von Alice Springs nach Innamincka: Nov. 2006

In „the Alice“, wie es von den Aussies liebevoll genannt wird, haben wir uns den „Macdonnell Range Holiday Park“ als Standort ausgeguckt und haben Glück, dass wir dort einen Stellplatz bekommen. Die in jedem Jahr mit gerader Zahl stattfindenden „Honda Masters Games“, ein Sportfest mit allen erdenklichen Sportarten, sind gerade zu Ende gegangen und die meisten Teilnehmer bereits wieder abgereist.

 

Heute wollen wir es eigentlich gemütlich angehen lassen und über unsere drahtlose Internetverbindung mal eben die Emails abholen. Ja denkste, beim Hochfahren spielt der Laptop verrückt, nichts geht mehr. Ich werde halb wahnsinnig, der neueste Bericht ist fertig, aber natürlich mal wieder nicht gesichert und alle Bilder sind downgeloaded, von der Kamera gelöscht und wie könnte es anders sein, natürlich auch nicht gesichert. Wir verbringen den restlichen Tag mit diesem Wunderwerk der Technik, aber alles ist umsonst, es spricht nur in Rätseln mit uns. Selbst auf den wagemutigen Einsatz eines Schweizers, der für 4 Monate hier unterwegs ist, reagiert der Läppi nicht, bleibt nur zu hoffen, dass wir morgen einen Informatiker finden.

 

Leicht frustriert wollen wir unser Glück im Spiel suchen. In „Alice Springs“ ist ein Spielcasino und der alte Zocker von einem Ehemann ist nicht mehr zu halten.

Maschine kommt zum Einsatz und los geht es, wir sind die einzigen Besucher die ihre Zündapp auf dem recht großen Parkplatz abstellen.

Nach einem schlechten Dinner bestehend aus Fisch und Chips, werden die Karten für Juppi gemischt. Ich habe das Empfinden eher in einem Kühlschrank zu sitzen als in einem Casino und da mein Einsatz als Glückgöttin momentan auch sehr fraglich ist, verbringe ich die meiste Zeit vor der Türe, wo es deutlich wärmer ist. Nach einiger Zeit taucht mein strahlender Göttergatte aus den Katakomben auf und bringt die freudige Nachricht, unsere Kasse ein wenig aufgefrischt zu haben. Das hebt die Stimmung deutlich.

 

Morgens um 8.00 Uhr sind wir bereits mit unserem Patienten, dem Laptop, unterwegs zu einem PC-Laden und dort ist man recht zuversichtlich, dass er durchkommt. Wir sollen am Nachmittag mal nach ihm schauen. Hoffnungsfroh machen wir uns daran unsere lange Besorgungsliste abzuarbeiten. Zunächst suchen wir einen Spezialisten für Klimageräte auf, da seit einiger Zeit unser Klimakompressor bei Generatorbetrieb nicht mehr in Wallung kommt. Vielleicht kann man den Kompressor ja dahingehend einstellen, dass er nicht mehr so viel Anlaufstrom benötigt.

Der freundliche Experte zieht uns diesen Zahn jedoch recht schnell, gibt aber den netten Hinweis, das Pferd von hinten aufzuzäumen, sprich den Generator ein wenig zu tunen.

 

Mit einer entsprechenden Adresse versehen, machen wir uns dorthin auf den Weg. Mister Parry zeigt sich ganz begeistert von Monster, doch unser Generator erfüllt ihn gar nicht so mit Freude. Bis vor einiger Zeit hat er selbst „Hatz“ Dieselgeräte vertrieben, diese jedoch als zu empfindlich für australische Verhältnisse empfunden. Hier brauche man etwas robustes, einfaches und kein hochtechnisches Gerät. Immerhin klärt er uns auf, dass die extreme Hitze den beiden Geräten sehr zusetzt und wir höchstens versuchen können, den Motor des Generators etwas schneller laufen zu lassen, vielleicht klappt es ja dann wieder.

Gesagt, getan und siehe da, es läuft. Der einzige Haken, heute ist es nicht soooo heiß und daher das Ergebnis leicht verfälscht. Warten wir also ab, was demnächst geschieht. Unsere nächste Station ist ein Campingshop, in dem wir eine unserer Gasflaschen auffüllen lassen wollen. Die Füllstation ist vorhanden, einer unserer Adapter passt auch hervorragend, aber leider wird die Flasche nicht ganz voll. An den europäischen Flaschen fehlen Entlüftungsventile und darum scheint das Ganze nicht so recht zu funktionieren. Immerhin ist ein bisschen hineingekommen und solange wir nicht heizen müssen, ist unser Verbrauch sehr gering.

