New Orleans: Dezember 2014

Bekanntlich ist Florida ein beliebtes Ziel um den Winter zu verbringen und so kommt es nicht von ungefähr, dass auch wir mit diesem Gedanken liebäugeln. Die Strecke jedoch, die wir hier bisher zurückgelegt haben, bringt uns sehr schnell von diesem Plan ab. Die meisten Campgrounds sind absolut durchorganisiert und die Stellplätze haben in etwa die Größe einer Sardinendose. Oftmals sind die Strände in Privatbesitz, die Häuser liegen in parkartigen Landschaften und die Einkaufszentren sind nur mit dem Auto erreichbar. Es ist daher nicht verwunderlich, dass selbst hochbetagte Menschen noch in ihren Vehikeln unterwegs sind. Wie sollten sie auch anders zu diesen riesigen Einkaufstempeln gelangen, denn eine Busverbindung haben wir bisher noch nicht wirklich gesehen. Ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig ist für uns, dass es einfach überall gleich ausschaut. An den Zufahrtsstraßen zu einer Stadt liegen die Läden der großen Ketten, im ganzen Land die gleichen, danach folgen die Wohnquartiere, danach folgen wieder die Läden usw. und so fort. Wir wissen manchmal nicht, wo der eine Ort aufhört und der andere anfängt und würde man uns heimlich 100 Kilometer weiterbeamen, wir würden es vermutlich noch nicht einmal bemerken. Das nächste Problem sind die Mücken, ja richtig, die Mücken. Wer hat schon jemals von einer Mückenplage in Florida gehört? Oder etwa von den „Black Flies“ (in Afrika „mut mut“) oder den „No seems“ wie sie hier genannt werden? Kanada, ja klar, aber Florida? Kinder, ich sag's euch, Mücken so groß wie kleine Hubschrauber und Millionen dieser bösartigen, beißenden, kleinen Fliegen. Ob es allerdings in Deutschland dazu führen würde, dass die Menschen ihre Gärten in eine Art Voliere verwandeln, wage ich zu bezweifeln. Hier jedoch scheint es völlig normal, dass eine Form von Wintergarten über den gesamten Garten gebaut wird, der dann mit Mückengaze bespannt wird.

Nachdem wir in Orlando keinen Walmart Parkplatz finden auf dem wir übernachten dürften, landen wir in einem kleinen Park an einer Schule. Da es inzwischen dunkel geworden ist, interessiert sich hier kein Mensch für uns. In völliger Stille betten wir uns zur Ruhe und entschlummern sanft, jedenfalls solange bis wir durch ein merkwürdiges Kratzen an Monsters Seitenwand erschreckt werden. Wir sitzen im Bett und horchen: Was ist das? In regelmäßigen Abständen: da wieder dieses Kratzen! Es dauert fast 5 Minuten bis es uns dämmert, dieses merkwürdige Kratzen ist eine Berieselungsanlage, deren Strahl über Monster streicht. Uff, und dafür die ganze Aufregung!

Am nächsten Morgen schlägt das Wetter mal wieder Kapriolen, es regnet und ist kalt. Echt diese Amis, zum Mond fliegen sie angeblich, aber das Wetter haben sie nicht im Griff. Wir fahren nochmals quer durch Orlando, bestaunen unterwegs den ganzen Kommerz und die Menschenmassen, die sich hier bewegen und müssen diesem ganzen Rummel mal für einige Zeit entfliehen. Wir ziehen uns ins Landesinnere an den Lake Okeechobee zurück. Hier gibt es etliche kleine Campgrounds, die zwar über keinerlei Infrastruktur verfügen, aber dafür auch nichts kosten. Endlich Ruhe und zahlreiche Wanderwege gibt es auch noch, herrlich.

Wen wundert es da, dass wir von dort direkt in die Everglades fahren und um die Orte Miami und Konsorten einen großen Bogen schlagen. Am südlichsten Zipfel gibt es den winzigen Ort Flamingo in einem Naturreservat, von hier geht es nur noch per Boot weiter. Also vermeintlich ideal für uns, doch irgendwie ist hier touristisch die Hölle los. Wir haben die Wahl zwischen diversen Sorten der Bootsfahrten und Vergnügungen, sei es: Air Boat, Motorboot, Kanu, Kajak, Ausflugsboot oder Fahrrad fahren, Wandern, Alligatorfarm, Restaurant, Casino, Hotel, und Zeltplatz. Aber neben dem ganzen Rummel gibt es auch interessantere Angebote und wir nehmen an einer Tour mit einem Ranger teil. Dieser erläutert uns sehr anschaulich, wie sehr sich die Everglades im Laufe der letzten 30 Jahre verändert haben. Die Sümpfe wurden immer weiter trockengelegt und die Wohngebiete im Gegenzug weiter ausgebaut, dass für die Tiere hier fast kein Platz mehr vorhanden ist, versteht eigentlich jeder. Die einzige Ausnahme sind die Mücken, bei Einbruch der Dämmerung können wir uns nur noch in Monster verschanzen, denn draußen herrscht Krieg.

