von Melbourne nach Ceduna: Februar 2007

Nach dem Motto eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, und aufgrund der illustren Gesellschaft, verläuft die 10stündige Überfahrt zurück auf das Festland recht kurzweilig und pünktlich um 19.00 Uhr laufen wir im Hafen von „Melbourne“ ein. Das Auschecken geht recht zügig vonstatten und wir verlassen die Stadt auf direktem Wege. Für die Nacht haben wir uns für einen, 50 KM entfernten, Rastplatz entschieden und treffen uns dort vermutlich zum letzten Mal mit den üblichen Verdächtigen. Schnell sind die 3 Gefährte zu einer Wagenburg zusammengestellt und wir sitzen gemütlich, vor dem recht kräftigen Wind geschützt, im Innenhof. Die Vodkaflasche macht nochmals die Runde und am nächsten Morgen heißt es Abschiednehmen.

Die Monsterbande macht auf ihrem Weg zur „Great Ocean Road“ einen Abstecher in den „Otway“ Nationalpark. Angeblich gibt es dort eine Kolonie frei lebender Koalas. Und wirklich, beim Einbruch der Dunkelheit spaziert ein solches Exemplar auf Monster zu und schaut uns etwas irritiert an.

 

Anscheinend haben wir uns ausgerechnet unter seinem Lieblingsbaum häuslich niedergelassen. Nachdem wir dann eingehend inspiziert worden sind, setzt er seinen Weg unbeirrt fort, besteigt seinen Baum und verbringt die Nacht mampfend über unseren Köpfen. Einfach nett diese Viecher!!

 

Morgens nehmen wir die „Great Ocean Road“ in Angriff, diese atemberaubende Strecke führt von „Torquay“ nach „Warrnambool“. Der glückliche Beifahrer, ich, staunt nach jeder neuen Kurve mit offenen Augen und vielen „Ahs“ und „Ohs“, während der frustrierte Fahrer, Jupp, ständig fragt wie es ausschaut. Und es schaut grandios aus, schroffe Kalksteinklippen ragen 70 m über der rauen See auf, die Brandung hat die Felsen zu faszinierenden Formationen, Schluchten und Felsentoren ausgewaschen. Die wohl bekanntesten sind die 12 Apostel, von denen aber heute nur noch 6 zu sehen sind, die anderen hat es derweil dahingerafft.

Die Küste zwischen „Cape Otway“ und „Port Fairy“ trägt nicht zu Unrecht den Namen „Shipwreck Coast“, denn in nur 40 Jahren kenterten auf diesen 120 KM über 80 Schiffe und so manche Geistergeschichte knüpft sich daran.

 

Wir setzen unseren Weg unbehelligt fort, keine Geister verfolgen uns, und kurz vor „Portland“ entscheiden wir uns für einen Campground in einem Wald. Wir biegen um die Ecke und wer winkt aus der Ferne? Genau, Familie Alison und Carl Douglass. Mittlerweile ist es schon bald unheimlich, sollten da irgendwelche höheren Mächte im Spiel sein, die uns immer wieder zusammenführen? Wie auch immer, der Abend ist gemütlich und unseren Englischkenntnissen auf jeden Fall sehr zuträglich. Am nächsten Morgen heißt es wie immer „the same procedur as every time“, sprich verabschieden und los geht es.

 

Bei „Nelson“ überschreiten wir die Grenze zwischen den Bundesstaaten Victoria und Südaustralien, an der die Quarantänestation auf diesem einsamen Abschnitt nur aus einem Abfalleimer besteht, in den man seine Obst- und Gemüsevorräte entsorgen soll. Für uns heute jedoch kein Problem, selbst die Mäuse brechen beim Anblick unseres Kühlschrankinhaltes in Tränen aus. Also nix zu entsorgen oder womöglich zu verstecken, wir begnügen uns damit, die Uhr eine halbe Stunde zurück zu drehen und schon ist die Einreise vollbracht.

In „Mount Gambier“, das wie eine Oase an den Hängen eines erloschenen Kraters liegt, steuern wir zunächst „Wooli“ an, um dem desolaten Kühlschrankzustand den Garaus zu machen und beginnen anschließend die Suche nach einem Laden für Motoröl. Unser braves Monsterchen beschwert sich zwar in keiner Weise, aber nach inzwischen 15.000 in Australien gefahrenen Kilometern, hat es sicherlich mal neues Öl verdient.

