von Exmouth nach Broome: April 2007

Montag gegen Mittag trudeln wir in „Exmouth“ ein und klappern zunächst sämtliche Tauchbasen ab, denn wir möchten möglichst morgen schon den Kopf unter Wasser stecken. Im Ort sind gleich mehrere Anbieter vorhanden, doch im Endeffekt sind wir nicht viel glücklicher als in „Coral Bay“.

 

Aufgrund der Walhaisaison werden ein Teil der Boote für Schnorchelausfahrten genutzt und dementsprechend knubbeln sich die Taucher auf den restlichen. Für Dienstag können wir trotz aufwändiger Suche kein Boot mehr ergattern, dafür geht es am Mittwoch dann gleich auf eine Ganztagesausfahrt zu den Muiron Inseln. Dort lassen Suppenschildkröten, unechte und echte Karettschildkröten ihre Eier von der Sonne ausbrüten.

 

Die doch recht lange Überfahrt gerät recht kurzweilig, da wir zum einen Johannes und Oliver, die Jupp bereits in „Coral Bay“ mit seinen Geschichten unterhalten hat, und zum anderen Claudia und Wolfgang, die wir bei der Suche nach einer geeigneten Tauchbasis kennengelernt haben, wiedertreffen. Die für die Aussies unerlässliche „Safety first“- Sicherheit zuerst-, trägt immer wieder zu unserer Erheiterung bei, selten wurden unsere Namen so häufig aufgerufen. Der schöne Tag findet seinen Abschluss beim Essen in einem chinesischen Restaurant, wo natürlich der obligatorische „Cask“ (Karton) Wein nicht fehlt.

 

Auch am Donnerstag finden wir uns auf dem Tauchboot ein und die Tauchgänge mit Ketti und Eric, einem Unterwasser-Hobbyfotografen, sind einfach klasse. So manche Wasserschlange versetzt uns einen Schrecken und die hier vorkommenden Wobbegongs (eine Haiart) sehen einfach lustig aus. Heute nehmen die 2 Tauchgänge nur den halben Tag in Anspruch, daher können wir anschließend noch bequem einkaufen und zum „Cape Range“ Nationalpark herausfahren.

 

Auf dem „Lakeside“ Campground sind leider momentan alle Plätze belegt, doch wir treffen auf Nicole und Walter (www.demut.ch). Die beiden Schweizer sind mit ihrem Wohnmobil ebenfalls von der Heimat bis hierher gefahren und wie sich später herausstellt, ständig vor oder hinter uns her. Keine Frage, dass die 2 etwas zur Seite rücken und uns auf ihrem Platz Asyl gewähren. So manche Geschichte, die wir erzählen, beantworten die beiden mit einem „Ach ihr ward das!“ und wir verbringen vergnügliche Stunden. Leider reisen Nicole und Walter am nächsten Morgen ab und wir richten uns für die nächsten Tage häuslich ein.

 

Wie der Zufall es will, lernen wir einen deutschen Arzt und seine Frau, Sabine und Kersten, kennen und es gibt eine kostenlose ärztliche Beratung für Juppi. Kersten erklärt uns bis in kleinste Detail, welche Bluttests wir machen lassen sollen und was das Ergebnis jeweils bedeutet. Derart gut gebrieft, ist es am Ostermontag mit der Faulenzerei vorbei, die Reise geht weiter, wir wollen ins Landesinnere in den „Karijini“ Nationalpark.

 

Auf dem North West Coastal Highway kommt man in ein Gebiet namens Pilbara, das die 1½ fache Größe der BRD umfasst und in dem weniger als 100000 Menschen leben. Da die Strecke sowieso nicht an einem Tag zu schaffen ist, tauschen wir in einem Buchladen noch unsere ausgelesenen Bücher und juckeln dann ganz gemütlich los.

