Schweiz und Italien: September 2017

 

Himmel wie die Zeit vergeht, jetzt sind wir doch tatsächlich schon 6 Monate wieder zu Hause. Na ja, nicht ständig daheim, denn da Monster dieses Mal auch dabei war, haben wir die Gelegenheit genutzt z.B. die Allradmesse in Bad Kissingen oder auch das AMR Treffen in Amelinghausen zu besuchen. Ein bisschen Urlaub in Südfrankreich durfte natürlich auch nicht fehlen, doch jetzt ist es langsam genug...die weite Welt ruft.

 

Am Mittwochmorgen lassen wir es ganz gemütlich angehen, wollen wir doch heute nur bis zu unserem Lieblingsrestaurant in Wissembourg. Bereits in der vorigen Woche haben wir für 19.00 Uhr einen Tisch reserviert und so wie immer schon, dürfen wir auf dem Restaurant-eigenen Parkplatz nächtigen. Das Essen ist mal wieder ein Gedicht, die Nacht wunderbar ruhig und so starten wir am nächsten Morgen, selbstverständlich mit frischem Baguette ausgestattet, gen Süden.

 

Wir wollen ohne Mautgebühren bis nach Samnaun und quälen Monster dazu zunächst über den Fernpass bevor es in engen Serpentinen hinauf nach Samnaun geht. Allein der Dieselpreis von 0,895 € wäre den Weg allemal wert, aber beim Bezahlen unserer getankten 470 L gerate ich etwas ins Staunen. Die Kassiererin sagt mir doch tatsächlich, ich dürfe mir eine Flasche Alkohol als kleines Dankeschön aussuchen. Da lass‘ ich mich doch nicht 2x bitten und schon wechselt eine Flasche Gin den Besitzer.

 

Den ursprünglichen Plan, irgendwo in Samnaun zu übernachten, müssen wir leider verwerfen. Wir Ahnungslosen gingen einfach mal davon aus, dass die Wild-Campingverbote in der Nachsaison nicht mehr so stark geahndet würden, aber nix is mit Nachsaison. Hauptsaison bis Ende Oktober und Campingpreise wie im Freudenhaus. 39,00 € pro Nacht zuzüglich Kurtaxe gehen ja wohl gar nicht und folglich verlassen wir die Schweiz genauso schnell wie wir gekommen sind.

 

Die Fahrt nach Venedig ist etwas anstrengend, zwar ist die Strecke über Meran, Bozen und Trient landschaftlich wunderschön, aber es herrscht leider dermaßen dichter Verkehr, dass man kein Auge von der Straße nehmen kann. Ungezählte Wohnmobile sind unterwegs, gottlob die meisten in die andere Richtung.

 

In Venedig entscheiden wir uns für einen Campingplatz in der Nähe des Fährhafens, denn von dort können wir am nächsten Morgen ganz bequem mit einem der Linienboote in 20 Minuten nach Venedig übersetzen. Zusammen mit zigtausenden anderen Touristen verbringen wir den ganzen Tage in dieser Stadt mit dem morbiden Charme, genießen am Abend die venezianische Küche und kehren mit dem letzten Boot zu Monster zurück.

 

Am Sonntagmorgen sind wir zeitig am Fährhafen, hegen wir doch die Hoffnung einen guten Platz auf dem „Open deck“ sprich „Camping an Bord“ zu erwischen. Den Boardingpass erhalten wir ruckizucki und dann heißt es nur noch warten. Während wir also gelangweilt in der Reihe zum Einschiffen stehen, trudelt ein weiterer Allrad-Lkw, mit Anja und Peter im Cockpit (www.solitaire-camper.de), ein. Die beiden sind auf der gleichen Route in den Oman unterwegs wie wir, da werden wir uns sicherlich noch öfters begegnen. Kurze Zeit später beginnt das Einschiffen und ein Fahrzeug nach dem anderen zieht an uns vorüber. Wie jetzt? Warum waren wir denn so früh hier, wenn alle anderen vor uns ihren Platz beziehen können? Des Rätsels Lösung? Alle die nach Patras fahren, müssen natürlich zuerst an Bord, denn nur einige wenige, so wie Peter, Anja und wir, werden bereits in Igoumenitsa aussteigen und folglich dürfen wir zuletzt an Bord. Schade, kein Plätzchen mit Aussicht ergattert.

25 Stunden soll die Überfahrt dauern und da wir die ganze Zeit Zugang zu Monster haben, ist trotzdem alles sehr gemütlich. Natürlich treffen wir Anja und Peter des öfteren an Bord und so laden die beiden uns am Abend zum besseren Kennenlernen und zu einem Gläschen Cremant ein. Es passt mit uns Vieren und so verabreden wir gleich mal einen gemeinsamen Stellplatz nahe der albanischen Grenze überhalb von Igoumenitsa.