Belize: Februar 2010

Bevor wir in dem kleinen Ort Melchor de Mencos auf die Grenzbrücke zurollen, investieren wir unsere letzten Quetzales in Diesel und füllen Monsters Tank. Einige Autos kreuzen lustig über die Brücke hin und her und erst bei unserem Anblick fühlt sich eine junge Dame bemüßigt einen Wegezoll zu kassieren. Wie jetzt? Alle fahren für lau und wir sollen löhnen? Das geht ja wohl gar nicht und schon ist eine hitzige Diskussion im Gange.

Als wir aber unsere Argumente durch das Stoppen des Motors und Blockieren der gesamten Brücke untermauern, eskaliert die Debatte und der Ruf nach der Polizei wird laut. O.K. uns soll es nur Recht sein, denn schließlich will man uns hier abzocken, gell? Nach wenigen Minuten eilt eine übergewichtige Polizistin herbei, die völlig aufgelöst, kurzatmig und nervös an ihrem Pistolenhalfter herumzerrt. Oops, sind wir jetzt Schwerverbrecher? Sämtliche Straßenhändler laufen aufgeregt zusammen und nachdem wir die Polizistin wieder beruhigt haben, erfahren wir, dass tatsächlich eine Gebühr für die Überquerung der Brücke anfällt.

Hm, nur leider haben wir jetzt keine Quetzales mehr. Alles Bitten hilft nicht, wir müssen bei einem der Straßenhändler nochmals wechseln um endlich passieren zu können.
Auf der anderen Seite erwartet uns der Zoll und auch hier versucht am uns am Ende noch abzuzocken. Der Beamte behauptet doch tatsächlich, ich müsse eine Gebühr bezahlen, weil er unsere Daten nun auf dem Computer erfasst habe. Jetzt ist es aber endgültig genug, standhaft erkläre ich, kein Geld zu haben und überhaupt könne er mit seinen Daten machen was er wolle, ich hätte unsere Ausreisestempel und würde nun gehen. Soviel Dreistigkeit verwirrt den armen Mann zunehmend und ganz verdattert stammelt er, dann müsse ich die Gebühr eben bei der nächsten Einreise bezahlen. Pff, mir doch egal, schade nur, dass Guatemala auf diese Art einen schlechten Eindruck hinterlässt.

Ganz anders hingegen die Beamten auf der Seite von Belize. Absolut korrekt werden wir begrüßt und durch die Formalitäten geführt, wobei es sehr angenehm ist, sich mal wieder in englisch zu verständigen und alles verstehen zu können. Monsters Innenraum wird einer kurzen Kontrolle unterzogen und schon kann die Fahrt weitergehen.

In San Ignacio trauen wir uns mal wieder zur Polizei und erfahren eine völlig unkomplizierte Stellplatzauskunft. Ein Polizist klettert kurzerhand in Monster und dirigiert uns zu einem Platz direkt neben dem Markt.

Belize gefällt uns, die Leichtigkeit der kreolischen Kultur ist überall spürbar und die Menschen sind stolz darauf, niemals Sklaven gewesen zu sein. Fast jeder spricht englisch und vermittelt den Eindruck eines Lebensstil bestehend aus Bier trinken und Hängematten schwingen.

Nach einem Besuch bei den Mennoniten in Spanish Lookout, die mit ihren blonden Haaren und aufgeräumten Häusern stark an Deutschland erinnern, zieht es uns ans Meer. Belize hat schließlich das zweit-größte Riff der Welt, aber da wir uns einen teuren Aufenthalt ohne Monster auf Caye Caulker nicht leisten wollen, düsen wir über den Hummingbird Highway nach Placencia. Der kleine Ort ist praktisch die Insel, die man befahren kann und wir lassen uns mittendrin direkt am Strand nieder.

Herrlich ist es hier, unter Palmen am türkisblauen Wasser, jetzt müssen wir nur noch einen günstigen Anbieter für einen Tauchausflug finden. Tja, und daran hapert es. Wir klappern etliche Tauchschulen ab, aber was uns dort zu horrenden Preisen angeboten wird, erfreut keineswegs die Gemüter. Wir verspüren wenig Lust unser Geld in das „Blue Hole“ zu werfen und beschließen einfach nur zum Schwimmen ins Wasser zu gehen. Auch schön!

Nach nur 4 Tagen karibischen Flairs brechen wir unsere Zelte in Belize ab und machen uns auf, die Spuren der Azteken zu finden.