Beim „Nanutarra“ Rasthaus biegen wir ins Herz der Pilbara nach „Paraburdoo“ ab und verbringen die Nacht auf einem der 24 Stunden Rastplätze, die immer mit Toiletten und Grillplätzen ausgestattet und in regelmäßigen Abständen zu finden sind.

 

Am nächsten Vormittag in „Tom Price“ wundern wir uns nicht schlecht als wir das Auto von Nicole und Walter am Shoppingcenter stehen sehen, denn eigentlich sollten die beiden schon im Nationalpark sein. Da von ihnen weit und breit nichts zu sehen ist, gehe ich zunächst ins Touristenbüro um mich über die hier angebotene Minenbesichtigung zu informieren. Die „Hamersley Range“ verfügt über ein reiches Vorkommen an Eisenerz und der Ort „Tom Price“ ist ein Zentrum einer der größten Bergbauregionen in Australien.

Als ich wieder herauskomme, finde ich Jupp im angeregten Gespräch mit einem deutsch-australischen Paar. Wir quatschen eine Weile und die beiden laden uns ganz spontan zum Abendessen ein, was wir entgegen unserer sonstigen Gepflogenheiten ausnahmsweise einmal annehmen. Anschließend finden sich auch Nicole und Walter ein und wir verabreden uns locker für den nächsten Tag im „Karijini“. Wir erledigen ein paar Einkäufe, unsere Emailpost und ehe wir uns versehen, ist es bereits kurz vor 17.00 Uhr und Zeit für unsere Einladung.

 

Monster darf auch mit und wird für die Nacht vor der Haustüre unserer Gastgeber geparkt. Sylvia, eine deutsche Lehrerin, und Trevor, der für die hiesige Minengesellschaft arbeitet, entpuppen sich als unheimlich nette Leute. Wie etliche der hier lebenden Menschen befinden sich die 2 sozusagen auf der Durchreise, denn nirgendwo in Australien kann man so schnell so viel Geld verdienen wie in den Minen. Selbst die Häuser, in denen die Arbeiter nur so lange leben, bis sie genug Dollars zusammen haben, werden von den Gesellschaften bezahlt. Die Stunden fliegen nur so vorüber und wir erfahren sehr viel Interessantes über die Aussies und ihre Lebensgewohnheiten. Wer hätte je gedacht, dass eine deutsche Lehrerin mit hervorragender Qualifikation mit Ressentiments zu kämpfen hat, weil ihr deutscher Akzent der Ausbildung der Kinder schaden könnte? Wir jedenfalls nicht.

 

Morgens trinken wir noch einen Kaffee mit Sylvia, die aufgrund der Ferien schulfrei hat und machen uns anschließend auf den Weg zur voraussichtlichen Minenbesichtigung. Trotz mehrfacher Telefonate konnte uns die Dame im Besucherzentrum selbst eine halbe Stunde vor Beginn der Tour immer noch nicht sagen, ob sich genug Teilnehmer angemeldet haben, damit diese stattfindet. Manchmal ist es einfach unglaublich und so fahren wir vorsichtshalber mal zur Touri-info. Dort haben sich dann doch neben zahlreichen anderen auch Nicole und Walter unplanmäßig eingefunden und wir machen die Tour gemeinsam. In der „Pilbara Iron Mine“ werden gigantische Eisenerzvorkommen im sogenannten Open Cut Mining ausgebeutet, wobei das Eisenerz aus dem Boden gesprengt und von Baggern auf riesige 240-Tonnen-Lastwagen verladen wird.

Die Trucks karren das Eisenerz zu „Crushers“, wo es in maximal 10 cm große Brocken zerkleinert wird. Anschließend transportieren Züge bis zu 3 km Länge, die von bis zu 6 hintereinander gekoppelten Diesellokomotiven gezogen werden und bis zu 240 Waggons mit je 100 t Ladevermögen haben, die Ladung an die Küste.

