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Nach dem Motto eine Seefahrt, die ist lustig, eine
Seefahrt, die ist schön, und aufgrund der illustren Gesellschaft, verläuft
die 10stündige Überfahrt zurück auf das Festland recht kurzweilig und
pünktlich um 19.00 Uhr laufen wir im Hafen von „Melbourne“ ein. Das
Auschecken geht recht zügig vonstatten und wir verlassen die Stadt auf
direktem Wege. Für die Nacht haben wir uns für einen, 50 KM entfernten,
Rastplatz entschieden und treffen uns dort vermutlich zum letzten Mal mit
den üblichen Verdächtigen. Schnell sind die 3 Gefährte zu einer Wagenburg
zusammengestellt und wir sitzen gemütlich, vor dem recht kräftigen Wind
geschützt, im Innenhof. Die Vodkaflasche macht nochmals die Runde und am
nächsten Morgen heißt es Abschiednehmen.
Die
Monsterbande macht auf ihrem Weg zur „Great Ocean Road“ einen Abstecher in
den „Otway“ Nationalpark. Angeblich gibt es dort eine Kolonie frei lebender
Koalas. Und wirklich, beim Einbruch der Dunkelheit spaziert ein solches
Exemplar auf Monster zu und schaut uns etwas irritiert an.
Anscheinend haben wir uns ausgerechnet unter seinem
Lieblingsbaum häuslich niedergelassen. Nachdem wir dann eingehend inspiziert
worden sind, setzt er seinen Weg unbeirrt fort, besteigt seinen Baum und
verbringt die Nacht mampfend über unseren Köpfen. Einfach nett diese
Viecher!!
Morgens nehmen wir die „Great Ocean Road“ in Angriff,
diese atemberaubende Strecke führt von „Torquay“ nach „Warrnambool“. Der
glückliche Beifahrer, ich, staunt nach jeder neuen Kurve mit offenen Augen
und vielen „Ahs“ und „Ohs“, während der frustrierte Fahrer, Jupp, ständig
fragt wie es ausschaut. Und es schaut grandios aus, schroffe
Kalksteinklippen ragen 70 m über der rauen See auf, die Brandung hat die
Felsen zu faszinierenden Formationen, Schluchten und Felsentoren
ausgewaschen. Die wohl bekanntesten sind die 12 Apostel, von denen aber
heute nur noch 6 zu sehen sind, die anderen hat es derweil dahingerafft.

Die Küste zwischen „Cape Otway“ und „Port Fairy“ trägt
nicht zu Unrecht den Namen „Shipwreck Coast“, denn in nur 40 Jahren
kenterten auf diesen 120 KM über 80 Schiffe und so manche Geistergeschichte
knüpft sich daran.
Wir setzen unseren Weg unbehelligt fort, keine Geister
verfolgen uns, und kurz vor „Portland“ entscheiden wir uns für einen
Campground in einem Wald. Wir biegen um die Ecke und wer winkt aus der
Ferne? Genau, Familie Alison und Carl Douglass. Mittlerweile ist es schon
bald unheimlich, sollten da irgendwelche höheren Mächte im Spiel sein, die
uns immer wieder zusammenführen? Wie auch immer, der Abend ist gemütlich und
unseren Englischkenntnissen auf jeden Fall sehr zuträglich. Am nächsten
Morgen heißt es wie immer „the same procedur as every time“, sprich
verabschieden und los geht es.
Bei „Nelson“ überschreiten wir die Grenze zwischen den
Bundesstaaten Victoria und Südaustralien, an der die Quarantänestation auf
diesem einsamen Abschnitt nur aus einem Abfalleimer besteht, in den man
seine Obst- und Gemüsevorräte entsorgen soll. Für uns heute jedoch kein
Problem, selbst die Mäuse brechen beim Anblick unseres Kühlschrankinhaltes
in Tränen aus. Also nix zu entsorgen oder womöglich zu verstecken, wir
begnügen uns damit, die Uhr eine halbe Stunde zurück zu drehen und schon ist
die Einreise vollbracht.