 

In einem Geschäft für Landmaschinen und ähnliches Zeugs werden wir fündig, genau die Ölsorte, die Monster liebt und Jupp sich vorstellt, und das Ganze auch noch zu einem Superpreis. Die Gelegenheit ist so günstig, der Jäger und Sammler erwacht (selbstverständlich nur in dem männlichen Teil der Lebewesen), und es werden sogleich 60 L des schwarzen Goldes eingelagert. Das Thema Öl sollte damit für die nächsten Monate zu den Akten gelegt werden können (Es spricht der Laie!).

Wir kreisen einmal mehr durch den Ort, befinden aber, dass das wohl Aufregendste an diesem die blaue Farbe des „Blue Lake“ Kratersees ist und dass es dafür keine Erklärung gibt. Logische Schlussfolgerung: wir halten uns gar nicht lange auf! Der Wetterbericht für die nächsten Tage lautet ganz viel versprechend und als bekennende FKKler, wollen wir unseren Pobacken auch mal wieder ein paar Sonnenstrahlen gönnen.

 

In der Nähe von „Rope“ liegt inmitten eines Naturparks das, angeblich einzige, Naturistencamp Australiens mit direktem Strandzugang und dorthin zieht es uns zwangsläufig.

Die Anreise führt durch relativ einsame Gegenden, und so landen wir in einem sehr weitläufigen Gelände. Die Menschen, die uns dort erwarten, sind einfach alle wahnsinnig nett und freundlich. Böse Zungen würden behaupten, dass alle so freundlich sind, weil wir durch unser Erscheinen das Durchschnittsalter drastisch gesenkt haben, aber wie auch immer, wir fühlen uns sauwohl. Der Donnerstag vergeht mit allgemeiner Faulheit und kurzen Wanderungen durch die Dünen, leichte Reparatur- und Wartungsarbeiten werfen zwar ihre Schatten voraus, doch bisher schaffen wir es noch uns ruhig zu verhalten. Am Freitag ist aber dann kein Halten mehr, Jupp und sein Baby finden zueinander, der eine hat leichte Roststellen an diversen Dachträgern und der andere kann sie nicht mehr ignorieren. Also beginnt Juppi zu streichen, und streicht und streicht, und schlussendlich kann ich es einfach nicht mehr ansehen. Nein, nein, nicht etwa wegen der sich langsam rötenden, nackten Brötchen wie der gemeine Leser jetzt denken mag, sondern wegen der Moral, es ist schließlich „Australia Day“ und somit Feiertag!!

 

Pünktlich zum Arbeitsende verschwindet auch gleich die Sonne und die Temperaturen stürzen derartig ab, dass wir den Abend in der Sauna und im Fernsehraum beim Tennishalbfinale der „Australian Open“ verbringen. Zur Abwechslung auch mal nicht schlecht, doch als es am Samstagmorgen beim gemeinschaftlichen Pfannekuchen backen gar anfängt zu regnen, beschließen wir weiter zu fahren, angezogen macht FKK nicht so wirklich Spaß.

 

Unaufhaltsam zieht es uns nach „Adelaide“, jedoch nicht ohne einen Abstecher ins legendäre „Hahndorf“ zu machen. Wurst, Sauerkraut, Brezeln und deutsches Bier sind hier reichlich vorhanden, obwohl man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, in einem Themenpark gelandet zu sein. Wir rollen daher und angesichts der Menschenmassen nur einmal kurz die Hauptstraße auf und ab und können uns noch nicht einmal zum Aussteigen durchringen.

 

Die restlichen Kilometer bis zur Hauptstadt Südaustraliens sind schnell zurück gelegt und wir quartieren uns im Vorort „Glenelg“ auf einem „Big 4“ Campingplatz ein. Bei einem Tagespreis von 36,00 AUD(ca. 21€ ) legen wir die Ohren an, solche Summen sind wir ja nun gar nicht mehr gewohnt. Nichtsdestotrotz harren wir 2 Tage dort aus, „Adelaide“ gefällt uns auch nach 6 Jahren immer noch außerordentlich gut und von allen australischen Großstädten am Besten. Ein Spaziergang durch die reichlich begrünte Innenstadt lohnt sich immer und beim Bummel über die North Terrace sieht man die meisten der interessanten Sehenswürdigkeiten.

Zum Abschluss steigen wir am Victoria Square in die Straßenbahn und lassen uns zum Sonnenuntergang nach „Glenelg“ zurückfahren. Dort auf der Promenade flaniert eine fröhliche Mischung aus Einheimischen und Urlaubern. Dienstagmorgen erkunden wir die „Fleurieu Peninsula“, eine Halbinsel südlich von Adelaide, verbringen 2 Tage in der schönen Bucht von „Rapid Bay“ und fahren dann die Ostküste wieder hinauf.

