Auckland und Fidschi: August 2007

Nach einem ruhigen, 3.5-stündigen Flug landen wir auf dem int. Flughafen in Auckland und da auch der Zoll uns vor keine weiteren Probleme stellt, finden wir uns um 22.30 Uhr mit unserem Gepäck im Visitorcenter in der Ankunftshalle ein. In dem ganzen Trubel in „Brisbane“ war es uns nicht mehr gelungen nach einem geeigneten Zimmer zu suchen und so entscheiden wir uns hier in dem „I-site“ Büro, das übrigens die ganze Nacht geöffnet ist, spontan für ein Zimmer im „Landmark“ Hotel, das in Flughafennähe liegt und über einen Abholservice verfügt.

 

Nach einer 45-minütigen Wartezeit erscheint dann auch tatsächlich ein Taxi, das uns im Hotel ablädt. Leider lässt das Landmark den Glanz früherer Zeiten völlig vermissen, doch wenigstens versorgt uns der Nachtportier noch mit einem kalten Bier bevor er uns in einem doch ziemlich abgetakelten Zimmer alleine lässt. Die Nacht wird dementsprechend, entweder reißt uns das Gebrumme des Kühlschranks, der sich zu allem Überfluss am Ende eines Kühlvorganges auch noch mit wildem Geschüttel verabschiedet, oder aber das Gegurgel der Heizung aus dem Schlaf und somit sind wir recht früh wieder auf den Beinen.

 

Der Service beim Frühstück gibt uns den Rest, ganz deutlich kann ich auf Jupps Stirn die Worte: „nix wie weg hier“ lesen nachdem wir 45 Minuten auf unseren Kaffee gewartet haben und so kommt es dann auch. Mit einem „Low cost“-Taxi lassen wir uns zum „I-site“ in Aucklands Innenstadt fahren und treffen dort eine quirlige Thaimaus, die uns fast einen Knopf an die Backe redet jedoch im Endeffekt zu einem Zimmer im „Rydges“ Hotel zum Angebotspreis verhilft.

 

Es ist einfach wunderbar, 1. können wir von hieraus dorthin laufen, 2. liegt es sehr zentral und 3. ist das Zimmer klasse. Soviel Luxus hatten wir schon lange nicht mehr und das für 60 €. Wir richten uns häuslich ein, laufen dann los und steuern das nächste Reisebüro an. Da unser Monster „Brisbane“ erst am Montag, 13.08. verlässt und anschließend noch 4 Tage auf See verbringt, wollen wir nicht solange in der Stadt herumgammeln, sondern die Zeit zu einem Tauchabstecher in die Südsee nutzen.

 

Im Reisebüro ist die Enttäuschung groß, weit und breit gibt es keine Flüge oder nur zu einem horrenden Preis. Das kann doch wohl nicht wahr sein, schließlich ist uns die Insel völlig gleich, Hauptsache weg hier. Die Lady im Reisebüro erklärt uns, die „Pacific Games“, eine Art olympische Spiele, seien der Grund für den Flugmangel, aber das tröstet uns auch irgendwie nicht. Ziemlich belämmert stehen wir zunächst vor der Türe bis wir das kleine Schild mit dem Hinweis auf ein Internetcafe sehen. Allen Widrigkeiten zum Trotz wollen wir unser Glück noch mal versuchen und siehe da, auf der Website von Air New Zealand werden wir fündig, es gibt doch tatsächlich noch 2 Flüge am Freitag nach Fidschi und das auch noch für kleines Geld. Da gibt es gar kein Überlegen, blitzschnell buchen wir online und schon sind wir stolze Besitzer eines Tickets. Anschließend schauen wir uns noch einige Hotelangebote an, beschließen aber diese Frage zunächst auf Eis zu legen, eventuell können wir dieses auch erst in „Nadi“ erledigen.