In „Mount Gambier“, das wie eine Oase an den Hängen eines
erloschenen Kraters liegt, steuern wir zunächst „Wooli“ an, um dem desolaten
Kühlschrankzustand den Garaus zu machen und beginnen anschließend die Suche
nach einem Laden für Motoröl. Unser braves Monsterchen beschwert sich zwar
in keiner Weise, aber nach inzwischen 15.000 in Australien gefahrenen
Kilometern, hat es sicherlich mal neues Öl verdient.
In einem Geschäft für Landmaschinen und ähnliches Zeugs
werden wir fündig, genau die Ölsorte, die Monster liebt und Jupp sich
vorstellt, und das Ganze auch noch zu einem Superpreis. Die Gelegenheit ist
so günstig, der Jäger und Sammler erwacht (selbstverständlich nur in dem
männlichen Teil der Lebewesen), und es werden sogleich 60 L des schwarzen
Goldes eingelagert. Das Thema Öl sollte damit für die nächsten Monate zu den
Akten gelegt werden können (Es spricht der Laie!).
Wir kreisen einmal mehr durch den Ort, befinden aber, dass
das wohl Aufregendste an diesem die blaue Farbe des „Blue Lake“ Kratersees
ist und dass es dafür keine Erklärung gibt. Logische Schlussfolgerung: wir
halten uns gar nicht lange auf! Der Wetterbericht für die nächsten Tage
lautet ganz viel versprechend und als bekennende FKKler, wollen wir unseren
Pobacken auch mal wieder ein paar Sonnenstrahlen gönnen.
In der Nähe von „Rope“ liegt inmitten eines Naturparks
das, angeblich einzige, Naturistencamp Australiens mit direktem Strandzugang
und dorthin zieht es uns zwangsläufig.
Die Anreise führt durch relativ einsame Gegenden, und so
landen wir in einem sehr weitläufigen Gelände. Die Menschen, die uns dort
erwarten, sind einfach alle wahnsinnig nett und freundlich. Böse Zungen
würden behaupten, dass alle so freundlich sind, weil wir durch unser
Erscheinen das Durchschnittsalter drastisch gesenkt haben, aber wie auch
immer, wir fühlen uns sauwohl. Der Donnerstag vergeht mit allgemeiner
Faulheit und kurzen Wanderungen durch die Dünen, leichte Reparatur- und
Wartungsarbeiten werfen zwar ihre Schatten voraus, doch bisher schaffen wir
es noch uns ruhig zu verhalten. Am Freitag ist aber dann kein Halten mehr,
Jupp und sein Baby finden zueinander, der eine hat leichte Roststellen an
diversen Dachträgern und der andere kann sie nicht mehr ignorieren. Also
beginnt Juppi zu streichen, und streicht und streicht, und schlussendlich
kann ich es einfach nicht mehr ansehen. Nein, nein, nicht etwa wegen der
sich langsam rötenden, nackten Brötchen wie der gemeine Leser jetzt denken
mag, sondern wegen der Moral, es ist schließlich „Australia Day“ und somit
Feiertag!!
Pünktlich zum Arbeitsende verschwindet auch gleich die
Sonne und die Temperaturen stürzen derartig ab, dass wir den Abend in der
Sauna und im Fernsehraum beim Tennishalbfinale der „Australian Open“
verbringen. Zur Abwechslung auch mal nicht schlecht, doch als es am
Samstagmorgen beim gemeinschaftlichen Pfannekuchen backen gar anfängt zu
regnen, beschließen wir weiter zu fahren, angezogen macht FKK nicht so
wirklich Spaß.