 

Unser weiterer Weg führt ein wenig am „Murray River“, Australiens größtem Fluss, entlang und soll uns schlussendlich ins Barossa Valley führen. Der Murray hat eine faszinierende Geschichte, denn vor dem Bau der Eisenbahn war er der Mississippi Australiens. Etliche Raddampfer, die Waren aus dem Landesinnern an die Küste transportierten, schipperten auf ihm entlang und einige der inzwischen restaurierten Schiffe kann man heute noch sehen.

Als wir uns dem malerischen Städtchen „Mannum“ nähern, klingelt das, ausnahmsweise mal funktionierende, Telefon und Alison fragt nach, wie es uns geht und wo wir gerade sind. Sie kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus, als ich unseren Standort erkläre, denn eigentlich benötigen wir das Handy nicht um uns zu unterhalten. Familie Douglass steht sozusagen in Rufweite am anderen Flussufer. Wir nehmen also die nächste, kostenlose Autofähre und setzen auf die andere Seite über.

Die Freude ist groß, wobei es nahezu unglaublich ist, dass Alison ausgerechnet anruft, als wir auf ungeplante Weise ins Landesinnere vorstoßen und dabei fast aneinander vorüber fahren. Das Barossa Valley wird noch einen Tag auf uns warten müssen.

 

Morgens aber fahren wir zielstrebig in Australiens berühmteste Weingegend. Hier werden jährlich etwa 65.000 t Trauben zu teilweise hervorragendem Rotwein verarbeitet. Die ganze Gegend erinnert uns stark an die, von uns so geliebte, elsässische Landschaft. Die 60 Weingüter der Region liegen recht dicht beieinander und überall in den sanften Hügeln findet man kleine lutherische Kirchen und alte Cottages. „Tanunda“ ist wohl die deutscheste Stadt im Tal und ein Rundgang lohnt sich allemal, einzig um das Barossa Wursthaus und Bäckerei sollte man einen großen Bogen machen. Die bayerische Mettwurst und Käse, Sauerkraut und Kartoffelsalat oder etwa der Kuchen und Apfelstrudel sind bei der Hitze nicht sehr verlockend und der schlanken Linie schon gar nicht zuträglich.

 

Es ist heute mal wieder tierisch heiß und wir gewinnen langsam den Eindruck, dass wir etwas falsch machen. Sind wir an der Küste, ist es kühl und windig, sind wir im Landesinnern ist es einfach nur heiß. Wir werfen unsere Planung, in den Flinders Ranges zum Wandern zu gehen, ein weiteres Mal über den Haufen und fahren zurück ans Meer.

 

Auf der „Yorke Peninsula“, die hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt ist, soll man an einigen Stellen sehr gute Angelmöglichkeiten vorfinden und diesen Argument ist letztendlich entscheidend. In „Ardrossan“ frönt Jupp zunächst seiner neuesten Leidenschaft, nämlich dem Besuch eines Ladens für Angelzubehör, einem Tackle und Baitshop. Hier nun schwelgt er etliche Zeit zwischen Haken und Schnüren und entdeckt zum guten Schluss die Körbe, die man zum Fangen von Krebsen benötigt. Flugs wird noch der passende Köder dazu gekauft und schon geht es hinaus auf den langen Holzsteg. Umgeben von lauter Fachleuten, erlernen wir dort die hohe Kunst des „Crabbing“, wie das Fangen von Krebsen heißt.

 

Als zünftige Braut eines „Fishermans“ fällt mir nun diese überaus wichtige Aufgabe zu. Ich lasse also unsere beiden runden Körbe zu Wasser, nicht ohne diese zuvor am Steg anzubinden, und harre der Dinge bzw. der Krebse, die da kommen. Nach etwa 10-15 Minuten ziehe ich die Körbe wieder hoch und starre hoffnungsfroh hinein. Sieh an, eines dieser bedauernswerten Wesen hat sich doch tatsächlich in einen Korb verirrt und, plötzlich dem Wasser entrissen, zappelt es dort herum. Nun gilt es, das wild um sich schlagende Tier aus dem Netz zu befreien, möglichst ohne von ihm in die Finger gezwickt zu werden. Nach vollbrachter Tat kommt dann die Lebensbestimmende Frage der Größe. Die Krebse müssen mindestens 11 cm groß sein, ansonsten müssen sie in die Freiheit sprich in ihr feuchtes Element entlassen werden.