 

Weiter geht es zum Reifendienst. An einer Tankstelle ist es uns nicht gelungen, den für Asphaltstraßen nötigen Druck wieder herzustellen, aber wie zu erwarten klappt es hier ohne Probleme. Wir ersteigern gleichzeitig noch eine neue Ventilverlängerung, die sich einfacher handhaben lässt als unsere alte und weiter geht’s. Ein Laden für Autozubehör ist unser nächstes Ziel. Jupp hat festgestellt, dass wir keinen 12mm Imbusschlüssel besitzen, diesen aber zur Demontage der Freilaufnaben dringend benötigen. Tja, in Deutschland geht man in einen Baumarkt oder ähnliches und kauft sich das Gewünschte, aber nicht so hier.

 

Wir klappern verschiedene Hardwarestores ab bis wir endlich fündig werden, das einzig vorhandene Exemplar geht in unseren Besitz über. Mittlerweile ist es Mittagzeit und wir legen eine Pause in der Fußgängerzone „Todd Mall“ ein. Hier steht die John Flynn Memorial Church, die an den Mann erinnert, der die Flying Doctors ins Leben rief. Gleich nebenan im Adelaide House, dem 1920 erbauten ersten Krankenhaus der Stadt, wird ebenfalls an John Flynn gedacht. Bei einem scheußlich schmeckenden Eiskaffee besprechen wir unsere weiteren Pläne und buchen anschließend im Visitorcenter ganz spontan zwei Karten für die morgen Abend stattfindende Show im „Sounds of Starlight“ Theater. Da wir schon mal da sind, können wir uns auch gleich über die Straßen- und Wetterverhältnisse in den kommenden Tagen informieren. Eine für uns eventuell in Frage kommenden Route, der Birdsville Track, ist derzeit wegen starker Regenfälle gesperrt, doch alle anderen Wege sind offen. Wunderbar, da haben wir ja die freie Auswahl.

 

Unser nächstes und vorläufig auch letztes Ziel ist ein Shoppingcenter. Unsere Vorräte haben einen bedenklichen Zustand angenommen und bedürfen dringend einer Auffrischung vor der nächsten Outbacktour. Bei Woolworths schlagen wir erbarmungslos zu, einzig unser Wunsch nach einem herzhaften, dunklen Brot bleibt mal wieder unerfüllt. Zurückgekehrt zu Monster, hat dieser sich doch tatsächlich ein Knöllchen wegen Falschparkens eingehandelt. Sachen gibt’s!

 

Bevor wir zum Campingplatz zurückfahren, schauen wir noch bei unserem Patienten vorbei und hurra, er ist genesen und alle Daten sind ebenfalls noch vorhanden. Glück braucht der Mensch!

Für Dienstag stehen eigentlich einige Besichtigungen auf dem Programm, doch bereits beim Aufstehen sind wir von einer gewissen Lustlosigkeit befallen. Wir lassen den RFDS, den Royal Flying Doctor Service sein, erledigen stattdessen die Wäsche, versenden unsere Emails und Berichte und vertrödeln den restlichen Tag mit der neuen Routenplanung. Gegen Abend steht der Entschluss zur morgigen Weiterfahrt fest und schnell wird noch alles wieder rüttelfest verpackt bevor wir uns auf Maschine zur Sound- und Lightshow aufmachen. Laut Prospekt nehmen Andrew Langford, ein Meister auf der Didgeridoo, und seine Musikerfreunde den Konzertbesucher mit auf eine musikalische Reise durch Inneraustralien. Im Nachhinein hätten wir uns den Besuch sparen können, der Funke der mystisch angehauchten Show springt nicht auf uns über, daran ändern auch die ausgestellten Bilder von Blacky Fuchsberger nichts.

