Frankreich: Juli 2005

Am 03.07.2005 um 14.45 Uhr bei Tachostand 41640 und sonnigem Wetter, starten wir unsere Tour in unserem Heimatort Wetten. Der erste Weg führt uns nach Well, in den Niederlanden, wo es heißt 500 l Diesel zu fassen. Das macht sich natürlich gleich im Portemonnaie bemerkbar.

 

Über die A 61 geht es in gemächlichem Tempo Richtung Süden. Unser heutiges Etappenziel, Wissembourg im Elsass, wo wir uns kulinarisch noch einmal verwöhnen lassen wollen. Wie schon des Öfteren, parken wir unser Gefährt mitten auf dem Marktplatz und richten alles für die Nacht her.

 

Zum Essen gibt es ein leckeres Flässchen Riesling und so ist für die nötige Bettschwere gesorgt. Leider machen wir unsere Rechnung ohne das Wetter und die Franzosen. Trotz weit geöffneter Fenster, ist es viel zu warm und wegen derselben viel zu laut. Wir lernen die seltsamen Sitten der Franzosen kennen, nachts die Mülltonnen zu leeren und morgens um 6.00 Uhr den Parkplatz zu kehren. Was hilft es also? Aufstehen und raus vor die Türe. Dort fährt uns gleich der Schreck in alle Glieder, denn wir haben nachts ein Staufach weit offen stehen und vorsichtshalber den Schlüssel dazu gleich stecken lassen. Die Franzosen waren aber so freundlich, die im Staufach befindlichen Holzblöcke vor unsere Reifen zu räumen und nicht gleich mitzunehmen.

Fazit der 1.Nacht: viel sorgfältiger werden und vor dem Schlafengehen noch einmal ums Monster herumlaufen.

 

Um 8.30 Uhr fahren wir los in Richtung Schweiz. An der Grenze erfahren wir von den sehr freundlichen Zollbeamten, dass Monster eine Schwerlastabgabe zu entrichten hat. Der Beamte denkt intensiv darüber nach, wie er uns wohl am günstigsten durch die Schweiz bringen kann, da wir nur 2-3 Tage dort bleiben möchten. (Die minimale Gebühr beträgt für 7 Tage 25,00 Euro.) Aber alle Überlegungen helfen nichts, wir müssen den Mindestsatz zahlen. Im Gegenzug brauchen wir aber die 6 Flaschen Rotwein aus dem häuslichen Keller, die wir zuviel dabei haben, nicht zu verzollen. Es gibt doch noch freundliche Menschen. Zu erwähnen sei noch, dass man keine Vignette kaufen muss, wenn man die Schwerlastabgabe zahlen muss.

 

Der Himmel verdunkelt sich auf dem Weg zum Genfer See und so können wir die Aussicht nur auf wolkenverhangene Berge genießen. Als es dann auch noch wie aus Eimern zu schütten beginnt, ändern wir unseren ursprünglichen Plan am Genfer See in Lausanne die Prominenz zu betrachten. Wir fahren noch über die französische Grenze in Richtung Grenoble und halten Aussicht nach einem Restaurant mit Parkplatz. Kurz vor Voiron, am „Croix de Bayard“ werden wir fündig. Schnell noch Monster rückwärts in einen Berg geparkt ( Huch, war das schon der erste Crash?) und auf geht es zum Essen. Bilanz= Essen mäßig, Rotwein sehr süffig, gut geschlafen bei angenehmen Temperaturen.

Am nächsten Morgen scheint die Rallye „ Monte Carlo“ direkt durch Monster zu führen. Wir stehen also auf und sinnen auf Rache, die auch kurze Zeit später gelingt: In einer langen Schlange haben wir die „Pole Position“ eingenommen und führen uns auf wie der „Trulli“ vom Niederrhein. Formel 1 Fans wissen, was das bedeutet, absolut schwer zu überholen, der Bremsklotz. Hach, Rache ist süß!!

 

Gemächlich setzen wir unsere Fahrt nach Cap d’Agde, unserem ersten Etappenziel, über Valence, Orange, Montpellier und Sete fort und erreichen den angestrebten Campingplatz am frühen Nachmittag. Wie in den ganzen Jahren zuvor, ist hier vor allem abhängen angesagt. Monster wird wetterfest und gemütlich ausgerichtet und hat jetzt erstmal Pause für die nächsten 4 Wochen.

Wir geben uns dem fröhlichen Nichtstun hin, essen und trinken sind die Hauptaufgaben des Tages. So bleibt es nicht aus, dass Monsters Felge nach kurzer Zeit so ausschaut:

Zur weiteren Entrüstung, die Reihe ist doppellagig und zur Beruhigung der Gemüter, wir haben es nicht alleine getan. Jupp denkt ernsthaft darüber nach, in einem Allrad-Forum die Frage zu veröffentlichen, wie viele Bierdosen in eine 8 x 20 Felge passen.

 

Die Tage plätschern gemütlich dahin und erst als der Start der „Tour de France“ in Cap d’Agde stattfindet, raffen wir uns kurzfristig auf. Dank meines Bruders Hermann und des zweiten deutschen Fernsehens, kommen wir in den Genuss des Vip-Bereiches.

Es ist einfach ein riesiges Spektakel, wir sehen Jan Ullrich und Lance Armstrong, und (böse Zungen würden behaupten „Gott sei Dank“) nach ca. 3 Stunden ist der ganze Anfall vorbei. Glücklich und zufrieden ziehen wir uns auf unseren Campingplatz zurück und verfallen wieder in die gewohnte Lethargie.

 

Zu einer größeren Attraktion wurde allein ein Brand in den Dünen. Die Löscharbeiten der beiden Flugzeuge, die über unsere Köpfe hinweg, und die zahlreichen Feuerwehrfahrzeuge, die über den Campingplatz rasten, konnten wir von Monsters Dach hervorragend beobachten. Unser Platz kommt jedoch mit dem Schrecken davon, wohingegen der Nachbarplatz evakuiert werden musste.

Wir verbringen einfach noch eine schöne Zeit mit unseren Freunden Elke und Rainer (die ebenfalls schon seit Jahren ihren Urlaub hier verleben) und mit Sylvia und Werner (die beiden sind kurz entschlossen noch einmal zum „Tschüss“ sagen eingeflogen). Den Abschluss bildet ein leckerer Paella- Abend, eine von Juppis Spezialitäten, und danach sind wir uns selbst überlassen bis zu unserer Abreise am 06.08.05 in Richtung Kroatien.