 

Der nächste Weg führt uns zu einer Bank und da wir in Australien mit der „ANZ“ recht zufrieden waren, entscheiden wir uns auch heute für eine der zahlreichen Filialen. Die Formalitäten zur Eröffnung eines Kontos sind schnell erledigt und während wir auf die Ausstellung unserer Bankkarten warten, geraten wir mit unserem indischen Sachbearbeiter Frank ins Plaudern. Wir erzählen von unserer bisherigen Reise, von Indien und natürlich auch von dem geplanten Fidschiabstecher. Das ruft Frank sogleich auf den Plan, ist doch seine Chefin ursprünglich von dort. Es dauert gar nicht lange, da sitzt auch diese mit am Tisch und präsentiert uns eine ganze Liste von Hotels und Restaurants. Die Gute ist so voller Enthusiasmus, dass sie zum Telefonhörer greift und in einem Hotel in Flughafennähe einen Preis für uns aushandelt. Es ist unglaublich, sind die Menschen hier alle so freundlich und hilfsbereit?

 

Eine weitere Kostprobe davon bekommen wir beim Zoll und der MAF, wie die Quarantänebehörde hier heißt. Auch dort ist man einfach nur nett und erklärt uns geduldig welche Papiere wir benötigen. Wir sind sprachlos, das sollen nun „richtige“ Beamte sein?!!

 

Nachdem wir auch noch mit Dean von der Firma „AD Customs“, die für die Ausstellung der Schiffspapiere zuständige Agentur, telefoniert haben, ist unser Tagewerk fast vollbracht. Wir traben lediglich noch einmal in ein Internetcafe und schicken nun an einige Hotels auf Fidschi Emails mit der Frage nach Preisen für kurzfristige Buchungen.

 

Am Freitagvormittag liegt uns ein 5 Tage-Komplettangebot inklusive Tauchtage vom Wanuatu Beach Resort vor. Nachdem wir die Preisfrage telefonisch nochmals verhandelt haben, sind wir mit dem Angebot sehr glücklich und sagen dieses zu.

 

Am Nachmittag kehren wir „Auckland“ bereits wieder den Rücken, fahren wir mit dem sehr kostengünstigen Airport-Shuttlebus zurück zum Flughafen und starten mit einiger Verspätung nach Fidschi.

Die Tage in dem schönen Honeymoon Hotel vergehen wie im Fluge, wir geraten doch tatsächlich fast in Stress zwischen den Tauchgängen und den erstklassigen Mahlzeiten und sind fast ein wenig traurig als es am Mittwochmorgen noch für 2 Tage in die Hauptstadt „Nadi“ geht. Dort quartieren wir uns in dem von der „ANZ“ empfohlenen Airporthotel ein und tummeln uns in den Straßen und auf den Märkten.

Am Freitagmorgen, 17.08. geht es zurück nach Auckland und weil es so schön war ins „Rydges“ Hotel. Flugs werden die Koffer abgesetzt und los geht es zum Zoll.

 

Mit der „Bill of loading“ können wir die Einfuhr von Monster bereits heute in das „Carnet de passage“ eintragen lassen, obwohl dieser noch gar nicht angekommen ist. Alles geht so zügig und unbürokratisch von statten, dass wir bereits 15 Minuten später in einem Bus sitzen um zur Company von „AD Customs zu gelangen. Auch diese ist recht schnell gefunden, doch leider überrascht uns Dean mit der Nachricht, dass die „Magic Wave“, auf der Monster herumschippert, erst in der Samstagnacht in Auckland einlaufen wird. Schade, hatten wir doch gedacht, heute noch weitere Dinge regeln zu können, stattdessen sind wir nun über das Wochenende zum Nichtstun verdonnert.

Wir nutzen die Zeit zum Sightseeing und lassen es uns natürlich nicht nehmen am Hafen vorbeizuschauen. Durch eine Schaufensterecke sehe ich etwas Grünes aufblitzen, das kann doch nur unser Monster sein!! Tatsächlich, da steht er in seiner vollen Pracht, er auf der einen Seite des Zauns und wir ganz happy auf der anderen. Wir inspizieren ihn von allen möglichen Seiten und können zumindest von hier keine Verletzungen feststellen, das ist ja toll. Jetzt heißt es nur noch Daumendrücken für Montag, dass es auch mit der Quarantäne alles so wunderbar klappt.

 

Auch am Sonntagmorgen müssen wir unser Schätzchen natürlich wieder besuchen und sind ganz verwirrt, als wir einen roten Aufkleber an Monsters Kotflügel erspähen. Was hat das nun wieder zu bedeuten? Hat die Inspektion vielleicht schon stattgefunden und Monster hat den Test nicht bestanden? Müssen wir uns wirklich noch bis Montag gedulden? Wir laufen mal bis zum Büro der Quarantänebehörde und, das Glück ist mit den Dummen, treffen dort auf einen Beamten, der gerade Feierabend macht. Dieser hat das grüne Biest zwar nicht untersucht, erklärt uns aber die weitere Prozedur. Ein roter Aufkleber bedeutet, dass nachgereinigt werden muss, aber was genau zu machen ist, erfährt man aus dem Inspektionsbericht, den wir leider erst am Montag abholen können.

