von Blenheim nach Milford Sound: Februar 2007

Völlig ausgeruht und ohne dicken Kopf, zieht sich die Abfahrt am Sonntag doch etwas länger hin. Zuerst müssen wir von unseren Erlebnissen am Samstag berichten und bis wir uns von allen Mitcampern verabschiedet haben, das dauert und dauert. Gegen Mittag kann es dann endlich losgehen und dementsprechend kommen wir natürlich nicht mehr besonders weit.

 

Entgegen unserer ursprünglichen Pläne wollen wir zunächst noch die Ostküste bis „Christchurch“ hinunterfahren und uns dann erst den Sandfliegen an der Westküste über „Arthur’s Pass“ nähern. Der einsetzende und anhaltende Regen steht zwar einem Besuch von „Kaikoura“ nicht im Wege, aber leider bleiben sämtliche Boote, die ansonsten zur Walbeobachtung herausfahren, im Hafen.

 

Die hohe Zahl der Meerestiere vor „Kaikoura“ hat ihre Ursache in der Strömung und der Kontinentalverschiebung. Die Kontinentalplatte fällt zunächst gemächlich bis auf 90 m ab, um dann ziemlich steil auf mehr als 800 m Tiefe abzustürzen, wo dann kalte und warme Strömungen aufeinander treffen. Dadurch wird ein Aufwärtsstrom verursacht, der die Nährstoffe vom Meeresboden nach oben befördert und die „Großen Fünf“, sprich Pottwale, Hektor-Delphine, Schwarzdelphine, Pelzrobben und die großen Tümmler, hierher lockt. Aber heute bleiben selbst die Hubschrauber am Boden und so können wir nur traurig aufs Wasser starren, wo sich noch nicht einmal ein klitzekleiner Delphin blicken lässt.

 

Auch der nächste Tag bringt keine wesentliche Änderung, bis Mittag hoffen wir noch auf Besserung, aber dann macht es einfach keinen Sinn mehr noch einen Tag in der Gegend herumzuhängen, zumal auch der Wetterbericht keine großen Hoffnungen weckt und so beschließen wir weiterzufahren. Der SH1 folgt der Küstenlinie, teilweise nur durch einige Felsen vom Wasser getrennt und wir glauben im 1. Moment, wir hätten eine Erscheinung. Schon fast auf der Schnellstraße liegen zahlreiche Pelzrobben faul in der Sonne herum. Also nix wie rechts ran, das Spektakel müssen wir uns anschauen. Nachdem sich die Augen einmal an den Anblick gewöhnt haben, erspähen wir immer mehr dieser niedlichen Tiere. Inmitten der Felsen hat sich so etwas wie ein kleiner Swimmingpool gebildet und in diesem toben die jungen Robben herum. Eine gestandene Robbendame scheint zum Aufpassen abkommandiert und das ganze mutet wie ein Kindergarten an, nur Flöhe hüten scheint schlimmer.

Es ist ein Gehopse und Gewusel, ständig kugelt einer vom Felsen und die anderen stürzen sich hinterher, ich kann mich kaum sattsehen. Das entschädigt doch ein wenig für die entgangenen Wale und Delphine und ich bin wieder versöhnt mit der Natur.

 

Wir fahren bis „Christchurch“, die größte Menschenansammlung auf der Südinsel und oft als englischste Stadt Neuseelands beschrieben. Dass in dieser die Trauerweiden am Ufer der Avon, einem kleinen Flüsschen, französischen Ursprungs sein sollen, ist ein böswilliges Gerücht, das heimatlose Gesellen dennoch immer wieder ausstreuen.

 

Wir verspüren wenig Lust uns auf einem der teuren und zudem noch außerhalb liegenden Campingplätze einzuquartieren und so landen wir auf dem Hinterhof von „Stonehurst“, einer gut geführten Budgetunterkunft, die einen ganzen Block bedeckt und mitten in der Stadt liegt. Monster findet ein Plätzchen in der Ecke und mit den Blumenbeeten direkt vor der Türe, verfügen wir quasi über eine private Terrasse.