Unaufhaltsam zieht es uns nach „Adelaide“, jedoch nicht
ohne einen Abstecher ins legendäre „Hahndorf“ zu machen. Wurst, Sauerkraut,
Brezeln und deutsches Bier sind hier reichlich vorhanden, obwohl man sich
des Eindrucks nicht erwehren kann, in einem Themenpark gelandet zu sein. Wir
rollen daher und angesichts der Menschenmassen nur einmal kurz die
Hauptstraße auf und ab und können uns noch nicht einmal zum Aussteigen
durchringen.
Die restlichen Kilometer bis zur Hauptstadt Südaustraliens
sind schnell zurück gelegt und wir quartieren uns im Vorort „Glenelg“ auf
einem „Big 4“ Campingplatz ein. Bei einem Tagespreis von 36,00 AUD(ca. 21€ )
legen wir die Ohren an, solche Summen sind wir ja nun gar nicht mehr
gewohnt. Nichtsdestotrotz harren wir 2 Tage dort aus, „Adelaide“ gefällt uns
auch nach 6 Jahren immer noch außerordentlich gut und von allen
australischen Großstädten am Besten. Ein Spaziergang durch die reichlich
begrünte Innenstadt lohnt sich immer und beim Bummel über die North Terrace
sieht man die meisten der interessanten Sehenswürdigkeiten.
Zum Abschluss steigen wir am Victoria Square in die
Straßenbahn und lassen uns zum Sonnenuntergang nach „Glenelg“ zurückfahren.
Dort auf der Promenade flaniert eine fröhliche Mischung aus Einheimischen
und Urlaubern. Dienstagmorgen erkunden wir die „Fleurieu Peninsula“, eine
Halbinsel südlich von Adelaide, verbringen 2 Tage in der schönen Bucht von
„Rapid Bay“ und fahren dann die Ostküste wieder hinauf.
Unser weiterer Weg führt ein wenig am „Murray River“,
Australiens größtem Fluss, entlang und soll uns schlussendlich ins Barossa
Valley führen. Der Murray hat eine faszinierende Geschichte, denn vor dem
Bau der Eisenbahn war er der Mississippi Australiens. Etliche Raddampfer,
die Waren aus dem Landesinnern an die Küste transportierten, schipperten auf
ihm entlang und einige der inzwischen restaurierten Schiffe kann man heute
noch sehen.

Als wir uns dem malerischen Städtchen „Mannum“ nähern,
klingelt das, ausnahmsweise mal funktionierende, Telefon und Alison fragt
nach, wie es uns geht und wo wir gerade sind. Sie kommt aus dem Lachen nicht
mehr heraus, als ich unseren Standort erkläre, denn eigentlich benötigen wir
das Handy nicht um uns zu unterhalten. Familie Douglass steht sozusagen in
Rufweite am anderen Flussufer. Wir nehmen also die nächste, kostenlose
Autofähre und setzen auf die andere Seite über.
Die Freude ist groß, wobei es nahezu unglaublich ist,
dass Alison ausgerechnet anruft, als wir auf ungeplante Weise ins
Landesinnere vorstoßen und dabei fast aneinander vorüber fahren. Das Barossa
Valley wird noch einen Tag auf uns warten müssen.
Morgens aber fahren wir zielstrebig in Australiens
berühmteste Weingegend. Hier werden jährlich etwa 65.000 t Trauben zu
teilweise hervorragendem Rotwein verarbeitet. Die ganze Gegend erinnert uns
stark an die, von uns so geliebte, elsässische Landschaft. Die 60 Weingüter
der Region liegen recht dicht beieinander und überall in den sanften Hügeln
findet man kleine lutherische Kirchen und alte Cottages. „Tanunda“ ist wohl
die deutscheste Stadt im Tal und ein Rundgang lohnt sich allemal, einzig um
das Barossa Wursthaus und Bäckerei sollte man einen großen Bogen machen. Die
bayerische Mettwurst und Käse, Sauerkraut und Kartoffelsalat oder etwa der
Kuchen und Apfelstrudel sind bei der Hitze nicht sehr verlockend und der
schlanken Linie schon gar nicht zuträglich.