Langsam beginne ich Gefallen an der Sache zu finden und am Ende des Tages habe ich tatsächlich 2 Exemplare erbeutet. O.K. das ist nicht die Menge, aber jeder fängt schließlich mal klein an. Wir lassen uns noch in der Zubereitungsfrage beraten und ziehen unserer Wege.

 

Beim Abendessen dann der große Augenblick, die Krebse finden ihren Tod in einem Topf mit kochendem Salzwasser und anschließend den Weg auf unsere Teller. Von dort starren sie uns vorwurfsvoll an, aber sie sollen schließlich nicht umsonst gestorben sein und so futtern wir die, in der Tat wohlschmeckenden, Tiere auf.

Im Süden der Halbinsel müssen wir in einem Buschcamp aufgrund des starken Windes zwar auf einen Angeleinsatz verzichten, werden aber durch einen wunderbaren Sonnenuntergang dafür entschädigt.

Leider rücken uns am nächsten Morgen ganze Heerscharen von Fliegen zu Leibe, die Biester schaffen es tatsächlich uns in die Flucht zu schlagen.

 

Immer noch von diesem Eindruck ganz erfüllt, machen wir Halt in dem kleinen Ort „Port Victoria“ und gönnen uns den Luxus von Strom und somit dem Einsatz der Klimaanlage auf einem Campingplatz. Auch hier gibt es einen wunderbaren Holzsteg, aber, wie wir sogleich erfahren, leider keine Krebse. Schade, da wird Jupp wohl alleine zum Angeln müssen, zusätzlich plagt mich das schlechte Gewissen, der letzte Bericht liegt bereits einige Zeit zurück. Nach 3 Stunden kehrt auch „Fisherman“ Jupp erfolglos und daher recht frustriert wieder zurück, heute hatten alle Fische frei und scheinen einen Ausflug gemacht zu haben.

 

Der nächste Tag ist immer noch brüllend heiß und der Reiz die angenehme Kühle in Monsters Innern eine weitere Nacht zu genießen, ist übermächtig. Wir geben dem Drang nach, wollen aber sozusagen als Ausgleich dafür einige fällige Wartungs- und Reparaturarbeiten ausführen. Monster soll endlich sein lang verdientes, neues Öl bekommen und auch die große Wäsche ist mal wieder fällig. Ehe wir uns versehen, beginnt es bereits wieder zu dämmern und wir genießen das letzte Licht des Tages.

Am 6. Februar brechen wir in Richtung Norden auf, die letzte der Halbinseln, die „Eyre Peninsula“ ruft. Entlang der Westküste stoppen wir zu einer Frühstückspause in „Port Broughton“ und bei der üblichen Inspektionsrunde ist unser rechter Hinterreifen recht platt. Wir können diesen zwar über Monsters eigenen Kompressor wieder befüllen, fahren aber anschließend sicherheitshalber „Port Pirie“, eine größere Stadt an.

 

Schnell ist ein Reifendienst gefunden, der sich auch mit Lkw-Reifen beschäftigt und flugs ist der Reifen herunter. Es stellt sich heraus, dass der gesamte Schlauch von winzigen Löchern übersät ist, durch die zwar nicht die Riesenmenge Luft ausströmt, doch steter Tropfen höhlt bekanntermaßen den Stein. Nach einiger Überlegung lassen wir einen neuen Schlauch montieren, denn die Reifen und somit auch die Schläuche leiden unter den hiesigen Straßenbedingungen doch sehr. Um 15.00 Uhr kann die Fahrt weiter gehen, jedoch nur bis „Port Germein“, wo wir die Nacht verbringen.

 

Morgens biegen wir quasi nur um die Ecke auf die „Eyre Peninsula“, die so manchem aus dem Kino bekannt sein dürfte. Die gruseligsten Szenen aus dem Film „Der weiße Hai“ wurden hier gedreht und tatsächlich sind die Gewässer um „Port Lincoln“ die Haiverseuchtesten von ganz Aussieland. Im Jahr 2000 wurden innerhalb von 2 Tagen gleich 2 Surfer getötet- und das waren nicht alle, die ihr Leben lassen mussten. Bevor man sich ins Wasser traut, sollte man besser einen Einheimischen nach sicheren Schwimmstränden fragen.