 

Nach so vielen Infos waschen wir auf dem örtlichen Campingplatz unsere Wäsche bevor wir in den „Karijini“ Nationalpark weiterfahren, der für seine atemberaubend steilen Schluchten und schönen Badelöcher berühmt ist. Über eine rote Schotterpiste und durch kleine Bäche geht es zum Savannah Campground, der von Aboriginals betrieben wird. Den Abend verbringen wir in Gesellschaft von Nicole + Walter und zahlreichen ungebetenen Gästen, nämlich Mücken, Sandfliegen, Motten und ähnlichem Getier.

 

Morgens steuern wir die „Weano“ Schlucht an und wollen dort erst einmal frühstücken. Bereits um 8.00 Uhr ist es heute sehr heiß, weshalb wir auf die Idee verfallen den Generator zu starten und somit die Klimaanlage zu betreiben. Rasch ist der Knopf zum Starten des Generators gedrückt, welcher auch willig anspringt, doch dann folgt der Supergau schlechthin. Der Generator läuft hoch, was bedeutet, dass er nicht wie normal 240 Volt sondern ca. 300 V erzeugt, welches unser Powermanagement leider überhaupt nicht mag. Es zischt, funkt und qualmt, verbrannter Geruch durchströmt Monster und der Generator, das verdammte Ding, lässt sich nicht mehr ausschalten.

 

Halb wahnsinnig vor Angst, dass unser Baby in Flammen aufgeht, bewaffne ich mich mit dem Feuerlöscher während Jupp verzweifelt versucht dem Generator von außen den Garaus zu machen. Nach schier endlos scheinender Zeit ist das vermaledeite Ding endlich gestoppt, das Kokeln des Powermanagements lässt nach und wir versuchen ziemlich gebeutelt unsere flatternden Nerven zu beruhigen.

Nach einigen Minuten ziehen wir Bilanz und müssen gestehen, dass dieses ganze Schlamassel durch eigene Dummheit entstanden ist. Am gestrigen Abend hat Jupp den Luftfilter des Generators mit Bremsenreiniger gesäubert und dabei versäumt diesen vor dem Zusammenbau richtig trocknen zu lassen. Somit befanden sich sowohl noch etwas Flüssigkeit als auch Gase im Luftfilter, was den Dieselgenerator beim Start veranlasste mit erhöhter Drehzahl zu laufen. Das Powermanagement nun ist gegen alles mögliche abgesichert, aber leider nicht gegen Überspannung und ist daher regelrecht verbrannt, jedenfalls zunächst einmal das Ladegerät.

 

Über unser Satellitentelefon nehmen wir Kontakt zur Firma Transwatt, dem Hersteller des Powermanagements, in Soest auf, die uns freundlicherweise zurückruft. Der absolut kompetente Mitarbeiter erklärt uns, dass wir unser Problem mit einem externen Ladegerät lösen können und liefert die Adresse eines australischen Anbieters auch noch gleich mit. Uns geht es langsam besser, scheinen wir doch halbwegs glimpflich davongekommen zu sein und so nehmen wir mit, den inzwischen eingetroffenen Nicole und Walter doch noch die Wanderung zum „Handrail Pool“ in Angriff. Wir steigen die Treppen in die Schlucht hinab und sind einfach begeistert.

Aufgrund der gerade erst endenden Regenzeit führen die, von üppiger Vegetation umrahmten, Felsenpools alle Wasser und wir können uns teilweise nur schwimmend fortbewegen. Die Hauptattraktion des Parks, das Zusammentreffen der 4 Canyons – Red, Joffre, Weano +Hancock Gorge, nehmen wir am Oxers Lookout auch noch gleich mit bevor wir über den Banyjima Drive zum Dales Gorge Campground fahren. Die Wanderungen zu den „Fortescue Falls“, dem „Fern“ und dem „Circular Pool“ sparen wir uns für den nächsten Tag auf und am Samstag bildet die „Hamersley Gorge“ den Abschluss des „Karijini“ Nationalparks. Von dort führt die unbefestigte „Tom Price Railway Road“, für die man eine kostenlose Genehmigung benötigt, zum „Millstream-Chichester“ Nationalpark. Während die östliche Region des Naturschutzgebietes von kargen Bergrücken und schroffen Schluchten durchzogen wird, präsentiert sich der Westteil um die kleine Siedlung „Millstream“ als tropische Oase mit üppiger Vegetation. Leider ist der Buschcampground am „Crossing Pool“ völlig überlaufen und wir quartieren uns kurzerhand am „Deep Reach“ Pool ein, eigentlich nur ein Platz für die Tagesbenutzung.