 

Mittwochmorgen füllen wir unseren Dieseltank bis zum Anschlag, natürlich wieder mit Wooli-discount und rollen gemütlich auf dem Stuart Highway Richtung Süden. Kein Gerumpel, kein Geschockel, einfach nur Asphalt, wie langweilig!! Die heutigen ca.450KM bis Marla, dem Start des Oodnadatta Tracks, sind schnell geschafft. Einzig die vergessene Quarantäne sorgt kurzfristig für etwas Stimmung. Zwischen einzelnen australischen Staaten herrscht ein Einfuhrverbot für Obst und Gemüse, man möchte damit verhindern, dass sich z.B. die Fruchtfliege im ganzen Land ausbreitet. Also gibt es an manchen Bundesgrenzen feste Kontrollstellen, an anderen können die Fahrzeuge sporadisch kontrolliert werden. Auf diese Art und Weise kann es zum einem regelrechten Gemüse- und Obstaustausch kommen, auf der einen Seite gibt man z.B. Bananen ab und übernimmt dafür auf der anderen Seite Apfelsinen. Wir möchten uns aber heute überhaupt nicht von unserem frisch gekauften Gemüse trennen und beschließen dieses zu verstecken. Die Aktion erweist sich als völlig überflüssig, wir sehen zwar die Tonnen, in die man sein Gemüse hineinwerfen soll, aber von einer Kontrolle ist weithin keine Spur.

 

Wir kurven noch kurz durch den kleinen Ort auf der Suche nach einer Polizeistation, um uns nach den Straßenverhältnissen zu erkundigen, doch mangels Erfolg ziehen wir uns auf den Roadhouse Campground zurück. Wie überall im Aussieland, kommen wir recht schnell mit anderen Travellern ins Gespräch und erfahren dabei, dass auch diese Obst und Gemüse schmuggeln. Dermaßen beruhigt futtern wir zum Abendessen u.a. hemmungslos Gurkensalat aus verbotenen Northern Territory Gurken. Wir liegen kaum im Bett, da tobt draußen ein solcher Sturm los, dass Monster ordentlich durchgeschüttelt wird. Eine Stunde heult und pfeift es, dann ist der Spuk genauso schnell wieder weg wie er gekommen ist und wir können beruhigt einschlafen.

 

Morgens bei der Abfahrt treffen wir auf Erich, ein Österreicher, der mit seinem Motorrad unterwegs ist und den wir bereits in den West McDonnell Ranges getroffen haben. Den armen Kerl hat es in der Nacht samt Zelt weggeblasen. Während der Unterhaltung stellen wir fest, dass wir für heute die gleiche Route auf dem Programm haben, vielleicht treffen wir uns ja nochmals.

Die 650 KM lange Outbackpiste führt von „Marla“ über „Oodnadatta“ und „William Creek“ nach „Marree“, sie wurde an der alten Telegrafenleitung und Eisenbahnlinie entlang gebaut.

Für heute nehmen wir die ersten 216 Kilometer bis „Oodnadatta“ unter die Räder. Der Track ist in einem wunderbaren Zustand, anscheinend frisch gegradet und mit nur wenigen Bodenwellen. Es stehen zwar einige Flussdurchfahrten auf dem Programm, doch mangels Wasser können wir die Flüsse zum Teil gar nicht finden. Wir fühlen uns fast wie auf dem Highway und erreichen dementsprechend unser geplantes Ziel bereits um 14.00 Uhr.

Das Herz des Ortes (180 EW) ist das Pink Roadhouse, eine ständig sprudelnde Quelle für Tipps. Die von den Eigentümern, Adam und Lynnie Plate, selbstgemalten Karten sind absolut zuverlässig. Wie wir dort erfahren, erübrigen sich unsere Überlegungen zu einer eventuellen Weiterfahrt von selbst, denn die nächste Etappe bis „William Creek“ ist zumindest für heute gesperrt. Was wir in der Nacht nur als Wind erlebten, hat anscheinend die restliche Route komplett geflutet und somit ist diese nicht befahrbar. Folglich breiten wir uns im angeschlossenen Caravanpark aus.

 

„Oodnadatta“ ist mit durchschnittlich 115 mm Jahresniederschlag der trockenste, bewohnte Ort Australiens und war zwischen 1891 und 1929 der Endpunkt der Bahnlinie. In jenen Jahren transportierten Kamelkarawanen Passagiere und Fracht von hier nach Alice Springs. Die neue Bahnlinie verläuft heute 100 KM weiter westlich. Aus der alten Zeit stammt das Bahnhofgebäude (1890), in dem ein kleines Museum eingerichtet ist und genau dorthin führt unser Weg.

