Vietnam: Mai 2006

Es treibt uns an die Küste, etwas südlich der Hafenstadt „Haiphong“ liegt der kleine Ort „Do Son“. Das ehemalige Kolonialbad ist noch heute der bestbesuchte Strand Nordvietnams und es führen dementsprechend breite Straßen dorthin. Wir lassen uns außerhalb in einer Bucht in einer vermeintlich uneinsehbaren Ecke nieder (N 20°41.766’ E 106°47.150’).

 

Nach Langem kommt unser Grill wieder zum Einsatz, der Abend wird recht gemütlich und wir rüsten uns für eine ruhige Nacht. Aber wie es immer so ist, irgendjemand hat uns gesehen und nach dem Motto: “Hallo Herr Lehrer, ich weiß was!“ bei der Polizei gemeldet. Um 21.00 Uhr ist es mit der Ruhe vorbei, 2 Polizisten stehen vor unserer Türe und ihren Gesten können wir entnehmen, dass wir hier nicht stehen dürfen und in ein Hotel sollen. Wir weigern uns natürlich hartnäckig und sind auch des Englischen nicht mehr mächtig.

Nach einigen Telefonaten verschwinden die beiden unverrichteter Dinge und wir können gar nicht glauben, dass das schon alles gewesen sein soll. Ist es auch nicht, 15 Minuten später kommt der Vorgesetze mit eingeschaltetem Blaulicht an seinem Polizeiroller und fordert immer wieder: „Hotel, Hotel“. Wir schalten nach wie vor auf stur und es wirkt, auch dieser Polizist zieht von dannen, der einsetzende Regen beschleunigt die Sache wohl ein wenig und die weitere Nacht bleibt dann ruhig.

 

Morgens fahren wir wieder bis „Haiphong“ zurück und dann weiter über die Route 10 zur „Halong“ Bucht, die wegen ihrer einzigartigen Landschaft und geologischen Besonderheiten von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde.

Die sich gegenüberliegenden Orte „Bai Chay“ und die Hafenstadt „Hon Gai“ sind mittlerweile unter dem Namen „Halong City“ zusammengefasst und voll dem Tourismus erlegen. Beim Bummel durch „Bai Chay“ bekommen wir den Eindruck, dass der gesamte Ort nur aus Restaurants und Gasthäusern bzw. Hotels besteht. Wir bleiben zunächst am Fährhafen, den die örtliche Mafia zwecks besserer Kontrolle ca. 3 km vor den Ort gelegt hat.

 

Beim offiziellen Ticketschalter wollen wir eine Bootstour buchen, aber irgendwie kommen wir nicht so recht zum Zuge. Es gibt 4- oder 8stündige Touren oder sogenannte 2-Tagestouren, die unseres Erachtens jedoch voll der Nepp sind. Diese Touren beginnen am l. Tag mittags um 12.00 Uhr, man hat 1 Übernachtung auf dem Schiff und am nächsten Morgen nach dem Frühstück wird man wieder abgesetzt. Seltsame Methoden! Wir entscheiden uns also für eine 4-stündige Tour, doch ein Ticket dafür können wir nicht kaufen. Nachdem die Dame am Schalter uns zuerst in keiner Weise beachtet, erklärt sie dann schließlich aufgrund unserer Hartnäckigkeit, dass wir in 30 Minuten noch mal zurückkommen sollen. Während wir noch, uns wundernd, auf dem Vorplatz stehen, spricht uns ein junger Mann an, er hätte nun eine Gruppenfahrt und noch 2 Plätze frei, wir müssten dann aber jetzt sofort mitfahren. Das kommt uns gerade recht und auch der Preis scheint in Ordnung zu sein. Das Schiff zeigt sich zwar nicht als das Schönste, aber immerhin, es schwimmt. Neben uns ist noch eine 5-köpfige Familie an Bord und drei schwer bepackte Frauen. Wir bleiben an Deck und genießen die letzten Sonnenstrahlen, denn bereits kurz nach der Abfahrt beginnt es zu regnen und hört auch nicht mehr auf.

Schade, von der Schönheit der Bucht geht so vieles verloren.

