Nevada/Arizona: April/Mai 2015

5 Wochen Deutschland, 5 Wochen Heimat...wie schnell sind sie verflogen und wie immer reisen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab. Dieses Mal vielleicht ein wenig trauriger als so manches Mal zuvor, denn es gab ganz viele glückliche, positive Momente im Familien- und Freundeskreis, aber auch die anderen, eben die, die nachdenklich stimmen. Jedenfalls fliegen wir mit der Erkenntnis im Gepäck zurück, dass so manche Freundschaft unsere 10-jährige Reise nicht so gut verkraftet hat und die Uhren der Daheimgebliebenen manchmal anders ticken als unsere.

Für unser Monsterchen anscheinend auch, denn obwohl er, äußerlich unversehrt, immer noch an Ort und Stelle auf uns wartet, war er über unsere Abwesenheit augenscheinlich ziemlich sauer und hat den Kühlschrank abgetaut. Zwar waren die Solarplatten zeitweise in der Sonne, aber vermutlich nicht genügend und somit riecht es im Innern deutlich nach Fischbude. Puh, nach 12 Stunden Flug und mehr als 24 Stunden auf den Beinen hätten wir uns etwas gemütlicheres gewünscht...

Am nächsten Morgen schaut die Welt bereits wieder rosiger aus, Monster und wir benötigen lediglich einen weiteren Tag bevor wir wieder reisefertig ausgerüstet sind und die Spielhölle Las Vegas hatten wir bereits vor 5 Wochen, also let's go to explore the rest.

Und ich sag's euch, „the rest“ ist einfach so umwerfend, dass mir tatsächlich die Wort fehlen. Frei nach dem Motto: ein Bild sagt mehr als tausend Worte, für Nevada und Arizona hier mal eine kleine Auswahl mit Untertiteln.





Feuerrote Gesteinsformationen gaben dem Valley of Fire seinen Namen. Gelb, orange, rosarot, alle Farbtöne sind vertreten.

Ein wenig Kultur darf natürlich auch nicht fehlen. Der 1936 fertiggestellte und 223 m hohe Hoover Dam ist ein recht beeindruckendes Bauwerk, wenngleich der dramatische niedrige Wasserstand des Lake Meads doch ziemlich erschreckend ist.



Für die Route 66, oder besser gesagt, das was davon übriggebliebenen ist, nehmen wir einen kleinen Umweg gerne in Kauf. Jedoch machen die Orte unterwegs eher einen gammeligen Eindruck, der aber einen gewissen Reiz auf uns ausübt. 

"Das" touristische Highlight, der Grand Canyon National Park, erschlägt uns mit einem Besucherzustrom ohne Gleichen. 

Und ganz zum Schluss doch noch eine kleine Anekdote. Wir laufen einen Wal-Mart in Page an und platzieren Monster mitten auf dem großen Parkplatz als sich vorsichtig ein Typ mit, für uns indianischen Gesichtszügen nähert. Das übliche Gefloskel, woher, wohin, bla, bla... Der Indianer, der offensichtlich dem „Feuerwasser“ etwas zugesprochen hat, ist überaus freundlich und erzählt, er sei Apache und leider sei er nun hier im Navajo-land gestrandet und bräuchte dringend etwas Geld um endlich nach Hause zu kommen. Hach, wir grinsen bereits innerlich als er behauptet, er sei Apache, denn seit „Karl May“ weiß doch eigentlich jedes Bleichgesicht, die Typen mit den breiten Nasenrücken, das sind die Navajos, gell? Jupp scheint die Storys jedenfalls gelesen zu haben. Total enthusiastisch springt er aus Monster, reicht dem Indianer die Hand und sagt:“ Wow, toll dass ich endlich mal einen Apachen treffe, ich wollte doch immer schon wissen was „Hunumpa“ eigentlich heißt.“ Sowohl der Indianer als auch ich starren Jupp an, der vermeintliche Apache jedoch mit offenem Mund, dreht sich um und geht.