noch Malaysia: September 2006

Am 10.09.2006 heißt es einmal mehr Abschied nehmen, denn wir gehen wieder auf große Fahrt. Nach 3 Monaten Partyleben ist es nun auch langsam an der Zeit, wollen wir nicht als Rittersport, nämlich quadratisch, zu Monster zurückkehren.

 

Morgens um 7.30 Uhr reißen wir Sohnemann Dennis und Freundin Nicole aus ihrem wohlverdienten Sonntagsschlaf, da die beiden uns nach Schiphol/Amsterdam verfrachten. Bereits um 9.30 Uhr, also 2.5 Stunden vor dem Start des „Malaysia Airlines“ Fluges nach „Kuala Lumpur“ sind wir an Ort und Stelle und staunen nicht schlecht über die riesige Schlange vor dem Check-in Schalter. 1,5 Stunden üben wir uns in Geduld, aber dann sind auch wir endlich an der Reihe. Schlau wie wir sind (keine Kommentare jetzt!!) haben wirgottlob Tauchgepäck angemeldet, obwohl wir ja eigentlich gar keines haben (im Rucksack sind sämtliche Ersatzteile für Monster!!) und so dürfen wir zusammen 60 Kilo Gepäck haben. Beim Wiegen stellt dann diese wunderbare Dame am Schalter fest, dass wir ganze 2 Kilo Übergepäck haben und verlangt dafür sage und schreibe 111,00 Euro (In Worten einhundertelf). Wir trauen unseren Ohren nicht und erklären, dann würden wir noch etwas auspacken und unserem Sohn mitgeben. Dieser ist natürlich längst nicht mehr da, stattdessen stopfen wir das Übriggebliebene in unsere Jackentaschen. Während wir also in dieser Halle auf dem Boden herumhocken, umgeben von unserem Gepäck, kommt der 2. Hammer.

 

Da wir unsere Flüge in Malaysia gebucht und dort keinen Wohnsitz haben, müssen wir einen Weiterflug nachweisen ansonsten würden sie uns nicht mitnehmen. Danach hat uns ja noch nie jemand gefragt und so macht sich bei uns endgültig die Panik breit, denn wir haben kein Weiterflugticket von Malaysia aus. In einem lichten Moment fällt mir plötzlich ein, dass ich unsere Buchung von „Singapur“ nach „Perth“ noch auf dem Läppi habe. Also dieses langsame Ding heraus, alles dauert ewig und wir sind inzwischen die letzten beim Einchecken. Endlich der erlösende Augenblick, der Chef vom Dienst wirft ein Auge auf unser E-Ticket und gibt das O. K. zum Mitflug.

 

Uns zittern mittlerweile die Hände und Knie, im Schweinsgalopp rennen wir vorbei an der langen Schlange vor der Passkontrolle, immer lustig rufend, dass unser Flug bereits den letzten Aufruf hat und kommen gerade noch rechtzeitig an bevor die Türen des Fliegers schließen. Gefrühstückt haben wir selbstverständlich immer noch nicht, aber da soll einem auch der Appetit nicht vergehen.

 

Allen Widrigkeiten zum Trotz landen wir pünktlich auf dem „KLIA“ Airport, auf dem wir uns mittlerweile zu Genüge auskennen. Dementsprechend schnell sitzen wir in einem offiziellen Taxi, das uns zum „Swiss Garden“ Hotel bringt. Um sämtlicher Aufregung um diese frühe Stunde zu entgehen, haben wir für die erste Nacht das Hotel bereits in Deutschland via Internet (www.asiahotels.com) günstig gebucht. Dort gibt es so etwas wie den „early check-in“ und so liegen wir bereits um 8.00 Uhr in den Kissen, um uns 3-4 Stunden Schlaf zu gönnen bevor es an die Arbeit geht.

 

Einigermaßen erfrischt wollen wir voller Tatendrang loslegen, müssen aber nach einem Telefongespräch mit Caroline von „ABX Logistics“ erkennen, dass wir uns zunächst mal wieder in asiatischer Ruhe üben müssen. Asien hat uns wieder, nichts geht wie geplant und vorerst einmal bis Mittwoch sind wir zum Nichtstun verdonnert, denn Caroline muss sich zunächst einmal auf die Suche nach einem „Flat Rack“ für uns machen. Dann kommt etwas Bewegung ins Ganze, wir treffen uns mit Eric Reuter (ABX) und endlich kommt es zum Wiedersehen mit Monster. Der gute macht auf den ersten Blick einen perfekten Eindruck, im Innern ist zwar die Luft etwas abgestanden, aber ansonsten ist alles tadellos. Wir verbringen einige Zeit mit der Aktivierung der elektrischen Anlage und großem Umräumen. Die mitgebrachten Ersatzteile müssen verstaut werden, die Kisten und Klamotten vom Dach lagern wir für die große Überfahrt im Innern und in den Tauchrucksack kommt nun wirklich unser Tauchequipment. Puh, die Temperaturen sind doch etwas anders als in Deutschland und der Schweiß läuft schon wieder in Strömen, aber nach 2 Stunden ist alles vollbracht.