Wir schippern um verschiedene Felsformationen herum, besichtigen 2 Tropfsteinhöhlen und steuern schlussendlich ein, mitten im Wasser liegendes Fischerdorf an. Die Häuser stehen jeweils auf einer kleinen schwimmenden Plattform und es gibt sogar eine Schule. Wir werden bei einem Fischer abgeliefert, bei dem wir frischen Fisch oder Schalentiere kaufen können, die auf dem Schiff zum Essen zubereitet werden. Langsam bekommt das Ganze Kaffeefahrtcharakter und als die 3 Damen auch noch den Versuch starten, Handarbeiten und Postkarten an den Mann zu bringen, ist das Szenario perfekt. Daher der günstige Fahrpreis, doch da wir uns nicht erweichen lassen, geben die Verkäuferinnen auch recht schnell auf und wir haben unsere Ruhe.

 

Um 15.00 Uhr, pünktlich nach genau 4 Stunden, sind wir wieder zurück und fahren nach „Bai Chay“. Das kleine Restaurant „Asia“ gehört dem Vietnamesen „Vinh“ der lange in Deutschland gelebt hat und perfekt deutsch spricht. Vinh besorgt uns einen bewachten Parkplatz an einem Hotel (N 20°57.503’ E 107°02.926’) und wir besuchen ihn dafür zum Abendessen. Der Regen hat inzwischen aufgehört, doch die Temperaturen sind drastisch gefallen. Ich krame meine Jeans aus der hintersten Ecke, auch Socken kommen zum Einsatz und fühle mich rundum sauwohl. Das ist ja wie zu Hause, 21° Grad, wow, die Nacht wird ebenfalls wunderbar kühl.

 

Abermals über die Route 10 fahren wir in Richtung Süden bis „Ninh Binh“. Unterwegs lernen wir das etwas merkwürdige, vietnamesische Mautsystem kennen, ungefähr alle 70 Kilometer gibt es eine Kontrollstelle. Zunächst steht an einer möglichst unauffälligen Stelle ein Kassenhäuschen, an dem man ein Ticket kaufen soll. Dann kommt ein weiteres Kabäuschen an dem das Ticket kontrolliert wird, am eigentlichen Schlagbaum befindet sich ein weiteres Häuschen, an dem der Kontrollabschnitt abgerissen wird, woraufhin sich der Schlagbaum öffnet. Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Wir stehen denn auch prompt beim 1. Schlagbaum, der uns begegnet ohne Ticket da und nach einigem Gezeter lässt man uns ohne Bezahlung passieren. Wir gar nicht dumm, fahren natürlich bei der nächsten Kontrolle wieder ohne Ticket bis zum Schlagbaum, doch dieses Mal hilft auch sämtliches „Blödstellen“ nichts. Wir müssen ein Ticket für 22.000 dg = 1.10 € kaufen. Auf den nächsten 70 Kilometern haben wir reichlich Zeit uns eine neue Taktik auszudenken.

 

Also fahren wir an den kommenden Schlagbaum wieder ohne Ticket heran, Jupp hält dem Kontrolleur eine seiner zahlreichen Führerscheinkopien unter die Nase und verlangt recht herrisch das Öffnen der Schranke. Wir warten gespannt, was passiert und schau an, nach einigem Zögern öffnet sich der Schlagbaum, wir können passieren. Diese Mautstellen entwickeln sich langsam zum Unterhaltungsprogramm, es gibt immer neue Varianten. Manchmal müssen gleich mehrere Vorgesetzte befragt werden und einer schiebt die Verantwortung auf den nächsten. Am Ende kommen wir bis auf 1 Ausnahme durch und diese hat uns soviel Spaß bereitet, dass wir doch noch gerne gezahlt haben.

Das übliche Szenario, wir vor Schlagbaum ohne Ticket, hinter uns staut sich der Verkehr. Der Kontrolleur sagt: „No ticket, no drive!“ Auch der inzwischen herbeigeeilte Chef lässt sich nicht erweichen, also steige ich aus und trabe zurück zum Kassenhäuschen. Mittlerweile haben wir natürlich schon einen langen Stau gebildet und so wird nun der Schlagbaum geöffnet und Jupp wird aufgefordert weiter- und rechts ran zu fahren. Und was macht dieser Mann? Er lächelt den Kontrolleur an und sagt: „No ticket, no drive!“ Als ich zurückkehre, lacht sich inzwischen die ganze Mannschaft darüber kaputt und wir werden mit großem Hallo verabschiedet.