Gleich 3 Tage genießen wir die Großstadt, klettern auf den 63 m hohen Turm der Kathedrale am Cathedral Square und lauschen der flammenden Rede des Wizard, dem menschlichen Wahrzeichen der Stadt. Am Samstag besuchen wir einen Markt mit Kunsthandwerk und Liveunterhaltung, shoppen mal wieder nach Herzenslust, was bedeutet, dass Jupp stolzer Eigentümer einer neuen Angel samt Rolle wird und lassen uns abends in indischen und türkischen Restaurants verwöhnen. Eine absolute Ausnahme, da uns die alltägliche Kiwi-Küche oftmals nicht überzeugt. Der englische Einschlag ist zwar nicht so gravierend wie in Australien, aber die mangelnde Würze lässt uns auch hier überwiegend selbst zum Kochlöffel greifen.

 

Ganz anders ist da der Einfallsreichtum der Kiwis beim Bau von Wohnmobilen. Seit dem 1. Tag sind wir immer wieder erstaunt, was wir so alles zu sehen bekommen, der Phantasie scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Die ganze Geschichte hat uns dermaßen überzeugt, dass wir den Teilen eine eigene Bildergalerie gewidmet haben.

 

Am Sonntagmorgen hat das süße Nichtstun ein Ende, wir reißen uns los und machen uns an die Durchquerung der Südinsel. Von „Christchurch“, das nur knapp über dem Meeresspiegel liegt, verläuft die 200 km lange Strecke zunächst durch Neuseelands größte Ebene, die „Canterbury Plains“ bevor sie sich zu den Skigebieten von „Craigieburn“ und dem mit 924 Metern, höchstgelegenen Ort Neuseelands, „Arthur’s Pass“ hoch windet. Die Siedlung verfügt über sage und schreibe 62 Einwohner und ist ansonsten eine gute Basis für Wanderungen, Klettertouren und Skiausflüge. Der Regen vermasselt uns nicht nur den normalerweise wohl großartigen Blick über den Altar einer ökumenischen Kapelle hinweg, sondern hält uns auch von der Wanderung zum „Devils Punchbowl“ Wasserfall ab.

 

Auch in den nächsten Tagen hält sich das schlechte Wetter, es regnet so heftig, dass Monster beim Übernachten auf einer Wiese zu versinken droht und wir am nächsten Morgen schleunigst das Weite suchen. Es treibt uns nach „Greymouth“, einer ehemaligen Goldgräberstadt. Dort wollen wir unser Glück nicht bei der Goldsuche versuchen, sondern eher auf der Suche nach einer Werkstatt, die unseren abermals abgerissenen Auspuff endlich mal vernünftig schweißt.

 

Der „Muffler“, also der Auspuffspezialist, ist schnell gefunden, aber irgendwie scheint dieser heute nicht besonders arbeitswütig zu sein, mit den Worten, wir sollen lieber in die nächste Stadt fahren, dort gäbe es auch noch einen Service, befördert er uns aus seiner Werkstatt. Pah, dann eben nicht.

 

Beim nachfolgenden Einkauf von einigen Kleinteilen in einem Laden für Autozubehör, verweist uns der Verkäufer auf seinen Nachbarn, der Autoreparaturen ausführt. Wir zögern gar nicht lange, bringen unser Anliegen dort vor und schwupps, schon hat Jupp den besten Monteur weit und breit gefunden, nämlich sich selbst!! Der gut und gerne 80jährige Inhaber der Werkstatt hat heute keine Zeit und so stellt er uns kurzerhand sein Schweißgerät zur Verfügung und alle Beteiligten sind mehr als happy. So kann es auch gehen.

 

Wir fahren 40 km bis „Hokitika“, kurz Hoki genannt, einer während des Goldrausches blühenden Hafenstadt, die aber heute die Heerscharen von Touristen wegen des Jadeschmuckes anzieht. Bevor man dort jedoch den Geldbeutel zückt, sollte man gründlich recherchieren, denn viele der Shops verkaufen tatsächlich Jade aus China oder Europa. Gerne würden wir eines der teilweise wunderschönen Stücke als Souvenir mit nach Deutschland nehmen, doch nach einem Blick auf die Preisschilder begnügen wir uns mit dem Betrachten der Schnitzer bei der Arbeit. Wie anscheinend vor uns schon etliche, denn ein kleines Schildchen weist dezent daraufhin, dass man die Leute bei der Arbeit nicht füttern soll. Schmunzel…

 

Ansonsten ist „Hoki“ berühmt für sein Wildfoods Festival, dass jedes Jahr Mitte März stattfindet und dessen Gerichte nichts für schwache Mägen sind. Eine kleine Auswahl der gastronomischen Köstlichkeiten sind z.B. frittierte Fischaugen, marinierte Entenzungen oder auch Hasenhoden. Hmm, yummy, oder?

