Türkei, Teil 1: September 2005

Die türkische Grenze bereitet keinerlei Schwierigkeiten, man muss insgesamt 4 Kontrollpunkte passieren, Monster und die „Maschine“ bekommen zusätzliche Papiere und schon rollen wir weiter. Die Straßen sind in einem desolaten Zustand und wir mutmaßen, diese Art der Straßenbauingenieure müsste in Deutschland fluchtartig das Land verlassen. Selbst neu geteerte Straßen sind wellaform und wo sie eigentlich schnurgerade aus verlaufen, sind seltsame kleine Schikanen eingebaut. Warum weiß wohl nur Allah allein.

Irgendwann gewöhnt man sich an alles und irgendwie gelangen wir nach Tekirdag. Wir parken stadtauswärts am Straßenrand und wollen nun zuerst einmal etwas Geld wechseln. Leider haben die Türken ihre Währung etwas geändert und der Lira einige Nullen gestrichen, also schon wieder nix mit Millionär. Schade aber auch.

Wir wuseln durch die Gassen und schließlich treiben uns Hunger und Durst in ein Straßencafe. Dort trinken wir Cay (Tee), essen ein Toast und als die Lebensgeister wieder geweckt sind, bemerken wir nur Männer um uns herum. Kaum in der Türkei, benehmen wir uns also schon daneben. Wir hätten auf die andere, durch einen Sichtschutz getrennte, Seite gehört. Dort sitzen Frauen, Kinder oder eben ganze Familien. Na ja, sorry, aber wir sind ja lernfähig.

Beim Einfahren in den Ort ist uns eine Touristeninformation aufgefallen, der wir nun auch gleich einen Besuch abstatten. Ein sehr freundlicher Angestellter erklärt uns, wo ein Campingplatz in Istanbul zu finden ist, zeigt uns auch gleich den Weg und versorgt uns mit Kartenmaterial.

Wir fahren noch 1 Stündchen und suchen dann nach einem einsamen Strand, da wir uns heute nicht mehr nach Istanbul hineintrauen. Das wird aber nichts, die ganze Küste ist mit Siedlungen verbaut und die Eingänge dazu haben nur 2,50 m Durchfahrtshöhe. Damit ist der Strand passe´ und wir biegen in den Ort Marmara Ereglisi ein. Hier gibt es eine Art Strandpromenade, an der auch eine Restaurant mit Parkplatz liegt. Nach Anfrage darf Monster dort die Nacht verbringen und wir an dem Einheitsessen teilnehmen. Schmeckt gut, Köfte (Hackfleischröllchen) mit Salat und Brot. Die Nacht ist ruhig und am nächsten Morgen rüsten wir uns für Istanbul.

Die Fahrt wird so aufregend wie erwartet, der Verkehr ist unbeschreiblich, jeder fährt wie es ihm einfällt, Ampeln sind grobe Anhaltspunkte. Wenn keiner kommt, ist es doch Unsinn dort herum zu stehen. Ziemlich gebeutelt finden wir den angepeilten Campingplatz, Florya Ciroz Camping. Er liegt zwischen Florya und Yesilköy und bei der Anfahrt sollte man auf eine Brücke mit 3,20 m Durchfahrtshöhe achten. Ich muss zum 1. Mal aus Monster herausklettern und halb auf dem Dachträger stehend, unsere Höhe kontrollieren. Es passt so gerade, aber bei den türkischen Brücken weiß man ja nie.

Der Campingplatz liegt seeehhr verkehrsgünstig.

Der Fluglärm ist schon etwas störend, aber der Mensch ist ja bekanntermaßen ein Gewohnheitstier. Wir richten uns häuslich ein und telefonieren mit der iranischen Botschaft, um uns nach den Öffnungszeiten zu erkundigen. Heute ist bereits geschlossen, Visaanträge nur vormittags, wir wollen aber trotzdem in die Stadt fahren, um uns zu orientieren. Die Bushaltestelle ist nicht weit entfernt und mehrere Leute warten dort bereits zusammen mit 2 Bussen. Mit Händen und Füßen erörtern wir die Frage nach dem richtigen Bus. Schließlich nimmt uns ein älterer Herr unter seine Fittiche und will uns zur richtigen Umsteigestation, Aksaray, bringen. Dort sollen wir in die Straßenbahn umsteigen und bis Sultanahmed fahren.