 

Immer noch sehr belustigt kommen wir am frühen Nachmittag in „Ninh Binh“ an. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, hat ca. 60.000 Einwohner und liegt mitten in einer der schönsten Landschaften Vietnams. Da wir mit Kollege „Vinh“ so gute Erfahrungen gemacht haben, versuchen wir es wieder auf diese Art und Weise. Der deutschsprachige Herr „Tuc“ vom „Thanh Thuy’s“ Gasthaus möchte uns zwar lieber ein Zimmer vermieten, aber letztendlich besorgt er uns doch einen Parkplatz. Der Hinterhof einer Mietskaserne ist zwar sehr schmutzig, aber wenigstens einigermaßen ruhig und der Besitzer ist ein überaus freundlicher Mensch (N 20°15.437’ E 105°58.434’).

 

Gegen Abend taucht er mit seinem Englischbuch bei uns auf und erklärt voller Stolz, er würde nun englisch lernen und schon geht der Unterricht los. Der Lehrer, Juppi, sitzt draußen auf der Treppe und spricht langsam die Zahlen 1 bis 10 einzeln vor und der Schüler müht sich redlich mit der richtigen Aussprache. Der Lehrer muss immer wieder korrigierend eingreifen, der heimliche Zuhörer im Innern, Doro, lacht sich schrott und erntet dafür böse Blicke vom Lehrer. Einfach nett, nach dem Unterricht werden wir vom Schüler zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen, leider müssen wir ablehnen, da wir bereits mit Herrn „Tuc“ verabredet sind, dessen Frau eine ausgezeichnete Köchin ist. Dort treffen wir auf einen jungen Deutschen, der mit seiner chinesischen Frau in Bejing (China) lebt, ein Paar aus Österreich und ein australisches Ehepaar und es wird ein vergnüglicher Abend. Zu später Stunde vereinbaren wir für morgens eine Rollerrundfahrt durch die trockene Halongbucht.

 

Über schmale Wege fahren wir mitten durch das frische, satte Grün der Reisfelder, aus denen bizarre Zuckerhutberge und Dolomiten herausragen. Die Gegend um „Ninh Binh“ war vor Urzeiten noch vom Meer bedeckt und so handelt es sich geologisch um die gleichen Kalkstein- Formationen wie in der eigentlichen Halongbucht. Wir erreichen den Dorfweiher von „Ninh Hai“ und lassen uns mit einem Betonboot zu den „Tam Coc“, den drei Grotten rudern. Die größte und längste Grotte ist 160 m lang und da auch heute noch Feiertag ist, herrscht reger Bootsverkehr. Sehr außergewöhnlich ist, dass die meisten Bootsleute nicht mit den Armen, sondern mit den Füßen rudern und das Ganze nicht etwa rückwärts, sondern auch noch vorwärts.

Auf dem Rückweg darf natürlich der obligatorische Verkauf von Handarbeiten nicht fehlen, doch wir sind wie immer sehr stur und kaufen rein gar nichts. Nach einem kurzen Mittagsimbiss, die Nudelsuppe schmeckt einfach zu gut in Vietnam, fahren wir zur „Bich Dong“ Pagode und anschließend zur alten Hauptstadt „Hoa Lu“. Als wir gegen 17.30 Uhr wieder bei Monster einlaufen, wartet der Schüler bereits sehnsüchtig und der lustige Unterricht geht weiter. Zum Abendessen bei Mister „Tuc“ treffen wir nochmals die ganze Bande vom Vorabend, die sich am nächsten Tag in alle Winde zerstreut.

 

Uns treibt es weiter nach Süden. In dem uns bereits reichlich bekannten „Thanh Hoa“ fallen bei der Durchfahrt einmal mehr die schmalen Häuser auf. Die Front ist oft nicht breiter als 1 Raum, dafür geht es nach hinten und in die Höhe. Wir haben uns sagen lassen, dass hier nach der Breite des Hauses die Steuern berechnet werden und sich somit dieser Baustil erklärt.

