Kanada/USA: Oktober/November 2016

Ein Start mit Hindernissen, anders kann ich unsere Rückkehr zu Monster gerade nicht nennen. 9 Tage bevor unser Flieger nach Whitehorse gehen soll, legt sich mein Göttergatte mit Fieber und Husten ins Bett, immer mit dem Gedanken: morgen geht es wieder besser. Aber nix is mit besser, es wird Freitag, es wird Sonntag...Juppi hustet und schwächelt...am Montag spreche ich ein Machtwort. Zusammen fahren wir zum Krankenhaus um seine Lungen röntgen zu lassen und alleine fahre ich wieder nach Hause. Jupp muss bleiben...Lungenentzündung. Am Abend weiß bereits das ganze Krankenhaus, dass wir am Donnerstag nach Kanada fliegen wollen und Jupp bis dahin wieder fit sein muss. Ich glaube nicht so richtig daran und weiß auch nicht, was Juppi so alles verabreicht wird, aber Fakt ist, er wird am Mittwoch offiziell entlassen. Folglich starten wir am Donnerstagmorgen guter Dinge gen Düsseldorf Airport. Kaum haben wir einen Blick auf die Anzeigentafel am Flughafen geworfen, fährt uns der Schreck in alle Glieder. Unser Zubringerflug nach Frankfurt ist annulliert! Schock... auf zum Lufthansa-Serviceschalter. Die Damen dort sind echt auf Zack...wir könnten doch evt. den früheren Flug, der eh Verspätung hat, erwischen...es wird telefoniert und telefoniert, es klappt. Im Schweinsgalopp durch alle Sicherheitskontrollen, ab ins Gate und in den Flieger. Uff, Monster, wir scheinen doch zu kommen.

Nach einer Nacht in Vancouver, klappt am nächsten Tag alles wie am Schnürchen. Denise, eine Schweizerin, die bei der Wohnmobilstation von Fraserway arbeitet, holt uns wie versprochen am Flughafen ab und bringt uns zu unserem Schätzchen. Ich weiß nicht, ob es die Wiedersehensfreude ist, aber Monster springt trotz Eiseskälte an wie...eben Monster. Wir sind happy, wenn jetzt der Rest auch noch läuft, haben wir alles im „Döschen“. Wir fahren zur Station von Fraserway. An dieser Stelle muss ich noch ein ganz großes Dankeschön an diese Firma und Denise anbringen, denn sie waren Ende Juli nicht nur ein Retter in der Not, sondern haben die ganze Zeit auf Monster aufgepasst und uns mit ihrem ganzen Knowhow und viel Herz zur Seite gestanden. Vielen lieben Dank!

 

Nun müssen wir schauen, ob auch der Rest von Monsters Innenleben ebenso gut in Form ist, denn schließlich hat es schon gehörig gefroren und Jupp ist sich nicht sicher, ob er alle Systeme gut entwässert hat. Ja, was soll ich sagen? In seinem ganzen Stress hat er dennoch gute Arbeit abgeliefert, alle Systeme laufen perfekt, alle Leitungen dicht, es kann losgehen. Zuvor legen wir jedoch noch eine Nacht auf dem allseits bekannten Wal-Mart Parkplatz ein und erwachen am nächsten Morgen bei Temperaturen im Minusbereich im Schnee. 

Jow, jetzt wissen wir, warum wir dringend zurückkehren mussten. Wir fahren los und wollen noch kurz bei einem Bäcker vorbei, der tolles Steinofenbrot backt. Ruckzuck um die Ecke und...Monster streikt. Gerade noch rollen wir auf einen kleinen Parkplatz und nichts geht mehr. Was ist das denn nun? Es hörte und fühlte sich an, als ob kein Diesel mehr ankam??? Etwas ratlos schalten wir auf den anderen Tank und entlüften das System und...Monster springt an. Warum? Nichts Genaues wissen wir bis heute nicht.

Also auf zum Bäcker, danach tanken und Gasflasche füllen und dann nix wie los.

Es wird nicht besser, es schneit, die Temperaturen steigen tagsüber selten über Null und Juppis Gesundheit macht mir zunehmend Sorgen. Zwar hustet er inzwischen deutlich weniger, aber im Gegenzug scheint er das Antibiotikum nicht mehr zu vertragen. Am ersten und zweiten Reisetag schaffen wir jeweils noch 500, am 3. nur noch 300 und am 4. nur noch 160 Kilometer. Wir stranden auf einem Wal-Mart Parkplatz in Grande Prairie, Jupp muss dringend ins Bett. 3 Tage lang geht nichts mehr, Fieber, Durchfall, Magenschmerzen, zwischendurch Orientierungslosigkeit, große Angst macht sich breit. Immerhin schaffen wir es am 3. Tag auf einen, trotz heftigem Schneefall, noch geöffneten Campingplatz umzuziehen.

 

 

Ich kann nicht viel mehr machen als Wärmflaschen und Tee zu kochen und nach einer Woche erscheint endlich ein Lichtstreifen am Horizont. Juppi kommt ganz langsam zu Kräften, doch als wir dann endlich in Richtung wärmere Gefilde starten wollen, tritt Monster in den Streik. Mal wieder der Auspuff! Dieses Mal ist er direkt am Turbo undicht und die Abgase ziehen ins Führerhaus. Wir machen uns auf eine weitere Odyssee gefasst, kennen wir ja schließlich noch vom letzten Mal, aber oh Wunder...in der 1. Werkstatt bekommen wir einen Termin für den nächsten Morgen und in der 2. wird tatsächlich direkt mit der Arbeit angefangen. Nach 2 Stunden ist alles wieder gefixt und wir können endlich wieder auf die Straße. Der Alaska Highway ist um diese Jahreszeit noch ruhiger als sowieso schon und wir bekommen das Gefühl fast alleine unterwegs zu sein. Aber eben nur fast, denn die Tierwelt ist noch aktiv.

 

 

 

Nach 6 harten Fahrtagen durch Eis und Schnee erreichen wir Las Vegas und rühren uns dort für 1 Woche nicht mehr von der Stelle. Dann steht der Kauf eines neuen Bootes an, Fischer Jupp möchte sich für die Baja California vergrößern. Über die Craigslist ist schnell ein Angebot gefunden und da dieses praktischerweise in Las Vegas ist, düsen wir sogleich mal dort vorbei. Augenscheinlich macht das Boot einen guten Eindruck, an dem Trailer werden wir jedoch noch die ein oder andere Verbesserung vornehmen müssen. Als Zugabe gibt es noch ein paar Räder dazu, die man hinten am Boot befestigen kann und zur besseren Handhabe am Strand dienen. Rasch werden die Herrn sich über den Kaufpreis einig und schon ist Monster wieder mit Anhänger unterwegs.

 

2 Tage werkeln wir noch bevor wir Richtung Mexiko starten. Über die Mojave Dessert und den Joshua Tree Nationalpark, alles sehr schöne Wassersportgebiete :-), reisen wir ein weiteres Mal über Tecate auf die Baja California ein.