 

(Was jetzt folgt ist in Deutschland unvorstellbar!!)

 

Unterwegs fällt dem freundlichen Herrn ein, dass er ja noch zur Bank muss und so reicht er uns kurzerhand an einen anderen Herrn weiter. Dieser steigt mit uns in Aksaray aus, kauft uns ein Ticket für die Tram (wohl bemerkt, er bezahlt!!) und setzt uns schließlich in die richtige Bahn. Er gibt uns noch seine Karte, der gute Mann ist Allianz-Vertreter, und falls wir Probleme haben, sollen wir ihn anrufen. Wir sind sprachlos vor Staunen, so freundliche Menschen wie hier, haben wir noch nirgendwo erlebt. Unsere weiteren Erfahrungen werden uns lehren, dass so etwas nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist.

 

In der Innenstadt angekommen, besuchen wir die Touri-Info und erfragen die Lage der verschiedenen Botschaften. (Wir benötigen die iranische, pakistanische, indische und deutsche). Anschließend besichtigen wir die Sultanahmed (blaue) Moschee und die Hagia Sophia.

Gegen Abend fahren wir mit dem Zug nach Hause und essen in Yesilköy mal wieder Köfte mit Salat. Da wir 2 Bier dazu trinken, wird es für türkische Verhältnisse teuer. Auf dem Campingplatz zurück bietet sich vor Monster ein bezeichnendes Bild:

Eine Gruppe Holländer, standesgemäß mit Wohnwagen. So an die 18 Fahrzeuge auf Gruppenreise mit dem ANWB, die holländische Version des ADAC. Wir fühlen uns fast wie zuhause und bei einem Spaziergang über den Platz treffen wir auch noch auf eine deutsche Gruppe. Diese sind mit Perestroika- Tours und ihren Wohnmobilen unterwegs und machen in etwa die gleiche Rundreise durch die Türkei wie die Holländer.

Am nächsten Morgen sind wir schon um 7.30 Uhr unterwegs zum Bahnhof. Beim Einlaufen des Zuges ist unsere Überraschung groß, mit diesem Bild haben wir nicht gerechnet.

Der Zug platzt aus allen Nähten, aber irgendwie quetschen sich immer noch Leute dazu. So auch wir.

 

Wir halten durch bis zur Endstation und laufen die Ankara Caddesi hoch bis zur iranischen Botschaft. Ich ziehe noch schnell eine Jacke mit langen Ärmeln über, verzichte auf’s Kopftuch und herein geht es. Jupp wird auf Waffen untersucht, mich würdigt der Beamte keines Blickes. Anstellen in einer Schlange vor einem Schalter und als wir nach kurzer Zeit an die Reihe kommen, berufen wir uns auf die hinterlegte Referenznummer. Diese Nummer haben wir bereits in Deutschland mit Hilfe der Firma Orientexpress beantragt. Aus unerfindlichen Gründen wurden wir in Teheran jedoch dreimal abgelehnt, und so konnte die Nummer nach Erteilung nur noch in Istanbul hinterlegt werden. Nochmals vielen Dank an Herrn Niemann.

Nach einigem Wühlen in diversen Papieren, wird der Beamte fündig und händigt uns die Visa-Anträge aus. Diese sollen wir ausfüllen, je 1 Kopie davon machen, je 2 Passbilder dazu, bedruckte Seiten des Reisepasses fotokopieren und bei einer Bank je 50,00 Euro einzahlen. Nach einer halben Stunde haben wir alles erledigt und stehen wieder an gleichem Schalter an. Der Beamte ist uns gut gesinnt, behält unsere Pässe ein und wir sollen diese am nächsten Morgen um 10.00 Uhr abholen.