 

Tja, und das war dann auch schon unsere ganze Aktivität in dieser Woche. Im Laufe des Nachmittages dann die erlösende Nachricht von Caroline, es ist sowohl ein „Flat Rack“ vorhanden als auch eine Passage. Diese zwar nicht wie geplant am Samstag, aber dafür soll sie dann auch 17 Tage anstatt der geplanten 14 Tage dauern. Wir fragen uns ernsthaft, wozu wir bereits am Sonntag hierher geflogen sind und was wir nun mit der überflüssigen Zeit in „Perth“ machen sollen. Der Gedanke unsere Freunde Andrea und Detlef, die zur Zeit auf Bali Urlaub machen, dort zu besuchen, lässt uns nicht mehr los. Es liegt ja quasi auf dem Weg!

 

Also ran an’s Internet und Himmel und Höhle in Bewegung gesetzt um unsere Flüge umzubuchen. Erst am Freitagabend werden wir von Caroline gestoppt, Monster wird jetzt am Montag verladen, aber sie hat dann doch ein schnelleres Schiff gebucht, das bereits am 27.09. in „Fremantle“ eintrifft. Also die ganze Aufregung umsonst, im Gegenteil Monster ist jetzt sogar früher dort als wir.

 

Am Samstagmorgen geht es endlich voran, Monster soll verladen werden. Eine ABX-Mitarbeiterin holt uns am Hotel ab, liefert uns im Lagerhaus ab und wir bringen Monster wieder hinaus auf die Straße, wenn gleich auch nur für kurze Zeit. Im gleichen Warehouse in „Port Klang“ wie bei unserer Ankunft im Februar, läuft heute die vormalige Prozedur rückwärts ab.

Es wird eine Rampe gebaut über die Jupp unser Baby auf das „Flat Rack“ fährt, Monster wird verzurrt und verzerrt und abermals kommen 2 Kräne zum Einsatz die das gesamte Gespann auf einen Tieflader befördern. Wie jedes Mal eine etwas aufregende Geschichte, 8.5 Tonnen plus Rack durch die Luft schweben zu sehen. Uff, es ist endlich geschafft, endlich können wir uns gedanklich auf unseren morgigen Flug nach Borneo vorbereiten.

 

Wie immer vor einem Flug verbringen wir die Nacht mehr im wachen als im schlafenden Zustand, wir könnten uns ja trotz Wecker, Handy und bestelltem Weckdienst verschlafen, und so sind wir beim Aufstehen um 4.30 Uhr nicht gerade topfit.

Das vorbestellte Taxi wartet bereits auf uns und bringt uns planmäßig zum LCC-Terminal, von dem alle „Air Asia“ (www.airasia.com) Flüge starten. Noch glauben wir, wir hätten Zeit im Überfluss, doch dann werden unsere Nerven ein weiteres Mal auf eine harte Probe gestellt. In diesem Terminal herrscht das absolute Chaos, jedes Gepäckstück muss vor dem Einchecken durchleuchtet werden und wer nun glaubt, dieses liefe in irgendwelchen geregelten Bahnen ab, hat sich schwer getäuscht.

 

Die Rücksichtslosigkeit der Asiaten kennt keine Grenzen, es wird geschubst und gedrängelt was das Zeug hält. Vorbei ist es mit vornehmer Zurückhaltung, drängeln und schubsen können wir auch und so sind wir dann auch recht bald am Förderband angekommen.

Ruck Zuck alle Taschen aufs Band, herausschubsen aus der vordrängelnden Masse und aufatmend auf die andere Seite laufen ist eins und dann beginnt das große Wundern. Die erste Tasche kommt wie geplant, aber wo ist unser Tauchrucksack?? Dieses Riesending kann doch nicht so leicht verschwinden! Also zurück ins Gedrängel und siehe da, da liegt das gute Stück. Irgendein Witzbold hat ihn doch tatsächlich wieder vom Band gezerrt und nun packen alle anderen natürlich ihre Koffer davor. Es ist nicht zu glauben! Nun denn, endlich ist auch das vollbracht und da unsere Abflugzeit unaufhaltbar näher rückt, setzen wir das soeben Gelernte ein weiteres Mal um.