 

Nach der Rundfahrt durch das Land der Canyons scheint unsere Tachowelle zu glauben, genug ist genug und haucht, kurz bevor wir östlich von „Roebourne“ zurück auf dem North West Coastal Highway sind, ziemlich unspektakulär ihr Leben aus. Eigentlich keine tragische Sache, nur ein wenig lästig, da unsere Tankanzeige auch gerade die Arbeit verweigert und wir somit keinerlei Hinweise auf unseren möglichen Dieselverbrauch haben. Gezwungenermaßen steuern wir „Port Hedland“ an, das ganz definitiv keinen Schönheitswettbewerb gewinnen wird. Touristisch hat die auf einer kleinen Insel gelegene und mit dem Festland durch 3 Dämme verbundene Stadt nix zu bieten, selbst die Einwohner machen lange Gesichter, zeigen sich unfreundlich und sind anscheinend nur hier, um Geld zu verdienen. Der Hafen von „Port Hedland“ zählt der Tonnage nach zu den größten der Welt.

 

In diesem ganzen rot-braunen Staub stellt der „Cooke Point“ Caravan Park regelrecht einen Hort der Erholung da, zwar überfallen uns hier die Sandfliegen, doch wenigstens sind die Menschen freundlich.

 

Wir richten Monster waagerecht aus, schließen den Aussenstrom an und erstarren vor Schreck, denn nichts geschieht. Das endlose Gerappel auf den Schotterpisten hat unser Powermanagement endgültig dahingerafft, jetzt geht nicht nur das Ladegerät nicht, sondern überhaupt gar nichts mehr. Das ist ja klasse! Nachdem der 1. Schreck überwunden ist, resümieren wir, dass ein neues Gerät her muss und beginnen sogleich mit der Suche im Internet nach einem Anbieter im Aussieland.

Wir finden ein, mit unserm alten Gerät vergleichbares bei der Firma Victron, die u.a. von „Electronic Solutions Technology“ in Brisbane vertrieben wird. Der Name des Inhabers liest sich für uns recht holländisch und dort wollen wir unser Glück am Montagmorgen sogleich versuchen. Inzwischen ist es früher Abend und auch in Deutschland die Zeit gekommen zu der wir Sohn Dennis aus seinem Sonntagsschlaf reißen können. Der Gute weiß gar nicht, wie ihm geschieht als er mit der Besorgung und der Versendung einer neuen Tachowelle und eines Winkelgetriebes beauftragt wird, verspricht aber sich zu kümmern und uns bleibt also nur abzuwarten.

 

Montagmorgen wird sogleich das Telefon bemüht und, oh große Freude, Damian van der Veen hat nicht nur einen holländischen Namen, nein er spricht auch so, was die Erklärung unseres Problems für Jupp wesentlich vereinfacht. Es dauert gar nicht lange und die beiden sind sich einig, Damian verspricht das heißbegehrte Gerät heute noch per Express loszuschicken und Jupp im Gegenzug auch heute den Rechnungsbetrag zu überweisen. Wir laden Maschine ab, fahren schnurstracks zur Bank und sind anschließend zum Nichtstun verdonnert. Recht lustlos kaufen wir ein wenig ein, werden aber zwischendurch von Dennis mit der Nachricht erfreut, dass die Tachowelle und alle weiteren Teile lieferbar sind und morgen per DHL an uns abgehen. Wir lassen uns die Teile postlagernd nach „Broome“ schicken, damit wir in diesem wunderbaren „Port Hedland“ nicht länger als unbedingt nötig verweilen müssen.