Uff, das macht einen guten Eindruck und wir genehmigen uns darauf ein Frühstück. Obwohl wir danach ziemlich geschafft sind, die Anspannung war wohl doch relativ hoch, beschließen wir die pakistanische Botschaft aufzusuchen. Am Fährhafen besteigen wir ein Taxi und lassen uns zu der, vom auswärtigen Amt, benannten Adresse kutschieren. Dort ausgestiegen, finden wir weit und breit keine Botschaft. An einem öffentlich aussehenden Gebäude fragen wir nach und eine französisch sprechende Dame erklärt, wir sollen ein Taxi nehmen und in den Stadtteil Etiler fahren lassen. Freundlich schreibt sie uns das Ganze in türkisch auf. Diesen Zettel halten wir dem Taxifahrer unter die Nase, der auch fröhlich in den Stadtteil Etiler fährt, aber leider nicht weiß, wo die Botschaft ist. Er fragt diverse Kollegen und jeder schickt uns woanders hin. Schließlich wird es uns zu bunt, wir rufen die deutsche Botschaft an. Diese hat gerade Mittagspause, aber immerhin meint die freundliche Dame, in einem Bezirk namens Maya könnte sie etwas gesehen haben. Der Name Maya ruft Entzücken bei den umstehenden Taxifahrern hervor und was lange währt, wird endlich gut. Wir finden das pakistanische Konsulat. Die Sache hat nur einen winzigen Haken, das Konsulat hat heute geschlossen. Ein Wachmann zeigt uns ein Hinweisschild, Sams- und Sonntag und jeden letzten Arbeitstag im Monat ist geschlossen. Das ist ausgerechnet heute. Die ganze Ausbeute aus dieser Aktion ist eine Adresse und aktuelle Telefonnummer. Nun denn, Dummheit muss bestraft werden, wir hätten vorher anrufen sollen, und so fahren wir mit gleichem Taxi zum Fährhafen zurück.

Inzwischen ist es ziemlich heiß geworden und die Massen von Autos und Bussen tragen ebenfalls ihren Teil zum Smog dazu. Man kommt kaum richtig zu Atem und das bekommt auch Jupp zu spüren. Wir verhandeln gerade in einem Telefonladen über eine türkische Handynummer, als es ihm schlecht wird. Ein Blick in sein Gesicht genügt, da hilft nur noch hinlegen und Beine hoch. Der Verkäufer ist kurz verwirrt, hilft aber dann recht schnell mit Wasser und feuchten Tüchern. Nach etwa 1 Stunde wagen wir den Heimweg mit Zug und Taxi und dann heißt es Bett hüten für Juppi. Fieber und Schüttelfrost, eben das volle Programm.

Ich nutze die plötzlich freie Zeit zum Wäsche waschen und zur Beruhigung des schlechten Gewissens zum Schreiben der letzten Reiseberichte (Für Euch sind wir nämlich immer noch in Kroatien). Währenddessen mache ich unverhofft eine Eroberung. Der Campingplatzbesitzer nutzt die Gunst der Stunde, führt seine Englischkenntnisse vor und labert mir die Ohren voll. Irgendwann gibt er auf und ich atme erleichtert durch. Die Freude ist aber nur von kurzer Dauer, er kehrt zurück um mir freudestrahlend eine Melone zu schenken. Als er dann jedoch anfängt, mir Schultern und Arme zu tätscheln, hilft nur noch ein böser Blick und zornige deutsche Worte. Er versteht zwar die Sprache nicht, aber der Blick schlägt ihn in die Flucht. Dem Himmel sei Dank.

Am nächsten Morgen ist Jupp noch nicht fit und ich mache mich alleine zur iranischen Botschaft auf. Der Beamte fragt zwar, wo mein Mann sei, händigt aber auch mir ungläubiger Frau unsere Reisepässe samt Visum aus. Hurra, eine große Sorge weniger.

Ich gönne mir einen Kaffee und telefoniere mit dem pakistanischen Konsulat. Der Beamte erklärt mir, wir müssen das Visum in Deutschland beantragen. Auf meinen Einwurf, wir führen nicht mehr dorthin zurück, antwortet er, dann müsse er in Islamabad nachfragen und das dauere 4 Monate. Ich denk’, ich steh’ im Wald. Kurz entschlossen fahre ich zur deutschen Botschaft und beantrage ein Empfehlungsschreiben zur Einreise nach Pakistan.Das geht völligproblemlos und kostet 20,00 Euro. Der deutsche Konsularbeamte sagt mir, das pakistanische Konsulat verweigere seit 6 Monaten die Visaausstellung, die hätten wohl keine Lust zu arbeiten. Mit gemischten Gefühlen mache ich mich auf den Heimweg, einerseits happy über das erhaltene Iranvisum, andererseits Theater mit Pakistan. Schau’n mer mal wie’s weitergeht.