 

Fröhlich winkend passieren wir noch einmal „unsere“ Polizeistation, doch keiner der uns bekannten Polizisten ist zu sehen. Wir fahren bis zum Badeort „Cua Lo“ kurz vor „Vinh“, in dem in alten Zeiten viele Regierungsbeamte in regierungseigenen Hotels Urlaub machten. Wir kreuzen einmal mehr den Strand und den Ort auf und ab, finden aber keinen Platz, an dem wir uns vor neugierigen Augen verstecken können. Nachdem wir zum 3. Mal an der gleichen Stelle auskommen und dort recht hoffnungslos herumstehen, stürzt aus einem Garten ein junger Mann und fragt, ob wir ein Zimmer brauchen. Wir steigen aus und versuchen ihm klar zu machen, dass wir eigentlich nur einen Parkplatz und etwas Strom, natürlich gegen Bezahlung haben möchten. Auf dem Gesicht auf der anderen Seite spiegelt sich Nichtbegreifen wider, also erkundigen wir uns nach dem Zimmerpreis und nach einem Parkplatz.

 

Das scheint zu gehen, ein ruhiger Parkplatz ist schnell gefunden und Jupp geht zur Zimmerbesichtigung. Er entscheidet sich für das schäbigste Zimmer und löst damit Verwunderung aus, die umso größer wird, als er erklärt, das Zimmer müsste nicht sauber gemacht werden. Erst als wir nur unser Stromkabel dort anschließen, fällt der Groschen und alle Beteiligten sind glücklich und zufrieden (N18°49.173’E105°43.100’).

 

Wir wollen noch ein wenig die Sonne genießen und bummeln los. Der Strand hier ist sehr schön, mit weißem Sand, klarem Wasser und schattigen Pinienhainen. Da die Feiertage um den 1. Mai immer noch nicht beendet sind, ist der Strand dementsprechend voll. Wer sich jetzt aber ein Strandleben wie in unseren Gefilden vorstellt, hat sich schwer geirrt. Die Vietnamesen begeben sich in voller Montur ins Wasser, vermeiden die Sonne wie die Pest und das größte Vergnügen besteht aus Essen und Trinken. Diesem geben wir uns ebenfalls hin, dabei werden wir bestaunt wie die Weihnachtsgänse und jeder 2. stellt die obligatorischen Fragen. Wir ziehen ernsthaft in Erwägung uns Schilder mit den bereits passenden Antworten umzuhängen. „We are from Germany, my name is Josef!“

 

Am nächsten Morgen fahren wir weiter und stehen mal wieder vor dem Problem der Brotversorgung. Bisher haben wir das Bäckereiensystem immer noch nicht erkannt und unsere Baguette bei irgendwelchen Straßenhändlern gekauft. So auch heute, eine Baguettehändlerin sehen und stoppen ist eins und Jupp springt aus dem Auto. In einem kleinen Restaurant sitzen gleich 2 Frauen mit ihren Körben, die natürlich prompt anfangen sich zu streiten, wer denn nun die Baguettes verkauft. Eine reißt der anderen die Brote aus der Hand, die andere schlägt dafür mit ihren zurück und schon ist der schönste Tumult im Gange. Ich traue meinen Augen kaum, doch Jupp, ganz diplomatisch, bedeutet den beiden, dass er von jeder 2 Brötchen kauft, damit endlich Ruhe ist. Doch weit gefehlt, beim Bezahlen geht die Keilerei schon wieder los und die zwei entreißen Jupp sogar die Geldscheine.

 

Das war zuviel des Guten, jetzt mault Juppi auch noch mit, rafft sein Geld zusammen und kauft überhaupt kein Brot. So etwas haben wir doch noch nie erlebt, scheint aber völlig normal zu sein, denn beim nächsten Brotstand keift die Nachbarin auch gleich los, doch wenigstens gibt es keine Schläge.

 

Gegen Mittag passieren wir das, bis zum Meer reichende „Hoanh- Son“ Massiv mit dem „Ngang“ Pass, der über ein Jahrtausend lang die Südgrenze Vietnams bildete. Auf dem Weg nach „Dong Hai“, auf dem wir eigentlich zu den „Phang-Nha“ Grotten abbiegen wollen, beschließen wir spontan, dass unser Bedarf an Grotten derzeit gedeckt ist und fahren durch bis zu den Tunneln von „Vinh Moc“. Ganz in der Nähe finden wir ausnahmsweise einen ungestörten Platz am Strand und wir verbringen dort eine ruhige Nacht. Die Besichtigung der Tunnel ist ab 7.30 Uhr möglich und um der Tageshitze ein wenig zu entfleuchen, sind wir pünktlich zur Stelle. Der Führer möchte zwar abwarten bis er noch mehr Leute zusammen hat, doch dafür sind wir nun wirklich nicht so früh aufgestanden. Wohl oder übel bekommen wir so eine persönliche Führung.