 

Nun wird es aber Zeit für den Westland National Park, angeblich eine der schönsten Ecken des Landes und seinen beiden Gletschern. Vor dem Hintergrund der höchsten Berge Neuseelands, Mount Tasman und Mount Cook, fließen die zwei blau-weiße Gletscherzungen vom Franz-Josef und vom Fox durch tiefgrünen Regenwald bis auf 300 m Meereshöhe. Wir steuern zunächst das Besucherzentrum in Franz-Josef an, machen uns über die verschiedenen Wanderwege schlau und fahren anschließend zu einem Parkplatz 6 km südlich der Ortschaft. Von hier traben wir bei leichtem Nieselregen, bei 7000 Millimeter Regen die hier jährlich fallen haben wir richtig Glück, dass wir nicht nass bis auf die Knochen werden, vorbei an milchigem Schmelzwasser und Geröllhalden bis zu der sich auftürmenden, schuttbeladenen Eismasse, die in 2300 m Höhe, über 11 km entfernt, ihren Anfang nimmt. Ein gigantischer Anblick!

 

Den Fox-Gletscher, den der ehemalige Premierminister Sir William Fox ganz und gar nicht bescheiden nach sich selbst benannte, behalten wir uns für den nächsten Tag vor. Auch hier heißt es wieder wandern, dieses Mal sind ein bisschen abenteuerlicher auch zwei kleine Flüsse zu überwinden, aber letztendlich werden wir mit einer wunderbaren Aussicht auf das Gletschertor belohnt.

Nach soviel Action wollen wir uns an dem abgelegenen, schwarzen Sandstrand von Gillespies Beach ein wenig beim Angeln erholen, doch die Freude über die Ruhe währt nicht lange. Zuerst brist es gehörig auf, so dass die Brandung sämtliche Lust am Fischen vergehen lässt und dann entdecken uns die Sandfliegen. Ehe wir uns versehen, sind wir mal wieder von schwarzen Wolken umhüllt und gnadenlos wird jede Stelle, die nicht von Insektenschutzmittel bedeckt ist, bearbeitet. Das Ergebnis stellt sich am nächsten Tag bei mir in Form eines Blumenkohl-Ohres dar, leuchtend rot, heiß und runzelig, sehr sexy.

 

In den frühen Morgenstunden, zwischen 6 und 8 Uhr, werfen die umliegenden Berggipfel bei klarem Wetter ein gigantisches Spiegelbild in den Lake Matheson, zwischen Fox und Gillespie, und das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir wandern also mit ungezählten anderen Touris zu einem Aussichtspunkt um den See herum, um dann festzustellen, dass es heute eindeutig zu trüb und zu windig zum Fotografieren ist. Tja, dumm gelaufen, sagt man da wohl.

 

Auf dem SH 6 machen wir uns an die 145 km nach „Haast“ und legen unterwegs einen Stopp an einem Wanderweg zum Monro Beach ein. Durch einen wunderbaren Wald kann man zu einem der besten Plätze zur Beobachtung der seltenen Dickschnabelpinguine wandern. Wir haben gelesen, dass diese nicht nur zur Brutzeit zwischen Juli und Dezember hier sind, sondern auch im Februar, wenn sie zur Mauser an Land kommen.

 

Irgendwie scheint aber in diesem Jahr die Mauser ausgefallen zu sein, denn es ist zwar Februar aber einen Dickschnabelpinguin können wir weit und breit nicht erspähen. Nun denn, ein bisschen Bewegung hat noch keinem geschadet und so laufen wir die 3 km eben ohne Bilder wieder zurück.

 

Es geht weiter die zerklüftete Küste entlang und wir legen immer wieder kurze Halts ein, um die wunderbaren Aufblicke zu genießen. Wenige Kilometer bevor wir „Haast“ erreichen, kommt uns doch tatsächlich ein Landrover mit deutschem Kennzeichen entgegen. Beide Fahrer bremsen natürlich abrupt und damit wir die Straße nicht zu lange blockieren, verabreden wir ein Treffen beim nächsten Parkplatz. Es dauert gar nicht lange bis der Landy gedreht hat und wir Alexandra und Steffen kennenlernen.