Zu meiner Freude und dem Leidwesen des Campingplatzbesitzers (er traut sich nur noch bis auf 10 m heran), ist Juppi nach 2 Tagen wieder auf den Beinen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, fahren wir mit dem Bus in die Stadt und besuchen den großen Basar, Kapah Carsi.

Es ist ein unbeschreibliches Gewimmel, ein in der Altstadt gelegenes Labyrinth von überdachten Ladenstraßen mit etwa 4000 Geschäften. Im Herzen des Basars liegt der alte Markt (Bedesten). Hinter der Yeni Moschee beginnt der ägyptische oder Gewürz-Basar (Misircarsisi), wo man eintaucht in alle Wohlgerüche des Orients.

 

Von dort gehen wir noch einmal zur Touri-Info und treffen dort, man glaubt es kaum, 2 deutsche Radfahrer. Die beiden sind in 25 Tagen, davon 3 Ruhetage, mit dem Rad von Deutschland nach Istanbul geradelt. Alle Hochachtung!!

 

Wir erkundigen uns nach Fährverbindungen über’s Marmara Meer, die Fähren fahren alle 2 Stunden, also kein Thema. Außerdem fragen wir nach einem Viertel in dem Autos repariert werden, da Monster für das Führerhaus eine zusätzliche Blattfeder braucht. Durch die Montage des Dachträgers ist das Führerhaus nach hinten gekippt und wir können unsere Staukiste nur noch schlecht öffnen. So richtig weiß niemand etwas, aber in Topkapi soll es ein großes Reparaturzentrum geben. Wir nix wie hin, selbstverständlich zu Fuß. In einer Werkstatt sagt man uns, wir müssen zu Mercedes Mengerler und damit geht es los. Wir irren von Werkstatt zu Werkstatt, überqueren dabei mehrspurige Straßen in dichtem Verkehr, erst eine 6-spurige Autobahn kann uns aufhalten. Schließlich erbarmt sich ein Türke, verfrachtet uns in sein Auto und liefert uns bei Mercedes ab. Dort landen wir bei Herrn Ilter Acun Sahin, dem Bus-Verkäufer dort. Wir schildern in englisch unser Problem und erst als seine Sekretärin beim Teeservieren fragt, woher wir kommen, stellen wir fest, dass wir uns doch viel besser alle in deutsch unterhalten. Herr Sahin hat bis zu seinem 10.Lebensjahr in Deutschland gelebt, als sein Vater dann tödlich verunglückte, kehrte seine Familie in die Türkei zurück. Auf jeden Fall haben wir mit ihm einen Glücksgriff getan. Er kann uns leider bei Mercedes nicht weiterhelfen, da Monster ein wenig zu alt ist, aber er telefoniert mit einem Ersatzteilhändler in Ikitelli, fährt uns anschließend mit seinem Auto dorthin, dolmetscht und fährt uns nach 3 Stunden auch noch zum Campingplatz zurück. Mit der Werkstatt hat er vereinbart, dass ein Mechaniker uns am nächsten Morgen um 9.00 Uhr abholt. Pünktlich um 8.45 Uhr ist der Fahrer auch da und in wilder Fahrt geht es mit Monster quer durch Istanbul. Hussa!!

Nach dem obligatorischen Tee wird der Schwager in Deutschland angerufen und in Dreierkonferenz genau geklärt, was gemacht werden soll. Monster braucht eine neue Blattfeder, die Bremse zieht leicht nach rechts und die Beifahrertüre klemmt. Alles wird zu unserer Zufriedenheit erledigt.

Herr Sahin ist inzwischen auch wieder eingetrudelt. Morgens hat er bereits angerufen, ob alles klappt, er kümmert sich wirklich herzlich um uns. Jedenfalls ist nach 4 Stunden das Tagewerk vollbracht, wir müssen 100 Euro dafür bezahlen, werden aber im Gegenzug noch zum Mittagessen eingeladen.