Es ist heute mal wieder tierisch heiß und wir gewinnen
langsam den Eindruck, dass wir etwas falsch machen. Sind wir an der Küste,
ist es kühl und windig, sind wir im Landesinnern ist es einfach nur heiß.
Wir werfen unsere Planung, in den Flinders Ranges zum Wandern zu gehen, ein
weiteres Mal über den Haufen und fahren zurück ans Meer.
Auf der „Yorke Peninsula“, die hauptsächlich
landwirtschaftlich geprägt ist, soll man an einigen Stellen sehr gute
Angelmöglichkeiten vorfinden und diesen Argument ist letztendlich
entscheidend. In „Ardrossan“ frönt Jupp zunächst seiner neuesten
Leidenschaft, nämlich dem Besuch eines Ladens für Angelzubehör, einem Tackle
und Baitshop. Hier nun schwelgt er etliche Zeit zwischen Haken und Schnüren
und entdeckt zum guten Schluss die Körbe, die man zum Fangen von Krebsen
benötigt. Flugs wird noch der passende Köder dazu gekauft und schon geht es
hinaus auf den langen Holzsteg. Umgeben von lauter Fachleuten, erlernen wir
dort die hohe Kunst des „Crabbing“, wie das Fangen von Krebsen heißt.
Als zünftige Braut eines „Fishermans“ fällt mir nun
diese überaus wichtige Aufgabe zu. Ich lasse also unsere beiden runden Körbe
zu Wasser, nicht ohne diese zuvor am Steg anzubinden, und harre der Dinge
bzw. der Krebse, die da kommen. Nach etwa 10-15 Minuten ziehe ich die Körbe
wieder hoch und starre hoffnungsfroh hinein. Sieh an, eines dieser
bedauernswerten Wesen hat sich doch tatsächlich in einen Korb verirrt und,
plötzlich dem Wasser entrissen, zappelt es dort herum. Nun gilt es, das wild
um sich schlagende Tier aus dem Netz zu befreien, möglichst ohne von ihm in
die Finger gezwickt zu werden. Nach vollbrachter Tat kommt dann die
Lebensbestimmende Frage der Größe. Die Krebse müssen mindestens 11 cm groß
sein, ansonsten müssen sie in die Freiheit sprich in ihr feuchtes Element
entlassen werden.
Langsam beginne ich Gefallen an der Sache zu finden und
am Ende des Tages habe ich tatsächlich 2 Exemplare erbeutet. O.K. das ist
nicht die Menge, aber jeder fängt schließlich mal klein an. Wir lassen uns
noch in der Zubereitungsfrage beraten und ziehen unserer Wege.
Beim Abendessen dann der große Augenblick, die Krebse
finden ihren Tod in einem Topf mit kochendem Salzwasser und anschließend den
Weg auf unsere Teller. Von dort starren sie uns vorwurfsvoll an, aber sie
sollen schließlich nicht umsonst gestorben sein und so futtern wir die, in
der Tat wohlschmeckenden, Tiere auf.

Im Süden der Halbinsel müssen wir in einem Buschcamp aufgrund des starken
Windes zwar auf einen Angeleinsatz verzichten, werden aber durch einen
wunderbaren Sonnenuntergang dafür entschädigt.
Leider rücken uns am nächsten Morgen ganze Heerscharen von Fliegen zu Leibe,
die Biester schaffen es tatsächlich uns in die Flucht zu schlagen.
Immer
noch von diesem Eindruck ganz erfüllt, machen wir Halt in dem kleinen Ort
„Port Victoria“ und gönnen uns den Luxus von Strom und somit dem Einsatz der
Klimaanlage auf einem Campingplatz. Auch hier gibt es einen wunderbaren
Holzsteg, aber, wie wir sogleich erfahren, leider keine Krebse. Schade, da
wird Jupp wohl alleine zum Angeln müssen, zusätzlich plagt mich das
schlechte Gewissen, der letzte Bericht liegt bereits einige Zeit zurück.
