Griechenland: August 2005

Am späten Nachmittag erreichen wir Thessaloniki und beschließen direkt dahinter an der Küste unser Nachtlager aufzuschlagen. Wir suchen uns einen Ort namens Nea Mihaninona aus, dort angekommen wird der Verkehr von der Polizei komplett umgeleitet. Es geht nur noch über eine Straße in den Ort hinein und das mit einer riesigen Schlange. Bis wir schließlich merken, was los ist, ist es auch schon zu spät. Vor uns ist die Straße gesperrt und es geht nur noch für PKW weiter, wir sind einfach zu groß. Jetzt ist guter Rat teuer, natürlich lässt uns hier niemand mehr rückwärts zurück, Also Verkehr anhalten bis genug Platz zum Drehen ist. Dabei spricht mich eine Griechin auf deutsch an und erklärt, es wäre ein Fest und die Stadt wäre gesperrt. Wunderbar, inzwischen haben selbst wir es bemerkt.

Nach dem Drehen müssen wir uns gegen den Verkehr die Straße heraufkämpfen, doch irgendwann geht es so auch nicht mehr weiter. Ich wieder aus Monster, ca. 100 m die Straße hoch und abermals den kompletten Verkehr angehalten. Das geht ganz gut, wenn man sich einfach dreist mitten auf die Fahrbahn stellt und wild mit den Armen wedelt.

Irgendwann haben wir wieder freie Bahn und entkommen diesem ganzen Tohuwabu.

 

Jetzt haben wir allerdings Lunte gerochen und wollen unbedingt dieses Fest besuchen, außerdem knurrt inzwischen der Magen. Wir gehen das Ganze noch einmal von hinten an und siehe da, wir finden für Monster ein Plätzchen vor einer Sporthalle. Das einzige Handicap, wir können unsere Treppe nicht ganz ausklappen, weil wir zu dicht an einem anderen Auto parken. Das hält uns aber auch nur kurz auf, es wird eben geklettert, und schon kann’s losgehen.

Unterwegs fragt Jupp einen Passanten: “Where is the party?“ und dieser erklärt uns mit einigem Befremden den Weg. Unten angekommen wissen wir auch warum, die Party entpuppt sich als Kirchenfest, bei dem die Oberhäupter in einer großen Prozession durch den Ort ziehen. Als diese dann noch unter Glockengeläut in die Kirche einziehen, fühlen wir uns fast wie zuhause (Für Ahnungslose: Unsere Heimatstadt Kevelaer ist ein katholischer Wallfahrtsort.). Am Ende bekommen wir aber doch noch einen vollen Bauch und verbringen eine ruhige Nacht.

 

Am nächsten Morgen fahren wir an der Küste entlang nach Sithonia, legen einen Einkaufstop in Nikitas bei Lidl ein (es gibt Veltins, die 0,5 l Dose zu 0,37 €) und erreichen am Nachmittag die Ostküste. Unterwegs fragen wir an einer Tankstelle nach Wasser, da unser Reservoir ziemlich erschöpft ist. Der unfreundliche, griechische Tankwart erklärt uns doch tatsächlich, er hätte kein Wasser, und das obwohl der Schlauch vor unserer Nase liegt und definitiv an einen Wasserhahn angeschlossen ist. Das ist unsere erste Erfahrung mit den unfreundlichen Griechen. Da wir nirgendwo Wasser finden, an einem Brunnen stehen schon 10 Leute vor uns an, suchen wir notgedrungen einen Campingplatz auf. Wir schauen uns einen Platz aus und richten Monster waagerecht aus. Nachdem wir mit der ganzen Aktion fertig sind, kommt ein aufgeregter Grieche, der 4 Plätze hinter uns steht, und mault wir würden seine Sicht auf’s Meer versperren und sollen und gefälligst anders herum stellen. Die spinnen, die Griechen!!! Um des lieben Friedens willen, drehen wir Monster um. Wer jetzt denkt, es gäbe ein „Danke schön“, hat sich schwer geirrt. Aus lauter Wut hänge ich die gewaschene Wäsche in seine Aussicht.