Den ein oder anderen Alligator (oder war es vielleicht doch ein Krokodil?) bekommen wir trotzdem zu Gesicht, denn zumindest die Population der Echsen hat sich in den letzten Jahren erholt.


Bekanntlich ist Florida ein beliebtes Ziel um den Winter zu verbringen und so kommt es nicht von ungefähr, dass auch wir mit diesem Gedanken liebäugeln. Die Strecke jedoch, die wir hier bisher zurückgelegt haben, bringt uns sehr schnell von diesem Plan ab. Die meisten Campgrounds sind absolut durchorganisiert und die Stellplätze haben in etwa die Größe einer Sardinendose. Oftmals sind die Strände in Privatbesitz, die Häuser liegen in parkartigen Landschaften und die Einkaufszentren sind nur mit dem Auto erreichbar. Es ist daher nicht verwunderlich, dass selbst hochbetagte Menschen noch in ihren Vehikeln unterwegs sind. Wie sollten sie auch anders zu diesen riesigen Einkaufstempeln gelangen, denn eine Busverbindung haben wir bisher noch nicht wirklich gesehen. Ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig ist für uns, dass es einfach überall gleich ausschaut. An den Zufahrtsstraßen zu einer Stadt liegen die Läden der großen Ketten, im ganzen Land die gleichen, danach folgen die Wohnquartiere, danach folgen wieder die Läden usw. und so fort. Wir wissen manchmal nicht, wo der eine Ort aufhört und der andere anfängt und würde man uns heimlich 100 Kilometer weiterbeamen, wir würden es vermutlich noch nicht einmal bemerken. Das nächste Problem sind die Mücken, ja richtig, die Mücken. Wer hat schon jemals von einer Mückenplage in Florida gehört? Oder etwa von den „Black Flies“ (in Afrika „mut mut“) oder den „No seems“ wie sie hier genannt werden? Kanada, ja klar, aber Florida? Kinder, ich sag's euch, Mücken so groß wie kleine Hubschrauber und Millionen dieser bösartigen, beißenden, kleinen Fliegen. Ob es allerdings in Deutschland dazu führen würde, dass die Menschen ihre Gärten in eine Art Voliere verwandeln, wage ich zu bezweifeln. Hier jedoch scheint es völlig normal, dass eine Form von Wintergarten über den gesamten Garten gebaut wird, der dann mit Mückengaze bespannt wird.

Nachdem wir in Orlando keinen Walmart Parkplatz finden auf dem wir übernachten dürften, landen wir in einem kleinen Park an einer Schule. Da es inzwischen dunkel geworden ist, interessiert sich hier kein Mensch für uns. In völliger Stille betten wir uns zur Ruhe und entschlummern sanft, jedenfalls solange bis wir durch ein merkwürdiges Kratzen an Monsters Seitenwand erschreckt werden. Wir sitzen im Bett und horchen: Was ist das? In regelmäßigen Abständen: da wieder dieses Kratzen! Es dauert fast 5 Minuten bis es uns dämmert, dieses merkwürdige Kratzen ist eine Berieselungsanlage, deren Strahl über Monster streicht. Uff, und dafür die ganze Aufregung!

Am nächsten Morgen schlägt das Wetter mal wieder Kapriolen, es regnet und ist kalt. Echt diese Amis, zum Mond fliegen sie angeblich, aber das Wetter haben sie nicht im Griff. Wir fahren nochmals quer durch Orlando, bestaunen unterwegs den ganzen Kommerz und die Menschenmassen, die sich hier bewegen und müssen diesem ganzen Rummel mal für einige Zeit entfliehen. Wir ziehen uns ins Landesinnere an den Lake Okeechobee zurück. Hier gibt es etliche kleine Campgrounds, die zwar über keinerlei Infrastruktur verfügen, aber dafür auch nichts kosten. Endlich Ruhe und zahlreiche Wanderwege gibt es auch noch, herrlich.

Wen wundert es da, dass wir von dort direkt in die Everglades fahren und um die Orte Miami und Konsorten einen großen Bogen schlagen. Am südlichsten Zipfel gibt es den winzigen Ort Flamingo in einem Naturreservat, von hier geht es nur noch per Boot weiter. Also vermeintlich ideal für uns, doch irgendwie ist hier touristisch die Hölle los. Wir haben die Wahl zwischen diversen Sorten der Bootsfahrten und Vergnügungen, sei es: Air Boat, Motorboot, Kanu, Kajak, Ausflugsboot oder Fahrrad fahren, Wandern, Alligatorfarm, Restaurant, Casino, Hotel, und Zeltplatz. Aber neben dem ganzen Rummel gibt es auch interessantere Angebote und wir nehmen an einer Tour mit einem Ranger teil. Dieser erläutert uns sehr anschaulich, wie sehr sich die Everglades im Laufe der letzten 30 Jahre verändert haben. Die Sümpfe wurden immer weiter trockengelegt und die Wohngebiete im Gegenzug weiter ausgebaut, dass für die Tiere hier fast kein Platz mehr vorhanden ist, versteht eigentlich jeder. Die einzige Ausnahme sind die Mücken, bei Einbruch der Dämmerung können wir uns nur noch in Monster verschanzen, denn draußen herrscht Krieg.

