wir bauen uns ein Monster

Mercedes Benz LA 911, geb. Juli 1977 als Polizei-Funkkoffer, haben wir ihn im April 2004 ersteigert. Nach zahlreichen Überlegungen und Modellbauten konnten wir dann kurze Zeit später mit dem Umbau beginnen. Monster ging auf seine erste Fahrt zu unserem Freund Walter, seines Zeichens Karosseriebauer.

Das runde Dach wurde abgeschnitten, die Seiten erhöht und ein neues gerades Dach aufgebaut. Eine Vierkantrohrkonstruktion, an der später der Innenausbau befestigt werden sollte, direkt am Koffer verschweißt. Walter setzte neue Bleche ein, fertigte aus Riffelblech Staukästen, die Sitzbank im Führerhaus wurde entfernt und durch einzelne Schwingsitze ersetzt. Monster bekam ein völlig neues Outfit.

Dann durfte er wieder nach Hause, wo inzwischen auch einige technische Umbauten stattgefunden hatten. Wir besitzen zwar eine wunderbar geräumige Garage, aber leider war unser Baby ein wenig zu groß. Jupp, ein Mann der Tat, zögerte nicht lange, schon wurden in den Betonboden der Garage zwei Fahrrinnen eingefräst und mit tatkräftiger Unterstützung von Sohn Dennis ausgegraben.

In millimetergenauer Feinarbeit konnte Monster dann in die Halle einfahren und der eigentliche Ausbau beginnen.

Zuerst galt es die Lautstärke während der Fahrt zu reduzieren. Dazu beklebten wir sowohl den Motorraum als auch das Führerhaus mit Dämmmatten. Den gesamten Innenraum haben wir mit 4–6 cm dicken Extremisolator isoliert, zusammen mit Schreiner Klaus nach den besten Materialien gefahndet und anschließend den Innenraum verkleidet. Kabel wurden in den verschiedenen Stärken verlegt, es war ein wüstes Durcheinander und immer wieder taten sich neue Probleme auf, die wir einfach nicht bedacht hatten. Vor allen Dingen die elektrische Versorgung bereitete Jupp Kopfzerbrechen, nächtelang wurden im Geiste Leitungen verlegt.

Schlussendlich hat er aber die Stromversorgung dann doch noch gelöst. Monster verfügt über einen Dieselgenerator, eine Solaranlage und 2 Batterien, die sowohl über die Lichtmaschine, als auch über Außenstrom gespeist werden können. Das ganze wird über ein Powermanagement gesteuert.

Täglich haben wir uns an Monster verwirklicht und bis zum heutigen Zustand, war dann ein Jahr ins Land gegangen.

Die erste Probefahrt konnte starten und wider Erwarten taten sich keine größeren Probleme auf. Es ging über Pfingsten an die Nordsee und zum ersten Mal bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Monster weckte doch einige Aufmerksamkeit und regte zu Fragen von interessierten Passanten an, was sich dann auch bei einer weiteren Ausfahrt zum Därr-Treffen äußerte. Diese verlief im Übrigen nicht so reibungslos. 20 KM Stau und wir sind die ersten. Was war passiert? Bei der Montage des Tanks musste der Einfüllstutzen verlegt werden und niemand hat daran gedacht, die dabei entstehen Späne wieder aus dem Tank zu entfernen. Somit hatten diese nichts Besseres zu tun, als sich in unseren drei Dieselfiltern festzusetzen. Lange Rede, kurzer Sinn, der ADAC musste eingreifen und Monster von der Autobahn entfernen. Aber nichts desto trotz erreichten wir das Treffen dann mit einiger Verspätung. Wir bekamen dort einige interessante Informationen unter anderem zur GPS-Navigation und man konnte nach Herzenslust mal mit anderen Weltenbummlern fachsimpeln. Nebenbei kam die Entspannung natürlich auch nicht zu kurz.

Nachzufügen ist noch wie Monster zu seinem Namen kam. Auf einer unserer Testfahrten besuchten wir unsere Freunde Rainer und Elke in Kerpen. Natürlich musste unser Auto dann auf der Straße bestaunt werden und somit saßen wir zu viert bei offenen Türen im Fahrzeug. Eine Gruppe kleiner Kinder kam vorüber und wir weckten ihre Neugierde. „Was ist das denn für ein Auto?“ fragte der Rädelsführer. „Ein Wohnmobil“. Daraufhin seine Antwort: „ Sieht aus wie ein Monster die Karre.“ Jupp und ich schauten uns an und da wir unser Baby immer schon sehr monströs fanden, war ein Name gefunden.

 

Technische Daten

  • Motor OM 352,
  • 130 PS auf ca. 150 PS optimiert,
  • zuschaltbarer Allradantrieb mit Freilaufnaben
  • Differentialsperre hinten
  • Einzelbereifung 12R20
  • 500 l Dieseltank

Stromversorgung

  • 3,5 Hatz Dieselgenerator, direkt am Tank angeschlossen
  • 24 Volt Solaranlage
  • 2 Gel-Batterien mit 220 Ah
  • 220 Volt Außenstrom
  • 110 Volt Außenstrom über Trafo
  • Konverter 3500 W, 24 V auf 220 V
  • DC/DC 24 A, 24 V auf 12 V
  • 60 W Ladegerät

Waschen, kühlen, heizen

  • 350 l Frischwasser
  • 70 l Abwasser
  • 2 x 11 kg Gasflaschen,
  • 12 l Warmwasser auf Gas + 220 V
  • Truma Umluftheizung auf Gas
  • 110 l Kompressorkühlschrank
  • Carrier Klimaanlage
Besucherzaehler