Nach 3 Stunden kehrt auch „Fisherman“ Jupp erfolglos und daher recht
frustriert wieder zurück, heute hatten alle Fische frei und scheinen einen
Ausflug gemacht zu haben.
Der nächste Tag ist immer noch brüllend heiß und
der Reiz die angenehme Kühle in Monsters Innern eine weitere Nacht zu
genießen, ist übermächtig. Wir geben dem Drang nach, wollen aber sozusagen
als Ausgleich dafür einige fällige Wartungs- und Reparaturarbeiten
ausführen. Monster soll endlich sein lang verdientes, neues Öl bekommen und
auch die große Wäsche ist mal wieder fällig. Ehe wir uns versehen, beginnt
es bereits wieder zu dämmern und wir genießen das letzte Licht des Tages.

Am 6. Februar brechen wir in Richtung Norden auf, die
letzte der Halbinseln, die „Eyre Peninsula“ ruft. Entlang der Westküste
stoppen wir zu einer Frühstückspause in „Port Broughton“ und bei der
üblichen Inspektionsrunde ist unser rechter Hinterreifen recht platt. Wir
können diesen zwar über Monsters eigenen Kompressor wieder befüllen, fahren
aber anschließend sicherheitshalber „Port Pirie“, eine größere Stadt an.
Schnell ist ein Reifendienst gefunden, der sich auch mit Lkw-Reifen
beschäftigt und flugs ist der Reifen herunter. Es stellt sich heraus, dass
der gesamte Schlauch von winzigen Löchern übersät ist, durch die zwar nicht
die Riesenmenge Luft ausströmt, doch steter Tropfen höhlt bekanntermaßen den
Stein. Nach einiger Überlegung lassen wir einen neuen Schlauch montieren,
denn die Reifen und somit auch die Schläuche leiden unter den hiesigen
Straßenbedingungen doch sehr. Um 15.00 Uhr kann die Fahrt weiter gehen,
jedoch nur bis „Port Germein“, wo wir die Nacht verbringen.
Morgens biegen
wir quasi nur um die Ecke auf die „Eyre Peninsula“, die so manchem aus dem
Kino bekannt sein dürfte. Die gruseligsten Szenen aus dem Film „Der weiße
Hai“ wurden hier gedreht und tatsächlich sind die Gewässer um „Port Lincoln“
die Haiverseuchtesten von ganz Aussieland. Im Jahr 2000 wurden innerhalb von
2 Tagen gleich 2 Surfer getötet- und das waren nicht alle, die ihr Leben
lassen mussten. Bevor man sich ins Wasser traut, sollte man besser einen
Einheimischen nach sicheren Schwimmstränden fragen.
Für uns ist das alles
kein großes Problem, die Wassertemperaturen laden solche Weicheier wie uns
eh nicht zum Baden ein. Beim Kontrollgang in der Frühstückspause glauben
wir, wir sind im falschen Film, das hatten wir doch gestern bereits, nur
dass heute der linke Hinterreifen einen schlaffen Eindruck macht. Wir wollen
es doch wohl nicht zur Gewohnheit werden lassen uns regelmäßig um 14.00 Uhr
beim Reifendienst einzufinden? Dieses Mal kaufen wir keinen neuen Schlauch,
sondern lassen die beiden kleinen Löcher flicken und fahren noch weiter bis
„Cowles“.
Man glaubt es kaum, auch „Cowles“ verfügt über einen Reifendienst,
wie wir am nächsten Morgen, mit dem nächsten Plattfuß versehen, feststellen.
Der linke Hinterreifen ist abermals platt und dieses Mal müssen wir in den
sauren Apfel beißen und doch noch einen neuen Schlauch kaufen. Dumm
gelaufen, denn in dieser Kleinstadt ist dieser doppelt so teuer als er am
Vortag gewesen wäre.