 

Bereits morgens um 7.30 Uhr finden wir uns beim MAF ein und sind mal wieder von der Freundlichkeit der Beamten überrascht. Einfach jeder der an unserem Schalter vorbeiläuft, wünscht uns einen guten Morgen und fragt, ob er uns helfen kann. Schlussendlich landen wir bei dem für uns zuständigen Menschen und erfahren, dass Monsters Führerkabine gestaubsaugt und der Unterboden gedampfstrahlt werden muss. Eine Firma, die das erledigen kann, befindet sich im Hafengebiet und diese sollen wir nun aufsuchen. Das lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen und schon stehen wir an der Schranke zum Hafen.

Auch dort ein netter Mensch, der unsere Pässe kontrolliert und uns Berechtigungsscheine für das Hafengelände ausstellt. Anschließend werden wir von einem Minibus abgeholt und zur Reinigungsfirma gefahren. Jetzt kommt der spannende Moment, haben die Leute heute Zeit und Lust Monster zu reinigen oder sollen wir, wie anfangs in Australien 4 Monate warten?

 

Wir sind ganz aufgeregt, doch zunächst passiert gar nichts. Im Büro hält man gemütlich ein Schwätzchen mit uns, dann muss der zuständige Rick gefunden werden und dann, ja dann wird Monster endlich von seinem Standplatz abgeholt. Als wir schon glauben, jetzt geht es gleich los, geht erst einmal die Kaffeepause los, also weitere 20 Minuten warten und immer noch wissen wir nicht, ob es heute noch klappt. Gemächlich kehren die Jungens aus der Kantine zurück und dann geht es Schlag auf Schlag. Ratzfatz ist Monster von unten nochmals gedampfstrahlt, unseres Erachtens eine reine Farce, und der Teppich im Führerhaus gesaugt und schon steht auch die MAF wieder vor der Türe. Gleich mit 3 Beamten wird inspiziert, sämtliche Klappen, Türen und Fächer geöffnet, doch offensichtlich gibt es nichts zu beanstanden und bereits nach 15 Minuten ist der ganze Spuk vorüber. Der leitende Beamte gibt uns noch einige Tipps für Stellplätze und wünscht uns in deutscher Sprache „auf Wiedersehen“. 

 

Nun heißt es noch die letzte Hürde zu nehmen, angeblich ist es nicht gestattet ohne Registrierung das Hafengelände zu verlassen, doch wir wollen es auf einen Versuch ankommen lassen. Beim gleichen Mitarbeiter wie zuvor geben wir nun unsere Berechtigungsausweise wieder ab, halten noch einen kurzen Plausch und schon wird die Schranke geöffnet und wir in die Freiheit entlassen. Hurra, es ist vollbracht! Überglücklich parken wir in der Innenstadt und laufen zum Emirates Büro, um unsere für Mittwoch gebuchten Flüge umzubuchen. Völlig problemlos ergattern wir Flüge für morgen und das auch noch völlig kostenlos. Das klappt ja heute wie am Schnürchen, jetzt müssen wir nur noch unsere Klamotten umpacken, die Koffer im Hotel unterstellen und dann Monster auf seinen Unterstellplatz zu bringen. Auf diesem Weg fahren wir gleich bei Dean vorbei, bezahlen dort unsere Rechnung für die noch angefallenen Hafengebühren und weiter geht es zur Firma „Carr & Haslam“ in Penrose, dem Aufenthaltsort für Monster für die nächsten 3 Monate. Auch dort läuft es wie geschmiert, Monster findet ein Plätzchen in einer Halle zusammen mit einigen Kollegen von Audi aus Deutschland (da kann er sich ja wenigstens ein bisschen unterhalten) und für uns heißt es bis auf Weiteres Abschiednehmen von unserem Baby, von Neuseeland und von der Berichterstattung.

 

Ein gesundes Wiedersehen gibt es hoffentlich Anfang Dezember.