 

Es gibt natürlich viel zu erzählen und wir können die beiden überreden, die Fahrt zum Fox-Gletscher für heute auf Eis zu legen und mit uns noch mal zurückzufahren. Wir fahren in das kleine Fischerdorf „Jackson Bay“, wo man in einer Art Kneipe auf Rädern, köstliche Fish ‚n’ Chips bekommen soll. Die bekommen wir dann auch, zwar nicht so lecker wie erhofft, aber dafür mit einem kleinen Schauspiel als Zugabe.

 

Ein einheimischer Hobbyfischer versucht mit seinem Jeep ein doch recht großes Boot samt Trailer aus dem Wasser zu ziehen und verursacht dabei ein solches Getöse, dass wir aufmerksam werden und Monsters Hilfe anbieten. Sei es nun aus gekränkter Eitelkeit oder weiß der Geier warum, jedenfalls wird unser Angebot dankend abgelehnt und weitergemurkst. Es kommt wie es kommen musste, anstatt das Boot aus dem Wasser zu befördern, versinkt der Jeep immer tiefer im selbigen. Wir hören noch ein kurzes Aufbäumen des Motors, gefolgt von einem sanften Wasserblubbern und einem ziemlich lauten Klackern aus dem Motorraum. Nachdem nun der Jeep zugrunde gerichtet ist, wird ein kleiner Lkw zum Einsatz gebracht, doch auch dieser vermag das gesamte Gespann nicht aus dem Wasser zu ziehen. Ein weiterer Geländewagen muss her und nun endlich gelingt es mit vereinten Kräften, was für Monster höchstwahrscheinlich eine leichte Übung gewesen wäre. Tja, wer nicht will, der hat schon, oder?

 

Wir suchen uns jedenfalls eine kleine Bucht für die Nacht und während wir mit Alex und Steffen den Sonnenuntergang und ein Gläschen Rotwein genießen, bekommen wir Besuch von zahlreichen Delphinen. Mindestens 1 Stunde lang tummeln sich die netten Gesellen direkt vor unserer Nase, einfach schön.

 

Es gibt natürlich viel zu erzählen, Alex und Steffen sind Hobbyfotografen, die ihre Tour gerade erst begonnen haben und nun versuchen wollen, ihre Bilder etwas professioneller zu vermarkten. Einen kleinen Eindruck von ihrem Können bekommt man unter www.naturexpedition.de .Geplant haben die beiden zunächst eine Reisezeit von 3 Jahren und wollen von hier aus weiter nach Australien und Amerika, wer weiß vielleicht trifft man sich dort ja noch einmal wieder, ihr wisst schon, die Geschichte mit dem Dorf. Wir könnten die halbe Nacht verquatschen, doch obwohl wir bereits mit in die Socken gestopften Hosenbeinen dasitzen, lassen uns die Sandfliegen und die darauf folgenden Mücken mal wieder keine Ruhe.

 

Wir Glücklichen verbringen wenigstens noch eine angenehme Nacht, ganz im Gegensatz zu Alex und Steffen, die diese mit Mückenjagd schlaflos verbringen. Morgens verlassen wir dementsprechend dann auch recht schnell diese ungastliche Stätte und kehren zurück zum Highway und zur Überquerung des Haast Passes, der sich bis auf 593 m hochschlängelt.

 

„Wananka“, der Ort an dem die wohlhabenden Leute aus „Christchurch“ ihre Ferienhäuschen haben, liegt ungemein friedlich an einem See und strahlt einfach nur eine saubere Atmosphäre aus. Wir nutzen die Gelegenheit um unsere Vorräte aufzustocken und ein wenig im Internet zu surfen, halten uns aber ansonsten gar nicht lange auf. Wir wollen mal wieder die ganz einsamen Gegenden, abseits der Touristenströme aufsuchen und dazu müssen wir die Strecke bis „Cromwell“ zurücklegen, wo die „Nevisroad“ ihren Anfang nimmt. Wir beginnen mit dem Aufstieg, ahnen dabei aber nicht, dass wir damit die höchste Straße Neuseelands befahren. Das lesen wir erst auf einer Hinweistafel am Scheidepunkt und nachdem Monster sein ganzes Können an den Tag legen musste. Nichtsdestotrotz begeistert uns die karge Landschaft und die Aussichten sind einfach grandios, das ist das Neuseeland, das wir lieben.