Das Museum ist mit Abstand das beeindruckendste Gebäude des Ortes, den Schlüssel dazu können wir in der gegenüberliegenden Kneipe holen. Ansonsten gibt es nicht viel zu erkunden, wir laufen die 300 m lange Hauptstraße einmal hoch und wieder zurück, sehen ein herziges Freilichtkino und als ob wir noch einen Beweis dafür benötigen, wie isoliert der Ort liegt, einen Schilderwald mit den gigantischen Entfernungsangaben: 1980 KM bis Melbourne, 2160 KM rauf nach Darwin. Bei unserer Rückkehr zum Campingplatz hat sich Erich auch eingefunden und wir beschließen gemeinsam im Pub unser Abendessen einzunehmen. Die meisten der dort Anwesenden haben dem Bier schon etwas zugesprochen, da wir uns nicht ausschließen wollen, gibt es zu den üppigen Essenportionen auch noch ein Bierchen.

 

Morgens gibt sich der Abschnitt zwischen „Oodnadatta“ und „William Creek“ (203 KM) recht eintönig, weithin flach und manchmal etwas steinig, einzige Abwechslung bieten die alten Eisenbahnbrücken. Die 578 m lange „Algebuckina“ Bridge ist die größte und längste des alten „Ghan“. Mehrfach sehen wir die Ruinen alter Telegrafenstationen und auch deren moderne Nachfolger, die drahtlose Telekommunikation via Mikrowelle. Dazu dienen die Mikrowellen-Umsetzer Türme, die alle 40-50 KM auf Höhenflächen stehen. Wir passieren die Warrina-Ruinen, an denen einer Australienexpedition von David Lindsay im Jahre 1891 gedacht wird. Damals starteten 14 Mann in Adelaide mit 44 Kamelen zu einer 1-jährigen Forschungsreise, legten 7000 KM zurück und kartographierten dabei 200.000 km².

 

Kurz vor „William Creek“, das Roadhouse ist am Track regelmäßig mit WC + KM-Angaben ausgeschildert, was aber entgegen unserer Annahme nichts mit einer Toiletten-Vorankündigung zu tun hat, sondern einfach die typische Aussie-Abkürzung-Beschilderung des nächsten Ortes, fahren wir am Abzweig der größten Ranch des Globus vorbei. Mit 30.027 km² ist „Anna Creek Station“ größer als ganz Bayern, die 12.000 Rinder verlieren sich in dieser Weite. Nebenbei bemerkt benötigt hier jede Kuh mehr als 2 dürre km² Fressfläche, und das bei extensiver Weidewirtschaft.

Ebenso weit und leer ist der nahezu verlassen daliegende Ort „William Creek“ (12 EW), mit Ausnahme des uraustralischen Pubs.

Hier könnten wir mit dem Lesen zurückgelassener Nachrichten Tage verbringen und zum Abschied auch noch einige Dollars oder gar Euro an die Wand nageln. Am frühen Mittag bleibt es jedoch bei einer Cola und ein bisschen Smaltalk mit der Wirtin bevor es weiter geht zu unserem heutigen Stopp an den „Coward Springs“. Dort gibt es eine warme Quelle, nur einige Schritte von einzelnen Campingparzellen entfernt, die palmenbestanden wie eine Oase wirkt. Wir teilen uns das Wasserbecken mit einem Geschwader von Fliegen, aber die gehören ja wohl dazu im Outback.

Gegen Abend taucht auch Erich mit seiner BMW auf, mit dem wir nach dem Abendessen mal wieder Erfahrungen austauschen. Währenddessen müssen hunderte von Mücken über uns hergefallen sein, denn am nächsten Morgen sehen wir aus wie Streuselkuchen, ein Mückenstich reiht sich an den nächsten. Tja, selbst Schuld, bei soviel Wasser hätten wir uns das ja denken können. Kratzender Weise setzen wir unsere Fahrt fort, vorbei am Lake Eyre. Der Salzsee, mit einer Nord-Südausdehnung von 185 KM, füllte sich nur nach starken Regenfällen mit Wasser und die tiefste Stelle liegt bei 16 m unter dem Meeresspiegel. Auf diesem See stellte Donald Campbell 1964 einen Geschwindigkeitsrekord von 645 km/h auf, nicht etwa den für Wasser- sondern den für Landfahrzeuge.