 

Für uns ist das alles kein großes Problem, die Wassertemperaturen laden solche Weicheier wie uns eh nicht zum Baden ein. Beim Kontrollgang in der Frühstückspause glauben wir, wir sind im falschen Film, das hatten wir doch gestern bereits, nur dass heute der linke Hinterreifen einen schlaffen Eindruck macht. Wir wollen es doch wohl nicht zur Gewohnheit werden lassen uns regelmäßig um 14.00 Uhr beim Reifendienst einzufinden? Dieses Mal kaufen wir keinen neuen Schlauch, sondern lassen die beiden kleinen Löcher flicken und fahren noch weiter bis „Cowles“.

 

Man glaubt es kaum, auch „Cowles“ verfügt über einen Reifendienst, wie wir am nächsten Morgen, mit dem nächsten Plattfuß versehen, feststellen. Der linke Hinterreifen ist abermals platt und dieses Mal müssen wir in den sauren Apfel beißen und doch noch einen neuen Schlauch kaufen. Dumm gelaufen, denn in dieser Kleinstadt ist dieser doppelt so teuer als er am Vortag gewesen wäre.

 

Zur Entschädigung wollen wir dann wenigstens ein bisschen angeln und „crabben“.

Stunden harren wir auf dem Holzsteg aus, die Beute 1 magerer Krebs, den wir am Ende auch wieder in die Freiheit entlassen. Heute also Verlust auf der ganzen Linie. Nichtsdestotrotz fahren wir bei einer Austernzucht vorbei und erstehen dort ein Dutzend der heißbegehrten Tiere zu einem Spottpreis von 5,50 AUD (3.20 €). Nein, nicht etwa das Stück, gleich das ganze Dutzend!!! Oh, welch ein Schlaraffenland. Schon sind wir wieder versöhnt mit diesem Tag und lassen uns von der Austernverkäuferin noch gleich den Weg zu einem schönen Stellplatz am Strand erklären.

Abends hält Lukullus Einzug in unserem Esszimmer und bei einem gekühlten Gläschen Weisswein und den frisch geöffneten Austern auf Eis, sind wir mit uns und der Welt endgültig im Reinen.

 

Morgens folgen wir der Küste bis nach „Port Lincoln“, vorbei an „Arno Bay“, einem kleinen Strandort, und dem malerischen „Port Neill“, ein Mini-Küstenstädtchen. „Port Lincoln“ ist die Hauptstadt des australischen Thunfischfangs und ein recht geschäftiges Örtchen. Wir fühlen uns auf Anhieb recht wohl, bummeln durch die Stadt, shoppen nach Herzenslust und ziehen für die Nacht in den nahen Nationalpark.

 

Es ist mal wieder Freitag, also Wochenende und zahlreiche Aussies zieht es ebenfalls dorthin. Neben uns findet eine Mädchengruppe einen Platz und wir reagieren mal wieder nicht, anstatt gleich einen anderen Platz zu suchen, harren wir aus und ärgern uns anschließend die halbe Nacht über die kichernden und kreischenden „Weiber“. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir daraufhin bereits morgens um 8.00 Uhr unseren Generator starten und somit die Girls aus dem Schlaf reißen. Hach, Rache ist süß!! Unsere vermutlich letzte Woche in Südaustralien fahren wir über „Coffin Bay“, das sich träge im Wasser aalt und von blauem Wasser umspülen lässt und den gleichnamigen Nationalpark mit seiner wilden Küstenlandschaft die wunderbare Uferstraße entlang.

Immer wieder bieten sich grandiose Ausblicke und riesige, menschenleere Strände laden zu kilometerlangen Wanderungen ein. Wir passieren Orte wie „Elliston“ und „Streaky Bay“ und beschließen in „Smoky Bay“ nochmals einen Stopp einzulegen. Vor der Küste liegt jede Menge Seetang herum, von dem allerlei Kleingetier aus dem Ozean angelockt wird, das dann wie von selbst an die Angel und in die Netze schwimmen soll.

 

Der kleine Campingplatz direkt am Holzsteg ist dementsprechend voll und wir fühlen uns wie kleine Lichter. Jeder Australier, der was auf sich hält, transportiert auf seinem Autodach ein Aluminiumboot. Es ist absolute Pflicht, dieses nun jeden Morgen zu Wasser zulassen, seine Frau vorne ins Boot zu setzen und mit knatterndem Motor davon zu brausen. Ob die Jungs dann auch Fische fangen, entzieht sich unserer Kenntnis, wir jedenfalls sind auch ohne Boot beim Angeln und Crabbing vom Holzsteg aus recht erfolgreich.

Nach 3 Tagen mit Fischmenüs zum Abendessen steht uns der Sinn mal wieder auf etwas anderes, wir brechen unsere Zelte ab und machen uns auf zur Durchquerung der Nullarbor-Wüste.