Swasiland: November 2011

Das Königreich Swaziland ist eines der kleinsten Länder Afrikas und wenn wir nicht aufpassen, dann sind wir womöglich schneller wieder draußen als gedacht.

Hinein kommen wir jedenfalls schon mal völlig unproblematisch, die Grenzabwicklung ist korrekt und freundlich und für die Straßengebühr fallen ausnahmsweise nur 50 Rand = 5,00 € an. Das Land hat zwar auch eine eigene Währung, die Lilangeni bzw. Emalangeni im Plural, aber man kann hier überall in südafrikanischen Rand bezahlen, bekommt allerdings das Kleingeld in Emalangeni zurück.

Da wir über den kleinen Grenzort Goba ins Land gekommen sind, fahren wir zunächst eine ganze Weile nur an Zuckerrohrplantagen vorüber. Siteki, die 1. Stadt auf unserem Weg bietet außer einem Shoprite Supermarkt und einem ATM nicht viel Sehenswertes und so halten wir uns hier nicht lange auf. Auf der Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz landen wir mehr zufällig im Hlane Royal Nationalpark. Der Eintritt ist mit 25,00 Rand p.P. ausgesprochen günstig und so fällt die Entscheidung nicht schwer. Das Camp ist zwar eingezäunt wie ein Hochsicherheitstrakt, aber ansonsten sehr nett und liegt dazu noch an einem kleinen Wasserloch. Warum dieses ebenfalls eingezäunt ist, bleibt uns am Abend nicht verborgen, denn das Gebrüll von Löwen erscheint recht nah und ist ziemlich beeindruckend.

Da der Park das Zuhause von Elefanten, Löwen, Leoparden und Nashörnern sein soll, reizt uns am Morgen die Ausfahrt mit einem Ranger. Um 8.00 Uhr schaukeln wir in einem offenen Jeep bereits durch die Weltgeschichte, immer auf der Suche nach einer Attraktion. Diese lässt tatsächlich nicht lange auf sich warten, denn im hohen Gras erspähen wir einen Löwen, der träge herumliegt. Das Raubtier muss die ganze Nacht auf Achse gewesen sein und dementsprechend müde, denn es lässt uns dicht an sich heran und problemlos fotografieren.

Auf der weiteren Pirsch entdecken wir noch mehrere Nashörner, Elefanten und Giraffen und so kehren wir recht befriedigt ins Camp zurück.

Am späten Nachmittag beginnt es wieder zu regnen und so fahren wir bereits am nächsten Tag weiter. Um möglichst noch einiges von Land und Leuten zu sehen, schlagen wir nicht den direkten Weg zur Hauptstadt Mbabane ein, sondern fahren zuerst noch einen Bogen durch den Norden bevor wir uns im königlichen Kernland von Swaziland niederlassen.

Der Weg durch das Tal ist wunderschön, die orangefarbenen Flammenbäume und auch die lilafarbenen Jacarandas blühen und im Hintergrund könnte man die Aussicht auf die Berge genießen, wenn es nicht schon wieder regnen würde. Dieser ewige Regen schlägt uns langsam aufs Gemüt, abends unterm Regenschirm zu grillen oder pitschnass zu wandern ist einfach nicht unser Ding.

Auch am nächsten Morgen ist der Himmel verhangen und daher genießen wir das Ezulwini und auch das Malkern Valley bei einer Rundfahrt nur aus Monsters Cockpit. In Manzini kommen wir an einem Spar Supermarkt vorbei und nun gibt es kein Halten mehr, beim Anblick der Gemüse- und Fleischtheke geraten wir regelrecht in einen Kaufrausch. Oh, wie haben wir das vermisst!

Ausgestattet wie die Fürsten, treten wir die Fahrt in den Süden an, der in früheren Tagen eine Hochburg der Roulettetische war. Heute merkt man davon allerdings nichts mehr, ganz im Gegenteil die Orte Big Bend und Nsoko sind ländlich und ruhig. Auch hier halten wir uns folglich nur eine Nacht auf und so kommt es, dass wir uns bereits nach 4 Tagen in Lavumisa an der Grenze zu Südafrika befinden.