 

Wir kreuzen den „Dog Fence“ oder auch Dingozaun, der sich auf 9600 KM durch ganz Australien zieht und von Farmern errichtet wurde, um die Schafe killenden Dingos abzuhalten. Der „Oodnadatta-Track“ endet in dem verschlafenen „Marree“, einst eines der Zentren der afghanischen Kameltreiber, die die abgelegenen Farmen und Outbackorte versorgten. Seine ehemalige Bedeutung als Bahnhof an der Strecke des „Ghan“ büßte der Ort ein, als die neue Bahntrasse 190 KM weiter westlich vorbeiführte.

An die gute alte Zeit erinnern nur noch einige Diesellokomotiven im Ortskern. Wir kurven auf der Suche nach der Polizeistation durch den Ort, werden auch fündig, doch wie so oft ist die Station geschlossen und so holen wir den Straßenzustandsbericht an einer Tankstelle. Laut Aussage des Besitzers ist sowohl der „Strzelecki Track“ als auch der „Birdsville Track“ zu befahren, der erste sei aber interessanter als der zweit genannte. Wir lassen uns überzeugen und fahren weitere 80 KM bis „Lyndhurst“, dem Ausgangspunkt für den 460 KM langen Weg bis „Innamincka“. Hier gibt es noch ein Roadhouse, einen Pub, die letzte Tankstelle und selbstverständlich den für Australien unvermeidlichen Caravanpark.

 

Die ersten Kilometer des „Strzelecki Tracks“ sind ziemlich aufreibend, da grober Schotter und Dip-Senken Monster zum Schüttelbecher machen. Um kurz zur Ruhe zu kommen, fahren wir links ran und da hören wir es auch schon. Mit lautem Zischen entweicht dem linken Hinterreifen die Luft. So ein Mist, hätte das nicht einige Kilometer früher passieren können als jetzt hier in der Einöde? Doch jammern hilft bekanntlich nicht weiter, wir bewaffnen uns also mit Handschuhen und los geht es.

Die nächsten 2 Stunden fließt der Schweiß in Strömen, doch mit Hilfe unserer Winde werden wir recht gut Herr über die 120 kg schweren Reifen. Beim näheren Betrachten finden wir ein ca. 8 cm langes und 1 cm dickes Moniereisen im Gummi, da fragt man sich, wie so etwas dort hineinkommt.

Recht erschlagen, aber glücklich setzen wir die Fahrt fort. Es geht durch karge Buschlandschaft, die allmählich in Steinwüste übergeht. Vorbei an vielen verlassenen Homesteads, von denen nur noch Ruinen übrig sind und teilweise ist es so eintönig, das wir uns fragen, inwiefern dieser Track interessanter sein soll als der „Birdsville“. Für die Nacht haben wir „Montecollina Bore“ auserkoren, diese große, artesiche Bohrung war die einzige Wasserversorgung am Track für das Vieh und seine Treiber.

Bei unserer Ankunft sind wir doch sehr überrascht, wie eine kleine Oase liegt das Wasserloch da, an dem sich zahlreiche Papageien und Kakadus eingefunden haben. Völlig ungestört genießen wir das Kakadu-Spektakel bei Sonnenunter- und auch bei Sonnenaufgang.

 

Morgens passieren wir die Furt über den Strzelecki Creek, die aber, wie bisher alle Flussdurchfahrten, trocken liegt. Kurz darauf zweigt doch tatsächlich ein Track zur „Merty-Merty“ Homestead ab, ob es sich womöglich um irgendwelche von Juppis Vorfahren handelt? Nicht zuletzt deswegen, sondern weil es sich bei dieser Route um den ursprünglichen und somit um eine 4 WD-„Kult-Strecke“ handelt, entscheiden wir uns für diese. Der Weg wird zwar fortan nicht interessanter, dafür zunächst einmal sehr sandig und führt vorüber an reichen Erdgasfeldern. Dementsprechend ist die Landschaft mit Bohrtürmen gepflastert. Auf den letzten Kilometern bis „Innamincka“ werden wir nochmals gut durchgeschüttelt, das Wellblech ist vom Feinsten, und erreichen bei ziemlicher Hitze unser vorläufiges Ziel.