Von 1954 bis 1975 war der „Ben Hai“ Fluss die Demarkationslinie zwischen der Republik Vietnam (RVN, Südvietnam) und der demokratischen Republik Vietnam (DRV, Nordvietnam). Auf beiden Seiten des Flusses war ein 5 Kilometer breiter Streifen als demilitarisierte Zone (DMZ) bekannt. Als der Konflikt eskalierte, wurde ironischerweise genau dieser Streifen die militarisierteste Zone der Welt.

In 1966 begannen die USA mit einem massiven Luft- und Landbombardement von Nordvietnam. Genau nördlich der DMZ befanden sich die Bewohner von „Vinh Moc“ in der am heftigsten bombardierten Gegend unseres Planeten. Die Dorfbewohner begannen entweder zu fliehen oder gruben per Hand einen Tunnel in den roten Lehmboden. Die Viet Cong fanden dieses sehr praktisch und ermunterten die Dorfbewohner zu bleiben. Nach 18 Monaten Arbeit, während der die ausgegrabene Erde nachts ins Meer geschüttet wurde um eine Entdeckung aus der Luft zu vermeiden, war eins der größten Untergrund- Tunnelsysteme fertig gestellt. Die knapp 3 Kilometer langen Tunnel, die über 3 Ebenen bis zu 27 m unter der Erdoberfläche liegen, dienten als Versorgungsbasis und Unterschlupf. Ganze Familien lebten hier und 17 Babys wurden im Untergrund-Entbindungsraum geboren. Tief beeindruckt machen wir uns nach dem Besuch auf den Weg nach „Hue“.

 

Als „Hue“ von 1802 ab als neue Kaiserstadt aufgebaut wurde, wurde sie als eine Kopie der chinesischen Hauptstadt Peking gebaut. Ihre Mauern, Wälle, Tore und Paläste wurden errichtet, um genau diese in Peking stehenden zu imitieren. Wir haben gelesen, dass die Stadt über eine besondere Aura verfügt und zu der Sorte von Stätten gehört, die einen noch lange Zeit verzaubern. Ob es daran liegt, dass wir mal wieder keinen geeigneten Übernachtungsplatz finden, können wir nicht genau sagen. Jedenfalls finden wir die Stadt eher ernüchternd und keinesfalls spektakulär, daher kehren wir ihr relativ schnell den Rücken.

 

Der „National Highway Number 1“ von „Hue“ nach „Danang“ führt über den „Deo Hai Van“. Der sogenannte Wolkenpass bildet bis heute die Klimagrenze und Wetterscheide zwischen dem tropischen Süden und dem subtropischen Norden. Die Passstraße klettert bis auf eine Höhe von 496 m und wir genießen immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Küste.

An der höchsten Stelle trifft man auf einem Parkplatz auf eine große Zahl von sehr hartnäckigen Souvenirverkäufern. Wir haben Glück, die meisten sind gerade mit 2 Busladungen anderer Touristen beschäftigt und wir können unbeschwert die Aussicht auf die Bucht von „Da Nang“ mit den Marmorbergen und schneeweißen Stränden genießen.

 

Kaum unterhalb des Passes kommen uns 2 europäisch aussehende Fahrradfahrer entgegen. Da diese immer wieder unsere Bewunderung hervorrufen, stoppen wir die beiden und stellen neugierig die obligatorischen Fragen nach dem Woher und Wohin. Die zwei sind französische Lehrer, haben ein Jahr eine Auszeit genommen und von Südamerika aus hat es sie hierher verschlagen. Ihrer Erlebnisse können ihre Schüler und natürlich auch alle anderen Interessierten unter : http://tourdumondecolavelo.ifrance.com lesen. Leider wollen die beiden heute noch bis „Hue“ (alle Achtung!!) und somit bleibt nicht viel Zeit zum Quatschen. Wir wünschen uns gegenseitig viel Glück und weiter geht es.