Vorbereitung u. 1. Schritte in Kanada: 08. 2014

EEEnnndlich...wir haben uns für einen Verschiffungstermin entschieden, auch wenn es bedeutet, dass wir unser geliebtes Agde in Frankreich einige Tage früher verlassen müssen als geplant. Der 15.08. soll es nun werden, aber jetzt erst einmal von Anfang an.

Nach unserer Rückkehr aus Afrika, haben wir lange über unser nächstes Ziel nachgedacht, reizvolle Etappen waren sowohl Russland und die Mongolei, als auch der Oman und eine Weiterfahrt nochmals in den Süden von Afrika. Wie es immer so ist, Infos werden eingeholt, Stunden über Stunden gelesen, Planungen überworfen und was soll ich sagen? Heraus kommt Kanada und die USA!

So weit, so gut. Ein recht einfaches Ziel und doch sind zahlreiche Emails durch die Lüfte geschwirrt um einen vernünftigen Preis für Monsters Seereise nach Halifax zu finden und siehe da, außer den allseits bekannten beiden Anbietern, scheint es noch einen weiteren zu geben. Wir bekommen Kontakt zu Frau Witt von der Fa. Interglobal-Shipping in Bremen und staunen nicht schlecht über das Angebot. Es ist sage und schreibe 1.300 Euronen günstiger als Seabridge und Mafratours. Da überlegen wir doch nicht lange, gell?

Die Tage bis zur Abgabe von Monster werden, wie eigentlich immer, etwas turbulent, denn wir drei kehren auf die letzte Minute, eigentlich auch wie immer, nach Hause zurück.Unser Schätzchen will noch einmal aus- und anschließend wieder eingeräumt werden, Juppi hat noch die ein oder andere Wartungsarbeit zu erledigen, aber im Endeffekt sind wir bereits am 12.08. unterwegs nach Emden. Die Abgabe ist eine Lachnummer. „Ja, wo steht er denn?“ „Ach der große Grüne!“ „Wo soll er denn hingehen?“ „Nach Halifax? Dann parkt doch bitte vor der Waschhalle, in Halifax sind die etwas pingelig, wir waschen dann noch.“ Punkt, das war's und Tschüss.

Wir juckeln nach Hause und verfolgen die nächsten Tage über www.marinetraffic.com gespannt, wo die „Wisteria Ace“ gerade herumschippert. Alles sieht echt phantastisch aus, wenn es so bleibt kommt Monsterchen am 27.08 in Halifax an.

Nachdem wir die Adresse einer Agentur in Montréal von Frau Witt erhalten, setzen wir uns mit dieser Firma per Email in Verbindung und die ganze Abwicklung läuft hervorragend. Per Blitzüberweisung schicken wir die fälligen Hafengebühren und bereits am Nachmittag erhalten wir die Freigabe und die Infos zur Abholung von Monster.

Am 28.08. ist es endlich abermals soweit, unser Flieger nach Halifax steht zum Abflug bereit bzw. sollte eigentlich bereit stehen, doch die Winde über dem Atlantik lassen ihn zu spät eintreffen. Es heißt also warten, warten und kaum 1.5 Stunden später können wir endlich einsteigen. Etwas befremdlich ist die Frage beim Boarding ob wir zu zweit reisen und daraufhin gebeten werden zur Seite zu treten. Ein kurzer Blick und freundliches Kopfnicken vom Chef und schon haben wir den Preis gewonnen, wir dürfen in die Premium Klasse anstatt in die Economy Klasse einsteigen. Wie wir kurze Zeit später erfahren, bedeutet das einen deutlich besseren Sitzkomfort, größere Beinfreiheit, Menüwahl und kostenlosen Alkoholausschank, was solche Trunkenbolde wie uns natürlich erfreut. Die 7,5 Stunden Flugzeit vergehen tatsächlich wie im Fluge und schon setzen wir zum Landeanflug auf Halifax an.

Ein bisschen aufgeregt finden wir uns bei der Einreisebehörde ein, haben wir doch zuvor wilde Geschichten über gelbe Linien, die man nicht übertreten darf und intensive Befragung durch die Beamten gehört, aber hier scheint alles ganz locker anzugehen. „Unsere“ Beamtin stellt genau 3 Fragen: „Was wollen Sie 90 Tage lang hier?“ „Wollen Sie hier arbeiten?“ und „Sind Sie Rentner?“ und schon bekommen wie den Einreisestempel und dürfen 180 Tage im Land bleiben. Das war ja absolut easy, von uns aus kann es so weitergehen. Ja, was sollen wir sagen, es geht so weiter oder zumindest fast. Wir hatten geplant mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren, denn das Busterminal liegt mehr oder weniger vor dem gebuchten Hotel, aber leider lassen die Koffer so lange auf sich warten, dass uns der Bus vor der Nase weg fährt. Jetzt noch eine Stunde warten? Im Regen? Nö, da schnappen wir uns doch ein Taxi und gehen lieber in der Argyle Street noch ein Bier trinken. Gesagt, getan und obwohl es für uns inzwischen nachts 3 Uhr ist, fühlt sich Kanada auf Anhieb gut an.

 

Morgens um 6.30 Uhr jagt uns der Jet-lag aus den Federn und so kommt es, dass wir pünktlich um 8.00 Uhr beim Zoll vor der Türe stehen. Die Beamten hier scheinen es aber mit dem Dienstbeginn nicht so genau so nehmen, denn ihre Pforten öffnen sich erst um 8.10 Uhr. Aber dann geht es auch gleich richtig los, bamm, bamm, die Papiere werden gestempelt und 2 Fragen gestellt, wovon wir bei der 1. leider etwas schummeln, auf die 2. aber ganz aufrichtig antworten. „ Habt ihr Waffen oder Alkohol an Bord?“ „ Ähhh, neiinn.“ „Ok, habt ihr Bärenspray dabei?“ „Nein!!“ Wir wissen zwar nicht, was Bärenspray so wirklich ist, aber haben tun wir das Zeug auf keinen Fall.So, das war also die Aktion beim Zoll, um 8.15 Uhr stehen wir schon wieder draußen und beschließen erst mal zünftig zu frühstücken. Nicht unbedingt unsere Frühstückszeit, aber da schlägt wohl die Sache mit dem Jet-lag wieder zu. Anschließend geht es zum Ausschecken und Taschen holen zurück zum Hotel und die wenigen Meter bis zum Fähranleger. Wir fahren hinüber nach Woodside, in der Annahme, dass wir dort ein Taxi finden, das uns bis zur Fa. Autoport Ltd. fährt. Leider ist die andere Seite relativ einsam, kein Taxi weit und breit, aber dafür eine sehr hilfsbereite Kanadierin, die sofort ihr Handy zückt und für uns einen Mietwagen bestellt. Kaum 3 Minuten später sind wir an Ort und Stelle und ein weiteres Mal geht alles zack, zack. Die Freigabe der Seuchenkontrolle ist bereits da, per Funk wird einem Fahrer Bescheid gesagt und schon sehen wir unser Schätzchen von Weitem lauern.  

Eine abschließende Kontrolle auf irgendwelche Schäden und schon nach sage und schreibe 2 Stunden steht unserer Abfahrt auf kanadischem Boden nicht mehr im Wege.