Zur Entschädigung wollen wir dann wenigstens ein
bisschen angeln und „crabben“.
Stunden harren wir auf dem Holzsteg aus, die
Beute 1 magerer Krebs, den wir am Ende auch wieder in die Freiheit
entlassen. Heute also Verlust auf der ganzen Linie. Nichtsdestotrotz fahren
wir bei einer Austernzucht vorbei und erstehen dort ein Dutzend der heißbegehrten Tiere zu einem Spottpreis von 5,50 AUD (3.20 €). Nein, nicht
etwa das Stück, gleich das ganze Dutzend!!! Oh, welch ein Schlaraffenland.
Schon sind wir wieder versöhnt mit diesem Tag und lassen uns von der
Austernverkäuferin noch gleich den Weg zu einem schönen Stellplatz am Strand
erklären.
Abends hält Lukullus Einzug in unserem Esszimmer und bei einem
gekühlten Gläschen Weisswein und den frisch geöffneten Austern auf Eis, sind
wir mit uns und der Welt endgültig im Reinen.
Morgens folgen wir der Küste
bis nach „Port Lincoln“, vorbei an „Arno Bay“, einem kleinen Strandort, und
dem malerischen „Port Neill“, ein Mini-Küstenstädtchen. „Port Lincoln“ ist
die Hauptstadt des australischen Thunfischfangs und ein recht geschäftiges
Örtchen. Wir fühlen uns auf Anhieb recht wohl, bummeln durch die Stadt, shoppen nach Herzenslust und ziehen für die Nacht in den nahen Nationalpark.
Es ist mal wieder Freitag, also Wochenende und zahlreiche Aussies zieht es
ebenfalls dorthin. Neben uns findet eine Mädchengruppe einen Platz und wir
reagieren mal wieder nicht, anstatt gleich einen anderen Platz zu suchen,
harren wir aus und ärgern uns anschließend die halbe Nacht über die
kichernden und kreischenden „Weiber“. Zu unserer Schande müssen wir
gestehen, dass wir daraufhin bereits morgens um 8.00 Uhr unseren Generator
starten und somit die Girls aus dem Schlaf reißen. Hach, Rache ist süß!!
Unsere vermutlich letzte Woche in Südaustralien fahren wir über „Coffin
Bay“, das sich träge im Wasser aalt und von blauem Wasser umspülen lässt und
den gleichnamigen Nationalpark mit seiner wilden Küstenlandschaft die
wunderbare Uferstraße entlang.

Immer wieder bieten sich grandiose Ausblicke und riesige,
menschenleere Strände laden zu kilometerlangen Wanderungen ein. Wir
passieren Orte wie „Elliston“ und „Streaky Bay“ und beschließen in „Smoky
Bay“ nochmals einen Stopp einzulegen. Vor der Küste liegt jede Menge Seetang
herum, von dem allerlei Kleingetier aus dem Ozean angelockt wird, das dann
wie von selbst an die Angel und in die Netze schwimmen soll.
Der kleine
Campingplatz direkt am Holzsteg ist dementsprechend voll und wir fühlen uns
wie kleine Lichter. Jeder Australier, der was auf sich hält, transportiert
auf seinem Autodach ein Aluminiumboot. Es ist absolute Pflicht, dieses nun
jeden Morgen zu Wasser zulassen, seine Frau vorne ins Boot zu setzen und mit
knatterndem Motor davon zu brausen. Ob die Jungs dann auch Fische fangen,
entzieht sich unserer Kenntnis, wir jedenfalls sind auch ohne Boot beim
Angeln und Crabbing vom Holzsteg aus recht erfolgreich.
Nach 3 Tagen mit
Fischmenüs zum Abendessen steht uns der Sinn mal wieder auf etwas anderes,
wir brechen unsere Zelte ab und machen uns auf zur Durchquerung der Nullarbor-Wüste.
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