 

Der Dienstag und auch der Mittwochvormittag vergehen, erst am späten Nachmittag trifft das ersehnte Paket von Damian ein und Jupp macht sich sogleich an den Einbau. Leider schafft er es vor dem Dunkelwerden nicht mehr ganz, aber früh am nächsten Morgen geht es gleich weiter und wow, um 10.00 Uhr läuft alles wieder wunderbar.

 

Überglücklich brechen wir auf, stoppen kurz bei Wooli zum Kühlschrank füllen und stellen beim darauffolgenden Frühstück fest, dass irgendetwas passiert sein muss, was das neue Gerät nicht mehr arbeiten lässt. Jupp rotiert und versucht alles mögliche, doch es ist umsonst. Der eilig angerufene Damian weiß sich auch keinen Rat und bittet uns, nach „Dampier“ zurückzufahren, da er morgen dorthin fliegt, um für die Minengesellschaft eine Reparatur auszuführen. Was bleibt uns anderes übrig, wir gurken die 230 km nach „Karratha“ zurück und campieren für die Nacht auf dem teuersten Campingplatz von ganz Westaustralien.

 

Am späten Freitagabend treffen wir uns mit Damian in „Dampier“ und der Übeltäter im Victron Gerät, eine defekte Sicherung, ist schnell gefunden. Jupp erhält zur Sicherheit einen Schnelllehrgang zum Einbau und mehrere Ersatzsicherungen und endlich scheint unser Problem gelöst zu sein. Mit etwas gemischten Gefühlen treten wir den Rückzug an, stoppen aber dieses Mal lediglich zum Tanken in „Port Hedland“ und verlassen diese gastliche Stätte schnellstens wieder.

 

Zwischen hier und „Broome“ verläuft der Great Northern Highway 600 monotone Kilometer lang zwischen dem Indischen Ozean und der Great Sandy Desert. Beim „Pardoo“ Rasthaus reicht uns die Fahrerei für heute und wir biegen zum „Cape Keraudren“ ab. Der dortige Ranger erleichtert uns zwar um 15 AUD fürs Campen, aber das schöne Plätzchen ist es allemal wert. Direkt auf den Klippen entzünden wir ein Feuer und genießen den Sonnenuntergang über dem Meer. Sonntagmorgen ist es nicht mehr weit bis zum „80 mile“ Strand und Campingplatz, der uns außerordentlich gut gefällt. Gepflegter Rasen, schattenspendende Bäume, das Meer direkt vor der Haustüre und dazu ein fantastisches Angelrevier, was wollen wir mehr? Wir bleiben gleich 2 Tage, futtern selbstgefangenen Fisch und lassen die Seele baumeln.

 

Am Dienstag verlassen wir die Idylle und fahren bis „Broome“, ganz im Stillen hegen wir die Hoffnung, dass unsere Ersatzteile inzwischen dort eingetroffen sind. Leider ist dem nicht so, auf der Post ist noch keine Spur von unserem Päckchen. Morgen ist mal wieder irgendein ominöser Feiertag, also richten wir uns auf dem „Cable Beach“ Campingplatz auf längeres Warten ein. Zum einen lässt Jupp sich in der „Broome Medical Clinic“ etwas Blut abzapfen und zum andern nutzen wir die Zeit um Monster mal an den Strand auszuführen. An diesen kann man allerdings nur bei Ebbe gelangen, wir müssen also die Gezeiten im Auge behalten, um am gleichen Tag noch wieder zurückzufahren.

Dabei erregt ein Landrover mit englischen Nummernschildern unsere Aufmerksamkeit und schnell kommen wir mit Lizzy, Irin, und Roel, Holländer, ins Gespräch. (www.popadd.com/overlandy2006). Die 2 sind ebenfalls über Pakistan und Indien hierher gefahren und da es bestimmt viel zu erzählen gibt, verabreden wir uns für den Abend auf ein Bierchen. Es bleibt natürlich nicht bei einem Bier und wir sind uns auf Anhieb so sympathisch, dass wir die nächsten Tage gemeinsam verbringen.