Den ein oder anderen Alligator (oder war es vielleicht doch ein Krokodil?) bekommen wir trotzdem zu Gesicht, denn zumindest die Population der Echsen hat sich in den letzten Jahren erholt.


Weiter geht’s, immer die Küste entlang, ein Ort reiht sich an den anderen und dann sehen wir es. Das vertraute, orange-blaue Schild mit der deutschen Aufschrift: Aldi! Zack, die Bremse rein und ab in den Laden. Es weihnachtet sehr, Spekulatius, Lebkuchenherzen, Christstollen, wir können uns nicht sattsehen und könnten Tage durch die Gänge laufen. Mit prall gefülltem Körbchen kehren wir zu Monster zurück und werden bereits erwartet. Nicht dass Monster jetzt auch schon Spekulatius futtert und sich darauf freut, nein, vor unserer Türe stehen Britta und ihr Mann Steve. Eine Weile wird gequatscht und schon laden uns die beiden zu sich ein. Wer uns kennt, weiß, dass wir so etwas nicht gerne machen und so reden wir noch eine Weile und verabschieden uns dann. Es ist mal wieder Wochenende, die Campingplätze ausgebucht, somit fahren wir ein wenig von der Küste weg und landen in einem Jägercamp. An einem Stausee haben sich dutzende dieser munteren Gesellen in ihrem Lebend-baum-Kostümversammelt und düsen auf ihren selbst gebauten Hochsitzfahrzeugen durch den Wald. Selbstverständlich mit geladenen Knarren!

Also, das ist nun auch nicht unbedingt unsere Welt, wir verlassen diese liebliche Stätte bereits früh am nächsten Morgen. Beim Einkaufen erhalten wir von Britta sowohl eine SMS also auch eine Email, abermals mit der Bitte sie doch unbedingt zu besuchen. Puh, die ist aber hartnäckig und so brechen wir unsere Prinzipien und fahren zu den beiden zurück. Ja, was soll ich sagen, wir verbringen eine wirklich sehr kurzweilige Zeit, werden von vorne bis hinten bekocht und betüddelt und der Abschied fällt uns tatsächlich schwer. An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank an die beiden.

Fortan geht es nur noch in nord-westlicher Richtung und zu Juppis Geburtstag legen wir einen passenden Stopp auf der St. Josephs Insel ein. Dort lernen wir Ludmilla und Klaus kennen, die seit einigen Jahren in San Diego leben und nun mit ihrem Wohnmobil unterwegs sind. Mit den beiden wird zünftig Geburtstag gefeiert und dann treibt es uns auch schon weiter, denn die Temperaturen entsprechen immer noch nicht unseren Wünschen.

Schon bald erreichen wir New Orleans, wo wir in Algiers, einem Viertel von New Orleans, unseren Stellplatz für die nächsten Tage beziehen. Direkt am Fähranleger über den Mississippi ist dieser Ausgangspunkt einfach ideal, denn alle 30 Minuten können wir auf die andere Seite direkt zur Canal Street schippern und von dort bequem zu Fuss weitermachen.

New Orleans! Wirklich ein Thema für sich, denn alles was sonst im prüden Amerika nicht erlaubt ist, ist hier völlig normal, zumindest auf der Bourbon Street. „Laissez les bon temps rouler“ - „Let the good times roll“, feiern, dass es nur so kracht.Nach diesem Motto ist es nicht verwunderlich, dass wir Menschen sehen, die offen auf der Straße Alkohol trinken oder u.a. auch Tänzerinnen, die halbnackt auf Kundenfang sind.

Aber so wirklich sehenswert im French Quarter sind die Musikanten, Künstler und andere schräge Vögel.

Schmiedeeiserne Balkongitter an denen tropische Pflanzen ranken und gemütliche Innenhöfe bieten eine ideale Kulisse für diese einzigartige Atmosphäre und es herrscht eine besondere Stimmung in dieser arg gebeutelten Stadt. Wir alle können uns sicherlich noch an das Jahr 2005 erinnern, in dem „Katrina“ zu schlug und fast 80% der Stadt unter 3 m Meerwasser versank. 1500 Menschen ertranken in den Fluten und auch wenn sich das French Quarter weitgehend erholt, sieht man in den Außenbezirken immer noch die Auswirkungen dieser größten Flutkatastrophe der USA.