Unter großem Hallo und Winke, winke fahren wir dann gegen 14.00 Uhr ab. Inzwischen haben wir den Entschluss gefasst nach Ankara zu fahren und dort unser Glück mit dem pakistanischen Visum zu versuchen. Zudem regnet es bereits den ganzen Tag, wir verpassen also nichts. Die richtige Autobahn ist schnell gefunden. Kurz nachdem wir den Bosporus überquert haben, kommen wir unerwartet an eine Mautstelle und dort macht sich ein merkwürdiger Geruch in Monster breit. Jupp diagnostiziert sehr schnell, das sind die Bremsen und ein Blick aus dem Fenster bestätigt, ja es sind unsere. In strömenden Regen fahren wir rechts ran und jetzt heißt es schrauben. Monster wird aufgebockt und die blockierte, qualmende Bremse hinten rechts wird gelöst. Jupp stellt das ganze auf Verdacht ein, jedenfalls lässt sich der Reifen wieder drehen, und weiter geht die Fahrt mit mulmigem Gefühl. Der nächste Rastplatz ist unser, denn wir wollen noch einmal kontrollieren, ob die Bremse immer noch zu warm wird. Hinten rechts ist alles in Ordnung, nur leider wird es jetzt hinten links zu heiß. Also das ganze Spiel noch einmal von vorne und weiter geht’s. Dass mir nur keiner denkt, das war es jetzt. Nein, nein wir haben ja schließlich 4 Reifen und 4 Bremsen. Lange Rede, kurzer Sinn, die Sache mit dem Werkzeugkasten heraus, aufbocken und Bremsen lösen, klappt jetzt wie am Schnürchen. Übung macht schließlich den Meister.

Nachdem unser Zeitplan derart durcheinander geraten ist, schaffen wir unser Tagesziel Ankara heute nicht mehr und wir verbringen, man höre und staune, eine ruhige Nacht an einer Autobahnraststätte.

Am Sonntag, den 04.09. treffen wir in Ankara ein. Inzwischen mutig geworden, fahren wir mitten durch die Stadt und treffen am Airporthotel auf unsere Holländer aus Istanbul. Da uns dieser Platz aber zu abgelegen ist, suchen wir noch ein wenig weiter und werden in einer Seitenstraße im Stadtzentrum fündig. Wir erkunden ein wenig die Stadt, die wesentlich grüner und großzügiger angelegt ist als Istanbul, und finden die Lage der pakistanischen Botschaft heraus. Hier liegen die Botschaften praktischerweise alle in einem Viertel, in Kavaklidere.

Montagmorgen ist dann einiges Getöse um uns herum und wir müssen mit Monster den Platz räumen. Wenn es so ist, können wir auch gleich zur Botschaft fahren. Gesagt, getan, diese öffnet erst um 9.00 Uhr, aber dann wird man sehr freundlich eingelassen. Die erste Frage gilt dem Empfehlungsschreiben, ohne läuft nix, dann bekommt man den Visaantrag. Diesen füllen wir flugs aus, je 2 Passbilder dazu und jetzt heißt es warten.

Als erstes stößt ein Holländer zu uns, der mit seiner „Fiets“ unterwegs ist. Die holländische Botschaft verweigert ihm seit 6 Monaten das Empfehlungsschreiben mit der Begründung, es sei zu gefährlich in Pakistan einzureisen. Gibt es in Holland keine Reisefreiheit mehr? Jedenfalls bekommt der arme Kerl kein Visum, will es aber in Teheran noch einmal versuchen. Als nächste trudelt eine Südkoreanerin ein. Sie wollte ursprünglich durch Europa tingeln, traf aber in Istanbul einen Deutschen, der von Indien schwärmte und änderte daraufhin ihre Pläne. Nun sucht sie den jungen Deutschen in der Botschaft. Leute gibt es?! (wir haben sie nachmittags noch mal gesehen, sie hat ihn gefunden!!)

Mittlerweile werden wir zum Botschafter gebeten, dieser befragt uns kurz zu unseren Namen und Berufen und schon werden wir wieder entlassen. Wir sollen am Mittwochmorgen unsere Pässe abholen, da am Dienstag geschlossen ist. Unsere Enttäuschung scheint uns ins Gesicht geschrieben, denn nach kurzer Diskussion erklärt der nette Beamte, wir könnten ja heute Nachmittag nochmals unser Glück versuchen. Selbstverständlich stehen wir um 16.00 Uhr wieder auf der Matte und siehe da, es klappt.

Frohen Herzens, mit Visa in der Tasche machen wir uns auf Richtung Westküste.

 

….Fortsetzung folgt