Dorfälteren mit viel Tamtam prozessionsartig an uns vorüber und wir geben es endgültig auf. Eines ist sicher, an Wochenenden geht es in Südamerika hoch her und mit Ruhe ist da nix.

Mit mehr oder weniger dicken Augen schleichen wir in die Tempelburg, von deren Innenleben nicht mehr viel zu erkennen ist, angedeutete Räume könnten sowohl Schlafzimmer als auch Stallungen sein.

 

Auf der Panamericana fahren wir weiter nach Cuenca, mit dem beruhigenden Wissen versehen, dass wir dort bei Humberto im Garten einen Stellplatz finden werden.

 

Alles klappt wie am Schnürchen, anhand der GPS Daten ist die entsprechende Straße und Nummer problemlos gefunden und wir freuen uns, dort ein weiteres Overlander-Fahrzeug zu sehen. Wir fahren auf die etwas matschige Wiese, kurven ein paar Mal hin und her und schwupps, passiert es. Monster fährt mit dem linken Hinterreifen in einen kleinen Graben und zeigt fortan eine gewisse Schwäche, denn aus eigener Kraft kommt er dort nicht mehr heraus.

 

Wie schön, dass wir einen neuen Nachbarn haben. Nachdem wir Doug, einen Amerikaner, aus dem wohlverdienten Mittagsschlaf gerissen und uns vorgestellt haben, dauert es gar nicht mehr lange bis wir die beiden Fahrzeuge aneinander gekettet haben, Doug losfährt und tja, auch feststeckt…!

 

Gottlob ist das Auto, ein Mitsubishi Fuso mit Aufsetzkabine, perfekt ausgerüstet und hat nicht nur vorne, sondern auch gleich noch hinten eine elektrische Winde. Damit klappt es perfekt, zuerst wird Monster aus dem Schlamassel und anschließend das Ami-Auto wieder an Ort und Stelle gezogen. Glück braucht der Mensch, gell?

 

Wir quartieren uns für eine ganze Woche in Cuenca ein, denn es ist an der Zeit, ein wenig die Schulbank zu drücken. Morgens um 8.30 Uhr liefern mich Jupp und Maschine an der Sprachschule ab, und um 12.30 Uhr werde ich dort mit rauchendem Kopf wieder eingesammelt. Die grauen Zellen sind dann derart in Wallung geraten, dass ich zuerst mal eine Pause brauche bevor ich mich den Hausaufgaben widmen kann und abends nur noch ermattend daniederliege. Wie alt war ich noch mal???

 

Auch diese Woche geht vorüber, meinem Spanisch hat sie gut getan, und Montag Früh brechen wir auf in Richtung Vilcabamba, unserem wahrscheinlich letzten längeren Aufenthaltsort in Ecuador.

 

Die Fahrt dorthin ist mal wieder eine der schlechten Art, die Straße ist mehr oder minder eine einzige Baustelle, mit mehr oder minder langen Wartezeiten an den neuralgischen Punkten. Wie sich später herausstellt, haben wir bei einer besonders langen Passage mordsmäßiges Glück, dass wir nur 15 Minuten warten müssen. Andere Traveller haben dort den halben Tag verbracht!! Jedenfalls erreichen wir nach harten 12 Stunden Fahrzeit das Tal der Langlebigen und das Hostal Izhcayluma unter deutscher Leitung und perfekter Aussicht.

Gleich bei der Ankunft hören wir dann auch deutsche Töne, werden perfekt eingewiesen, mit Handtüchern versorgt und können für 4,00 US$ p. P. alle Einrichtungen des Hauses gleich mitbenutzen. Wenn das mal kein Service ist. Wir fühlen uns sauwohl, schon erstreckt als es beim Frühstück, das ebenfalls im Preis inbegriffen ist, auch noch „richtiges“ Brot gibt. Schade, dass nicht mehr in meinen Bauch passt oder ich sozusagen auf Vorrat essen kann!!!

 

Donnerstagmorgen hält es uns nicht mehr, Peru ruft und dazu haben wir bis Macara noch einen langen Fahrtag vor uns. Zunächst gilt es unseren Tank bis oben hin zu befüllen, da 1. der Diesel in Peru deutlich teurer ist und 2. im Grenzgebiet rationiert ist. Erst gegen Abend erreichen wir die wenig einladende Stadt und fragen bei der Polizei nach ob die Herren wohl ein sicheres Plätzchen für die Nacht kennen. Sie kennen eins, nämlich direkt vor ihrer Haustüre, jedenfalls solange bis der oberste Boss auftaucht und dieser uns gleich in den Innenhof der Polizeistation holt. Es folgt die übliche Besichtigungstour, doch anschließend kehrt allgemeine Ruhe ein und wir richten unsere Papiere für die morgige Grenzüberquerung.