 

Unser Paket trifft weder am Donnerstag noch am Freitag ein und wir beschließen am Samstagmorgen nach Cape Leveque hochzufahren. Wir laden Lizzy und Roel in Monster, die beiden wollen in die Stadt zum Markt, und fahren los. Weit kommen wir nicht, denn auf dem Woolworth Parkplatz sehen wir doch tatsächlich eindeutig ein Overlanderfahrzeug mit aufgemaltem Schweizer Kreuz. Klarer Fall, das müssen wir uns anschauen.

 

Es dauert gar nicht lange, da trudeln die Besitzer, Sonja und Michi, (www.sabana.ch), in Begleitung eines deutschen Paares, Susi und Manfred, ein. Die Freude ist groß, haben wir doch alle schon voneinander gehört.

 

Im Laufe der ganzen Quatscherei stellt sich heraus, dass die anderen auch heute noch zum „Cape Leveque“ herauffahren wollen und es bietet sich an, diese Tour gemeinsam zu machen. Gesagt, getan. Die schmale, unbefestigte, 200 km lange Allradpiste ist in ziemlich schlechten Zustand und so schaffen wir es heute nicht bis ganz hinauf. Wir stoppen am „Quandong“ Strand auf einem Buschcampground und lassen uns abends von Millionen Mücken zerstechen. Susi hat am nächsten Morgen mindestens 70 Einstiche und auch wir anderen sehen aus wie die Streuselkuchen. Also nichts wie weg hier, doch leider wird es auch bei „Middle Lagoon“ nicht besser. Ganz im Gegenteil, am nächsten Morgen sind sowohl Susi, mit inzwischen 150 Einschlägen, und Manfred als auch wir derart zermürbt, dass wir den Rückzug antreten. So schön kann das ganze „Cape Leveque“ nicht sein, dass wir uns derart zerfleischen lassen müssen.

 

Zurück in „Broome“ ist unsere Tachowelle immer noch nicht in Sicht, jetzt machen wir uns doch langsam Gedanken. Sollte das wertvolle Teil irgendwo verschollen sein? Wir starten eine Suchaktion, können unsere Sendung innerhalb von Deutschland auch wunderbar verfolgen, doch nach Ankunft in Australien verliert sich jegliche Spur. Es bleibt uns nur weiterhin auf dem „Cable Beach“ Campingplatz abzuwarten. Lizzy, Roel, Susi und Manfred helfen uns beim Zeitvertreib und als auch Sonja und Michi wieder eintrudeln, ist die ganze Truppe wieder komplett.

Die Freude ist groß als am Donnerstag endlich die Tachowelle eintrifft. Jupp legt sogleich los und siehe da, die Probefahrt verläuft positiv, das Ding funktioniert. Eigentlich hätten wir nun keinen Grund mehr noch länger hier zu verweilen, aber zum einen ist die Gesellschaft sehr nett und zum anderen ist seit gestern Vollmond. Wenn man zwischen März und Oktober 2 Tage nach Vollmond an dieser Küste weilt, kann man sich „Staircase to the Moon“, die Treppe zum Mond, auf keinen Fall entgehen lassen. Gemeint ist damit ein rot-goldener Lichteffekt, der dann entsteht, wenn das Mondlicht auf den geriffelten Sand im Watt trifft und reflektiert wird. Auf dem Town Beach findet dann ein quirliger Abendmarkt mit zahlreichen Fressbuden statt und dorthin zieht es uns am Freitagabend.

 

Am Sonntagmorgen heißt es dann Abschiednehmen von Lizzy und Roel, die beiden treibt es weiter und am Montagmorgen soll es auch für uns endlich weitergehen.