Am späten Nachmittag gelangen wir in ein Tal und finden dort einzelne Häuser und sogar den Bewohner eines solchen. Dieser wohnt nur den Sommer über hier oben und scheint so froh über ein bisschen Unterhaltung, dass er uns sogleich einlädt, die Nacht auf seinem Grundstück zu verbringen. Also leisten wir dem netten Menschen Gesellschaft und bringen erst am nächsten Morgen den Rest der Strecke hinter uns, was sich im Nachhinein auch noch als sehr gut herausstellt, denn es sind 24 mehr oder minder aufregende Flussdurchfahrten zu bewältigen.

 

Über „Te Anau“ und der einzigen Straße nähern wir uns dem, mit Abstand größten Nationalparks Kiwilands, dem norwegisch anmutenden Fiordland und wundern uns über die Massen von Ausflugsbussen, die alle vom Milford Sound zurückkehren. Nur gut, dass wir uns für eine Bootsfahrt am frühen Morgen entschieden haben, die nicht nur günstiger, sondern auch nicht so überlaufen ist.

 

Bereits um 7.30 Uhr am nächsten Morgen sind wir unterwegs über die schmale, kurvenreiche Milford Road hinauf bis zum 534 m hohen Paß „The Divide“. Nach dem Homer Tunnel liegt die serpentinenreiche Abfahrt zum eigentlichen Ford vor uns und wir haben Glück, dass die Sonne vom Himmel lacht, denn allzu oft nimmt der Paß seine Funktion als Wetterscheide ausgesprochen ernst und die Wolken hängen tief oder es regnet sogar, in manchen Jahren bis zu 11000 mm! Nicht so heute und wir genießen die Aussicht auf den 1694 m hohen „Mitre Peak“ und die Kaskaden von Wasserfällen.

 

Am Sound angekommen, erwartet uns eine kleine Überraschung, denn auf dem Parkplatz erspähen wir den Toyota von Ria und Gerrit, zwei Holländer, die wir bereits in Laos und Australien getroffen haben. Leider scheinen die beiden bereits auf einer Bootstour zu sein und so kritzeln wir nur einen Gruß auf ihre Scheiben. Rund um die Anlegestelle wimmelt es von nervigen Sandfliegen, die wieder einmal mehr beißen als brummen, aber gottlob schlussendlich an Land zurückbleiben.

 

Die Fahrt durch die stillen Gewässer zwischen den steilen Klippen, führt uns die Einzigartigkeit dieses Fleckchens unmissverständlich vor Augen. Leider hat der ungewöhnlich trockene Sommer, der ansonsten den Sound mit gespenstischem Nebel versorgt, auch die Wasserfälle etwas versiegen lassen, doch der Eindruck ist immer noch gigantisch und wir sind froh, dass wir uns nicht von den Touristenmassen haben abschrecken lassen.

 

Bei der Rückkehr zu Monster haben uns Ria und Gerrit doch noch ausfindig gemacht und wie immer gibt es viel zu erzählen. Auch die zwei wird ihr nächster Weg nach Südamerika führen und unser nächstes Treffen scheint somit vorprogrammiert.

 

Am späten Nachmittag kehren wir zu unserem Schlafplatz der vorigen Nacht am Lake Gunn zurück, die Aussicht doch noch eine Forelle angeln zu können, lässt Juppi einfach keine Ruhe und so ist er auch gleich mitsamt Angel verschwunden. Mit Stolz geschwellter Brust kehrt er einige Zeit später samt Beute zurück und erntet auch noch gleich die Bewunderung von Anne und David, einem jungen Paar aus Deutschland www.dannevid.blogspot.com , die eine 1-jährige Auszeit genommen haben.

Die Forelle mundet ausgezeichnet und mit den Fischresten können David und Jupp dann gleich noch einen armdicken Aal zur Strecke bringen, der von einem freundlichen Kiwi am nächsten Morgen geräuchert wird und ebenfalls hervorragend schmeckt. Dermaßen gestärkt nehmen wir den weiteren Weg in Richtung Süden in Angriff.