 

Auf dem Campingplatz hat sich am Strand eine Tauchbasis nieder gelassen und wir marschieren zur Inspektion. Schließlich sind wir schon fast 2 Monate unterwegs und der Kopf war immer noch nicht tief unter Wasser. Aufgrund der angedrohten Wassertemperatur von 15° ab 15 m Tiefe, bleibt das auch leider so.

 

Am nächsten Abend verlassen wir diese gastliche Stätte mit dem Entschluss im Ort Sarti essen zu gehen und dort auch zu übernachten. Im Ort angekommen parkt direkt vor uns ein Italiener mit seinem Wohnmobil. Alle steigen aus und schon geht das Kauderwelsch los. In einem italienisch, englisch, deutschem Gemisch erzählt jeder woher, wohin und der Italiener meint, diese Straße wäre zum Übernachten zu laut. Er stände in einer Bucht ca. 2 km weiter und wir sollten doch nach dem Essen auch dorthin fahren, falls wir bis 24.00 Uhr warten, würde er uns begleiten. Wir traben zum Essen, sind aber schon um 22.00 Uhr zurück und siehe da, unser Italiener sitzt mit seiner Frau vor der Türe. Quatsch, quatsch, quatsch, schon sitzen wir auch vor der Türe und zuerst kommt der italienische Schnaps auf den Tisch. Limoncello, wie der Name schon sagt, ein Zitronengebräu. Wir lassen uns nicht lumpen und rücken ein wohlbehütetes Cöxchen heraus. Bevor das Ganze aber ausartet, machen wir uns auf den Weg. Unsere neuen Freunde müssen noch auf ihre halbwüchsigen Töchter warten, die im Shoppingfieber sind.

 

Nichts desto trotz ist die Bucht schnell gefunden, es stehen noch 3 andere Mobile dort, und wir richten uns auf eine ruhige Nacht ein.

Wird es auch, bis um 3.00 Uhr in der Früh zwei bulgarische PKW einfallen und ihr Zelt direkt vor Monster aufbauen. Das Ganze geht natürlich nicht besonders leise vonstatten und so ist es mit Schlaf vorbei. Die Rache ist mal wieder mein, morgens um 8.00 Uhr drehe ich mit lautem Getöse unsere Markise heraus und so krabbeln auch die Bulgaren schlaftrunken aus ihren Zelten. Relativ muffig packen sie ihr Zeug zusammen und verschwinden. Ein anderer Wohnmobilist regt sich gar fürchterlich auf, da die Bulgaren den ganzen Tag dort verbracht und erst am Abend ihre Zelte abgebrochen haben. Warum sie dann mitten in der Nacht zurückkommen, weiß keiner.

 

Der Vormittag versinkt in Regen und Gewitter, die Italiener versorgen uns zu Mittag mit original Pasta, aber nachmittags schaut die Sonne doch noch mal vorbei und wir verbringen einige Zeit am Strand.

Unsere Bulgaren tauchen in dieser Nacht bereits am 1.00 Uhr auf, verschwinden aber schon um 7.00 Uhr morgens. Seltsame Gebräuche?!!

Wir verschwinden auch von diesem Strand, nutzen in Sarti die Gelegenheit unsere Emails zu versenden und fahren heute noch bis kurz vor Kavala. An dieser Küste kann man wunderbar von der Straße abfahren und wild am Strand campen. Diese Chance lassen wir uns natürlich nicht entgehen und haben einen romantischen Abend am Lagerfeuer.

Morgens bleiben wir bis Xanthi auf der Autobahn und schlagen uns dann auf Schleichwegen zur Küste durch. Irgendwie, keiner weiß es so genau, kommen wir an einem Strand in der Nähe von Ilmeros aus. Dort steht bereits ein Camper und der Besitzer winkt uns schon von weitem. Also nix wie hin, wir lernen Ilona und Günter kennen. Die beiden sind bereits seit 5,5 Jahren mit ihren beiden Hunden und Wohnmobil unterwegs und verbringen ihre Zeit in Griechenland und der Türkei. Es wird viel erzählt und wir können so manchen Tipp von ihnen bekommen. Nach 2 Nächten dort, treibt es uns aber weiter in Richtung Türkei. Wir legen noch einen Einkaufstopp bei Lidl in Alexandroupoli ein und fahren zielstrebig auf die türkische Grenze, Ipsala zu.