 

Ohne Rücksicht auf Verluste drängeln wir uns beim Einchecken vor, was die Asiaten können, können wir doch schon lange. Nachdem wir dann an einem weiteren Schalter unser Übergepäck bezahlt haben, „Air Asia“ transportiert nur 15 kg pro Person, hasten wir schnurstracks zu unserem Flieger und schon schließen sich die Türen. Langsam gewinnen wir den Eindruck, dass uns die Fliegerei nicht so gut gesonnen ist, richtig relaxt fliegen wir in letzter Zeit nicht ab.

 

Nach der Landung in „Tawau“/Sabah läuft dann alles wie geschmiert, unser Gepäck kommt zügig, der Shuttlebus vom „Smart Divers Mabul Resort“ (www.sipadan-mabul-com.mv) steht auch schon parat und bringt uns in 1-stündiger Fahrt nach „Semporna“. Wir steigen um in ein Schnellboot der gleichen Company und nach 45-minütiger Bootsfahrt sind wir endlich auf der Insel „Mabul“ angekommen. Hier haben wir bereits in den Jahren 1995 und 1996 zwei Tauchurlaube verbracht und finden das Resort zwar stark vergrößert, doch wie erwartet vor.

Wir beziehen einen Bungalow mit Meerblick und langsam kehrt Ruhe ein. Das Tauchgebiet von „Sipadan“, „Kapalai“ und „Mabul“ begeistert uns nach wie vor und wir sind froh noch einmal hierher zurückgekehrt zu sein.

 

Obwohl wir uns oftmals fragen, wo unser Monster sich wohl herumtreiben mag, vergehen die 10 Tage auf der Insel wie im Fluge und schon heißt es wieder Kofferpacken. Am Mittwochmorgen um 7.00 Uhr geht es abermals per Boot und Auto zurück nach „Semporna“ bzw. „Tawau“. Unser „Air Asia“ Flug nach „Johor Bahru“, die malaiische Seite von „Singapur“, soll um 10.15 Uhr starten, doch ein Blick auf die Anzeigetafel lässt uns erstarren. Unser Flug mit der Nummer 5633 ist dort für 15.50 (!)Uhr angeschlagen. Auf zum “Air Asia“ Büro und nach einigen tumultartigen Szenen stellt sich heraus, dass man vergessen hat uns per Email zu benachrichtigen.

Seit dem 18.09. wurde die Flugzeit geändert. Ist ja ganz toll, statt uns gemütlich zunächst noch im Bett und anschließend am Strand zu aalen, dürfen wir jetzt 6 Stunden auf diesem Nichts von einem Flughafen verbringen. Ich kann es nicht fassen, nach zähen Verhandlungen gelingt es mir wenigstens, die kostenlose Beförderung unseres Übergepäcks und ein Lunchpaket herauszuschlagen. Das lässt die Zeit zwar auch nicht schneller verstreichen, ist aber gut für’s Gefühl. Schlussendlich starten wir um 15.30 Uhr, hier scheinen Flugpläne nur grobe Anhaltspunkte zu sein, aber uns ist es recht.

 

Knapp 3 Stunden später landen wir in „Johor Bahru“, schnappen uns ein Taxi und lassen uns in 1-stündiger Fahrt nach „Singapur“ kutschieren. Die Zollformalitäten werden dabei ganz bequem vom Taxifahrer erledigt während wir hinten in den Polstern hängen. Via Internet haben wir das „Golden Landmark“ Hotel vorgebucht und dahin führt nun unser Weg. Um 20.00 Uhr sind wir endlich an Ort und Stelle, essen eine Kleinigkeit in einer der zahlreichen Garküchen und fallen dann ermattet in die Kissen.

 

Den 1-tägigen Aufenthalt in „Singapur“ wollen wir natürlich ausnutzen und sind morgens wieder zeitig unterwegs. Da wir von früheren Aufenthalten die meisten Sehenswürdigkeiten bereits kennen, machen wir dieses Mal die Innenstadt ein wenig unsicher. Es geht die „Orchardroad“ hinauf und hinunter, hier kann man wirklich shoppen bis der Papst kommt, doch bis auf die bereits seit Jahren von mir heißbegehrte Taucheruhr, bleiben wir hart, schließlich wollen wir nicht schon wieder mit Übergepäck fliegen. Bei einem „Singapore Sling“ in der „Longbar“ im bekannten „Raffles“ Hotel lassen wir den Tag ausklingen und befinden, dass es schlimmere Schicksale gibt.

 

Morgens um 6.30 Uhr finden wir uns auf dem „Changi“ Airport ein und treten unseren, hoffentlich für längere Zeit, letzten Flug an. Am 29.09. pünktlich um 9.05 Uhr startet der „Quantas“ Flug BA7376 nach „Perth“ und bringt uns hoffentlich zu unserem Monster zurück.